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Pakistan

Die überraschende Rückkehr des pakistanischen Bloggers Salman Haider

Einer der fünf Anfang Januar in Pakistan verschwundenen Aktivisten ist wieder aufgetaucht. Doch die Frage, wer ihn entführte, ist noch unbeantwortet. Auch das Schicksal von Salman Haiders Mitstreitern bleibt ungewiss.

Solidaritätskundgebung Mitte Januar 2017 in der Stadt Karachi für die fünf Menschenrechtsaktivisten (Foto: picture-alliance/AP Photo/F. Khan)

Solidaritätskundgebung Mitte Januar in der Stadt Karachi für die fünf Menschenrechtsaktivisten

Der Dichter und Universitätsdozent kehrte in der Nacht in sein Haus in der Hauptstadt Islamabad zurück, wie pakistanische Medien berichteten. Nach Aussagen seines Bruders ist Salman Haider in guter Verfassung. Öffentlich hat er sich noch nicht gezeigt. Unklar ist weiter, wie er verschwand und wo er sich drei Wochen lang aufgehalten hat.

Todesstrafe für Gotteslästerung in Pakistan

Von den vier weiteren Militär- und islamkritischen Bürgerrechtlern, die zeitgleich mit Haider verschwanden, fehlt weiter jede Spur. Die Blogger hatten den Einfluss der pakistanischen Armee und das Erstarken des religiösen Extremismus kritisiert. Die Familien der Verschwundenen wehrten sich vehement gegen Anschuldigungen, ihre Angehörigen hätten Gotteslästerung begangen. Auf Blasphemie steht in Pakistan die Todesstrafe.

Journalisten warten vor dem Haus Salman Haiders in Islamabad auf das Erscheinen des Bloggers und Bürgerrechtlers (Foto: picture alliance/AP Photo/A. Naveed)

Journalisten warten vor dem Haus Salman Haiders in Islamabad auf das Erscheinen des Bloggers und Bürgerrechtlers

Pakistan ist eines der gefährlichsten Länder für Journalisten und liberale Aktivisten, die sowohl vom mächtigen Militär als auch von den aufständischen Islamisten angefeindet werden. Erst am Freitag hatte die Organisation "Reporter ohne Grenzen" die Regierung in Islamabad aufgefordert, das Verschwinden der fünf Blogger schnell und lückenlos aufzuklären.

Verwicklung des Geheimdienstes wahrscheinlich 

Haider, Dozent an einer Hochschule in Rawalpindi, war am 6. Januar auf dem Heimweg verschwunden, sein Auto wurde später gefunden. Ein Fahrzeug, das Haider folgte und auf Überwachungskameras zu sehen ist, hatte ein nicht registriertes Nummernschild, was die Verwicklung des pakistanischen Geheimdienstes nahelegt.

Zwischen dem 4. und 7. Januar waren neben Haider auch Asim Said, Ahmad Waqas Goraya, Ahmad Raza Nasir und Samar Abbas spurlos verschwunden. Alle vier Männer waren in den sozialen Medien aktiv. Said und Goraya sind für ihre kritische Haltung zum mächtigen pakistanischen Militär bekannt. Said wurden offenbar vor seinem Haus in Lahore verschleppt. Goraya, der in den Niederlanden lebt, verschwand am gleichen Tag. Nasi, der sich für Polio-Kranke einsetzt, wurde aus dem Laden seiner Eltern in der Punjab-Provinz verschleppt. Samar Abbas leitete in Karachi eine Gruppe von Aktivisten, die sich gegen Extremisten wendet.

sti/jj (afp, epd)

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