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Politik

Die Angst ist auf dem Weg nach Europa

Der Terror in Marokko und Algerien hat der Angst vor Anschlägen in Europa neue Nahrung gegeben. Besonders in Frankreich und Spanien wächst die Angst vor einem Überschwappen nach Europa.

Explosionsbilder Polizeistation in Algerien, Quelle: AP

Ziel der jüngsten Anschläge war auch eine Polizei-Station

Einen Tag nach den Terroranschlägen von El Kaida in Algerien ist die Zahl der Todesopfer auf 33 gestiegen, wie das Innenministerium am Donnerstag bekannt gab. Die Zahl der Verletzten wurde mit 57 angegeben. Zwei Bomben waren am Mittwoch (11.4.07) vor dem Sitz des Ministerpräsidenten und vor einer Polizeiwache der algerischen Hauptstadt detoniert.

"Großes Risiko"

Der prominente spanische Ermittlungsrichter Baltasar Garzón hat vor einer erhöhten Terrorgefahr gewarnt. Das traditionell mit dem Maghreb eng verbundene Land sei dem "großen Risiko eines neuen islamistischen Anschlags" ausgesetzt, sagte Garzón der Zeitung "La Vanguardia". Mit seinen beiden Exklaven Ceuta und Melilla auf marokkanischem Boden sei Spanien im Visier von Extremisten.

Algeriens Präsident Abdelaziz Bouteflikas, Quelle: AP

Wie geht es weiter mit der Aussöhnungspolitik von Präsident Abdelaziz Bouteflikas?

Geschürt wird diese Befürchtung durch das Bekennerschreiben der El Kaida. "Wir werden nicht ruhen, bis wir die ganze Erde des Islam von Kreuzzüglern, Abtrünnigen und Spionen befreit und wir wieder Fuß im geraubten Andalusien und im missbrauchten Kuds (Jerusalem) gefasst haben", hieß es in der Bekennernachricht. Die historische Anspielung auf Andalusien bezieht sich auf die Zeit der maurischen Herrschaft im Süden der iberischen Halbinsel zwischen dem 8. und 15. Jahrhundert.

Wegen des seit Mitte Februar laufenden Terrorprozesses nach den Anschlägen vom 11. März 2004 herrscht in der spanischen Hauptstadt Madrid bereits die höchste Alarmstufe. In einem am Jahrestag der Anschläge veröffentlichten Video hatte der El-Kaida-Ableger Stimme des Kalifats Spanien, Deutschland und Österreich gedroht.

"Wo wir sie treffen können"

Auch in Frankreich, wo in wenigen Wochen ein neuer Präsident gewählt wird, wächst die Unruhe. "Frankreich ist von Terrorakten bedroht", sagte Innenminister Francois Baroin nach den Anschlägen in Algier. Paris ist nervös, denn Geheimdienste haben vor möglichen Bombenattentaten während der Präsidentenwahlen gewarnt. Die algerischen Terroristen haben mit der Anbindung an El Kaida auch die Losung ausgegeben, "gegen die Gegner unseres Glaubens überall dort vorzugehen, wo wir sie denn treffen können".

Unter anderem wegen des Kopftuchverbots an Frankreichs Schulen und der Kolonialvergangenheit haben die Islamisten Frankreich im Visier. 2006 nahmen französische Sicherheitskräfte nicht weniger als 139 mutmaßliche Terroristen oder Helfer fest.

Alarmierend ist auch der Befund der europäischen Polizeiorganisation Europol. Laut einem kürzlich veröffentlichten Bericht ist die Terrorbedrohung für die EU-Mitgliedsstaaten "so hoch nie zuvor". (sams)

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