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Kultur

Die andere Seite der Niki de Saint Phalle

Mit ihren übergroßen "Nanas" ist die Künstlerin Niki de Saint Phalle berühmt geworden. Das Pariser Grand Palais widmet ihr jetzt eine Retrospektive, die auch ihre weniger bekannten Werke zeigt.

Die Ausstellung, die vom 18. September 2014 an bis zum 2. Februar 2015 in Paris gastiert, gibt dem Besucher Einblicke in alle Schaffensphasen der feministischen Künstlerin. Weltberühmt wurde die 2002 verstorbene Niki de Saint Phalle mit ihren riesigen, aus Polyester kreierten "Nanas". Diese übergroßen Frauenfiguren sollen Weiblichkeit, Sinnlichkeit und Sexualität symbolisieren und werden im

Grand Palais

tanzend bei Disco-Beleuchtung in Szene gesetzt.

Kunst als Vergangenheitsbewältigung

Ein anderer wichtiger Aspekt, den sie seit Anfang der 1960er-Jahre mit ihrem künstlerischen Schaffen verfolgte, ist vielen jedoch unbekannt: Ihre Intention, die "Malerei zum Bluten zu bringen". Kunst war für sie Therapie. Im Alter von elf Jahren wurde sie von ihrem Vater sexuell missbraucht, 1953 wurde sie auf Grund eines Nervenzusammenbruchs in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Schießbilder, bei denen sie mit einem Gewehr Farbbeutel auf Reliefbilder schoss und Figuren, auf denen sie Sägen, Pistolen und Metzgerbeile klebte, drücken den Hass und die innere Wut der Künstlerin aus.

Assemblagen, Reliefs und fantastische Architekturprojekte vervollständigen die Retrospektive. Insgesamt werden etwa 300 Werke, darunter auch Leihgaben aus dem Sprengel Museum Hannover, in Paris gezeigt. Die Ausstellung gibt dem Besucher die Möglichkeit, Niki de Saint Phalle von einer anderen Seite kennenzulernen. "Man liebt sie, doch man kennt sie kaum", sagte Enkelin Bloum Cardenas über ihre Großmutter bei der Ausstellungseröffnung. Die Retrospektive ist die größte in Frankreich seit 20 Jahren.

cc/as (dpa/ www.grandpalais.fr)

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