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Politik

Die Allierten als Notlösung für den Irak

Das war so nicht geplant: Eigentlich sollten Sondertruppen die UN-Experten im Irak beschützen. Aber kaum ein Land stellt dafür Militär bereit. Also wachen wohl Koalitions-Soldaten über die Vorbereitung der Wahlen.

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Verstärkungen für den Irak

UN-Generalsekretär Kofi Annan ist schon eine Weile auf der Suche. Bereits am 8. Juni 2004 hatte der Weltsicherheitsrat eine Resolution verabschiedet und damit zugestimmt, dass eine Sondertruppe die UN-Mission für Demokratie im Irak begleiten soll. Geführt wird die Mission vom neuen Gesandten der Vereinten Nationen, dem Pakistaner Ashraf Jehangir Qazi. Der werde auch in Kürze seinen Posten antreten, versprach Annan – nur: Die Schutztruppe komme nicht zustande.

5000 wären nötig – doch keiner kommt

UN Generalsekretär Kofi Annan zu Irak

UN-Generalsekretär Kofi Annan verhandelt weiter, um Soldaten für die Irak-Mission zusammenzubekommen

Die Bemühungen, Regierungen zur Beteiligung an der Soldaten-Sondermannschaft zu bewegen, seien "nicht sehr erfolgreich" gewesen, klagte Annan in New York – fast resigniert: "Uns bleibt daher nichts weiter übrig, als von der multinationalen Streitmacht abhängig zu sein".

Diese Koalition, die sich hauptsächlich aus britischen und US-amerikanischen Soldaten zusammensetzt, sollte das Oberkommando über die Schutztruppen haben – sie wären jedoch eine separate Einheit. Aus UN-Kreisen hieß es, für die Sicherheit der Mission seien mindestens 5000 Soldaten nötig.

UN will Sicherheit für Mission

Das zerstörte UN Hauptquartier in Bagdad

Nach dem Anschlag auf ihr Hauptquartier in Bagdad zog die UNO ihre Mitarbeiter ab

Und auf die Unversehrtheit der Mitarbeiter legen die UN Wert: Nachdem bei einem Anschlag auf ihr Hauptquartier in Bagdad (19. August 2003) 22 Menschen getötet wurden, zogen die Vereinten Nationen ihr gesamtes Personal aus dem Irak ab.

Von sicherem Umfeld kann noch immer kaum die Rede sein. In der südirakischen Pilgerstadt Nadschaf gab es am Donnerstag (5. August 2004) schwere Gefechte. Drei Iraker wurden getötet, sieben verletzt, berichteten Ärzte. Milizen des radikalen Schiiten-Predigers Muktada el Sadr schossen nach US-Angaben einen amerikanischen Militärhubschrauber ab.

Islamische Truppe braucht noch Zeit

Moktada El Sadr droht US-Truppen im Irak mit Selbstmordanschlägen

Die Truppen von Schiiten-Prediger Muktada el Sadr bekämpfen die 'ungläubigen US-Besatzer'

Um in der angespannten Atmosphäre die Sicherheit der UN-Mitarbeiter zu gewährleisten, hätten die Vereinten Nationen mit etwa einem halben Dutzend Staaten verhandelt, berichtete Annan. Saudi-Arabien hatte angeregt, eine islamische Truppe in den Irak zu schicken – doch bis die einsatzbereit sei, werde es noch eine ganze Weile dauern.

Also müssten die bisherigen Streitmächte die Aufgabe übernehmen, obwohl das ursprünglich nicht die Absicht gewesen sei. Die UN hatten gehofft, die geplante Sondertruppe würde international mehr Zustimmung finden als die Einheiten der Kriegskoalition.

Der Gesandte reist bald an

UN-Generalsekretär Annan will aber weiter verhandeln. Sein Sondergesandter Qazi soll derweil schon vor der geplanten Nationalkonferenz am 15. August 2004 in den Irak reisen. Die Konferenz – eigentlich schon für Ende Juli angesetzt – soll eine Art Übergangsparlament wählen, das bis zu den Wahlen im Januar 2005 im Amt sein soll. (reh)

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