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Amerika

Die Ölpest breitet sich weiter aus

Der Ölteppich im Golf von Mexiko hat die Küste Louisianas erreicht. Bald dürfte er auch in Florida und Kuba sein. US-Republikaner verhinderten im Kongress, dass die Ölindustrie für die Milliarden-Schäden haften muss.

Öl an der Küste (Foto: AP)

Das Öl erreicht die Küsten

"Das ist das erste Mal, dass wir so viel schweres Öl an unseren Küsten haben", sagte Louisians Gouverneur Bobby Jindal. "Und wir wissen, dass da draußen noch eine Menge dickes Öl ist."

Die Angst vor dem Schweröl an den US-Küsten wächst. Meteorologen erklärten, ein kleiner Teil des Ölfilms sei bereits in den "Loop Current" eingetreten. Diese Meeresströmung könne das Öl bis zur Inselgruppe der Florida Keys - ein Naturparadies -, nach Kuba und an die Ostküste der USA spülen. Vor den Keys wurden bereits erste Teerklumpen gefunden.

Schlechte Nachrichten aus dem All

Ölfilm (Foto: AP)

Der Ölfilm sieht aus der Luft gigantisch aus

Aus dem Weltraum wurden die Befürchtungen bestätigt: Die Internationale Raumstation ISS war am Dienstag über den Ölteppich geflogen und hatte aus dem All Bilder davon gemacht: "Es sieht sehr erschreckend aus", so der Kommandant.

"Im Grunde genommen versuchen wir, die gesamte Küste auf einmal zu schützen", schilderte Thad Allen, der Chef der US-amerikanischen Küstenwache, die Mammutaufgabe seines Teams. Die Eindämmung des Öls sei extrem schwierig. Denn es handele sich nicht um einen kompletten Ölteppich, das Öl verteile sich vielmehr unregelmäßig in alle Richtungen.

Zerstörung unter Wasser

Korallenriff mit Ölfilm (Foto: AP)

Das Öl beschädigt die Korallenriffe

Ein Drama spielt sich offenbar auch unter Wasser ab: Teile des Ölfilms haben sich abgesenkt und wabern unter der Wasseroberfläche. Dort zerstören sie die empfindlichen Korallenriffe im Golf von Mexiko. Experten beobachten die Verschmutzung mit großer Sorge. Mittlerweile wurden bereits zwölf verendete Delfine und mehr als 150 tote Meeresschildkröten angeschwemmt, außerdem mehrere dutzend verölte Vogelleichen.

Helfer am Strand (Foto: AP)

Helfer suchen den Strand nach toten Tieren ab

Unklares Krisen-Management

Und das Öl strömt weiter: Zwar betonte der zuständige Konzern BP, ein Teil des Rohöls könne mittlerweile in 1500 Metern Tiefe aus dem Leck der gesunkenen Bohrinsel "Deepwater Horizon" abgesaugt werden. Medienberichten zufolge sind das aber erst zwei Fünftel der Gesamtmenge. Und vermutlich sogar noch weniger: Umweltschützer gehen davon aus, dass täglich weit mehr ins Meer fließt, als BP tatsächlich bekanntgibt. Offiziellen Zahlen zufolge sprudelten bislang täglich 800.000 Liter in die Natur.

Brennendes Gas (Foto: AP)

Das in der Tiefe ausströmende Gas ist weniger problematisch - es wird abgefackelt

Republikaner verhindern Schadensersatz

In den USA wächst daher die Kritik an BP: Senatoren zeigten sich verärgert über die unbestimmten Aussagen und das schlechte Krisenmanagement des Konzerns. Die US-Regierung wollte deshalb die Ölindustrie per Gesetz für Schäden haftbar machen. Bisher haben Ölfirmen mit 75 Millionen Dollar eine verhältnismäßig niedrige gesetzliche Obergrenze für Schadensersatz.

US-Präsident Barack Obama wollte diese Obergrenze auf zehn Milliarden Dollar hochsetzen. Die republikanische Mehrheit im Kongress verhinderte dieses Vorhaben. Durch die aktuelle Ölpest wird mit einem Milliarden-Schaden in der Fischerei, im Tourismus und bei Privatleuten gerechnet.

Autorin: Anna Kuhn-Osius (ap, dpa, afp, rtr)

Redaktion: Anne Herrberg / Ursula Kissel

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