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Wissen & Umwelt

Die Augen des David Bowie

David Bowie galt als das Chamäleon der Musik. Neben seiner außergewöhnlichen Musikkarriere und seiner nicht enden wollenden Kreativität gab es ein weiteres Markenzeichen: Bowie hatte unterschiedliche Augenfarben.

Das eine Auge braun, das andere Auge grün-grau - zumindest schien das bei David Bowie der Fall zu sein. Seine Augen aber hatten nicht wirklich unterschiedliche Farben, und er hatte keine angeborene Iris-Heterochromie - also eine Störung der Pigmentierung. Der Grund für seine Augenfarben lag ganz woanders: Im Alter von 14 war er in eine Schlägerei geraten.

Dabei wurde sein linkes Auge stark verletzt, die Pupille dieses Auges war seitdem geweitet, seine Pupillen waren eben einfach ungleich. Das hat dazu geführt, dass es so aussah, als sei sein linkes Auge braun und sein rechtes Auge grün-grau. Das war ursprünglich die Farbe beider Augen.

Eng oder weit - groß oder klein?

Muskeln steuern die Größe der Pupillen: ein ringförmiger Muskel hinter der Pupille verengt sie, und ein fächerförmiger Muskel hinter der Iris weitet die Pupille. "Wenn diese zwei verschiedenen Muskeln für die Erweiterung und das Zusammenziehen geschädigt werden, dann kann die Pupille größer werden und auch groß bleiben", erklärt Markus Kohlhaas vom St.-Johannes-Hospital in Dortmund.

Das Auge mit der größeren Pupille erscheint dann häufiger dunkler als das andere. Die eigentliche Muskelschädigung könne nicht behandelt werden. "Man könnte versuchen, die Pupille mit Augentropfen zu verkleinern. Wenn die Muskeln stark geschädigt sind, hilft das aber häufig nicht. Ds machen wir aber nur, wenn Patienten sich durch die geweitete Pupille extrem geblendet fühlen. Das passiert dann chirurgisch, indem wir die entsprechend Pupille kleiner nähen."

David Bowie Ausstellung Gropius Bau Berlin (Foto: Heike Mund/DW)

David Bowies Pupillen waren unterschiedlich groß

Verletzung als Ursache

Unterschiedliche Augenfarben, die durch Verletzungen kommen, bezeichnen Ärzte als Traumatische Mydriasis. Durch Gewalteinwirkung auf die Rückseite der Regenbogenhaut werde die Rückseite der Iris geschädigt, erläutert Kohlhaas. "An der Rückseite der Iris haben wir ein sogenanntes Pigmentepitel. Es besteht aus melaninhaltigen Zellen. Dieses Melanin schafft zu einem großen Teil die Augenfarbe.

Wenn das Auge verletzt wird, kann es sein, dass diese melaninhaltigen Zellen kaputt gehen. Dann wird die Augenfarbe heller." Das ist auch der Fall, wenn es im Inneren des Auges zu einer Entzündung kommt, beispielsweise bei einer Iritis. Auch dabei können diese melaninhaltigen Zellen ebenfalls geschädigt werden. Sie sterben ab. Dadurch kann sich die Farbe des Auges ändern.

Heterochromie

David Bowie Ausstellung Gropius Bau Berlin (Foto: Masayoshi Sukita Sukita © Sukita / The David Bowie Archive)

David Bowie galt als Chamäleon der Musik

Zwei unterschiedliche Augenfarben können auch angeboren sein. Diese Verschiedenheit beider Regenbogenhäute bezeichnen Ärzte als Heterochromie. Das komme beim Menschen allerdings extrem selten vor, sagt Kohlhaas.

Normalerweise handelt es sich dabei um eine Pigmentstörung, die meist kaum auffällt. Am häufigsten ist die sogenannte sektorielle Heterochromie, bei der sich die Iris des einen Auges nur minimal von der des anderen unterscheidet. Oft sind nur einige andersfarbige Sprenkel zu sehen.

Mögliche Lösung

Die einfachste Lösung, um aus zwei verschiedenfarbigen Augen zwei gleiche zu machen, sind Kontaktlinsen. Sie haben eine sogenannte Irisprint-Verfärbung. "Das ist eine Art Regenbogenhaut, eine Iris, die auf der Kontaktlinse eintätowiert ist", erklärt Kohlhaas.

Damit könne man beide Augen angleichen. Es habe auch chirurgische Ansätze gegeben. "Da wurde eine künstliche Regenbogenhaut in das Innere des Auges, vor die eigene Regenbogenhaut gesetzt, um damit die Farbe anzugleichen oder auch ganz verrückte Farbkonstellationen zustande zu bringen. Das hat sich nicht bewährt und nur zu Komplikationen geführt." Und, so der Experte weiter, das gehöre eher in die Lifestyle-Medizin.

Mithilfe von Kontaktlinsen hätte David Bowie also durchaus aus zwei Farben eine machen können. Aber letztendlich waren die beiden unterschiedlichen Augenfarben auch ein Markenzeichen des Chamäleons der Musik.

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