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Fußball

Die älteste Regel im Fußball greift

Der VfB Stuttgart hat die Seuche am Fuß: Gegen den Favoriten der Gruppe G, den FC Sevilla, spielen sich die Schwaben reihenweise gute Chancen heraus. Dennoch gehen sie wieder nicht als Sieger vom Platz.

Jens Lehmann beim 0:2(Foto: AP)

Lehmann macht den Fehler und kommt zu spät

Es ist eine der ältesten Weisheiten im Fußball: Wer seine Chancen vorne nicht nutzt, fängt sich hinten dumme Tore ein. So geschehen beim Spiel VfB Stuttgart gegen den FC Sevilla. Die kriselnden Stuttgarter, die sich in der Bundesliga nur noch auf Rang 13 wiederfinden und auch in der Königsklasse bisher nicht überzeugt haben, konnten auch ihr drittes Vorrundenspiel in der Champions League nicht gewinnen. Mit 1:3 (0:1) gingen sie sogar zum ersten Mal in dieser Saison als Verlierer vom Platz.

Dabei hatte Trainer Markus Babbel auf die schwache Vorstellung einiger seiner Spieler beim 1:2 in der Liga gegen Schalke 04 reagiert und mit Ricardo Osorio, Arthur Boka und Julian Schieber drei Neue gebracht. Nicht dabei war wieder einmal Kapitän und Nationalspieler Thomas Hitzlsperger, Aleksandr Hleb sollte in der Rolle des Regisseurs für Chancen sorgen. Zu Anfang gelang dies sehr gut, der VfB hatte mehr Ballbesitz, schnürte die Spanier in der eigenen Hälfte ein und erspielte sich Tormöglichkeiten, die aber sämtlich ungenutzt blieben.

Erst kein Glück, dann noch Pech

1:3 durch Elson in der 74. Minute (Foto: AP)

Elson gelingt nur der Ehrentreffer

Anschließend kam es, wie es kommen musste: Mit dem ersten Torschuss erzielte Sevilla, der Tabellendritte der spanischen Liga, in der 23. Minute das 1:0. Sebastien Squillaci war der Torschütze. Wer glaubte, die Stuttgarter würden ob des neuerlichen Rückschlags einknicken, sah sich getäuscht: Angetrieben vom über die gesamte Spielzeit sehr geduldigen und lautstarken Stuttgarter Publikums ging es weiter nach vorne, allerdings – wie gehabt – ohne Erfolg. Hleb und Zdravko Kuzmanovic scheiterten knapp. Sevilla beschränkte sich darauf, den Vorsprung in die Pause zu retten, blieb aber über sporadische Konter gefährlich.

Nach dem Wechsel dauerte es nicht lange bis zum nächsten Tiefschlag: Statt den Ball zur Ecke zu klären, klatschte Stuttgarts Torhüter Jens Lehmann eine abgefälschte Flanke unorthodox zurück in den eigenen Strafraum, wo Jesus Navas ohne Mühe zum 2:0 für Sevilla abstauben konnte (55.). Die Stuttgarter ließen nun die Köpfe hängen und gerieten, nachdem Babbel mit Elson für Hleb, Hitzlsperger für Christian Träsch und Pawel Pogrebnjak für Cacau drei frische Leute gebracht hatte, durch einen Kopfball von Squillaci aus Abseitsposition sogar mit 0:3 ins Hintertreffen (72.). Kurz keimte noch einmal Hoffnung auf: In der 74. Minute traf Elson mit einem sehenswerten Freistoß aus 25 Metern zum 1:3. Dies bedeutete gleichzeitig den Endstand, da Schieber und Serdar Tasci ihre hochkarätigen Torchancen in der Schlussphase ungenutzt ließen.

"Eine klare Steigerung"

Trainer Markus Babbel (Foto: dpa)

Markus Babbel sah gute Ansätze

"Wir waren in den entscheidenden Situationen nicht wach genug", bemängelte Thomas Hitzlsperger nach dem Spiel. "Am Ende sieht es mit 1:3 bitter aus, aber wir haben uns phasenweise sehr gut präsentiert." Der VfB Stuttgart bleibt damit in der Champions League weiterhin sieglos, wenngleich das Spiel gegen Sevilla Hoffnung macht. "Wir haben uns auch nach dem 0:3 nicht aufgegeben, gegen eine der besten Mannschaften Europas", lobte Kapitän Hitzlsperger. In dieselbe Kerbe schlug auch Trainer Babbel: "Ich bin zuversichtlich. Das war eine klare Steigerung", sagte er. "Allerdings passt das Resultat überhaupt nicht zu unserer Leistung."

Unterm Strich stehen nach drei Vorrundenpartien zwei Unentschieden und eine Niederlage zu Buche. Stuttgart ist in der Tabelle nun Dritter hinter Sevilla und Außenseiter Unirea Urziceni aus Rumänien, das im zweiten Spiel der Gruppe G überraschend mit 4:1 (1:1) bei den Glasgow Rangers gewinnen konnte.

Eine Überraschung gelang dem russischen Meister Rubin Kasan. Beim Titelverteidiger FC Barcelona siegten die Russen mit 2:1 (1:0). Mit etwas mehr hatte auch Inter Mailand gerechnet: Gegen Dynamo Kiew aus der Ukraine kamen die Italiener nicht über ein 2:2 hinaus. Pech hatte der FC Arsenal: Beim Auswärtsspiel gegen AZ Alkmaar, gelang dem niederländischen Meister erst in der Nachspielzeit der Ausgleich zum 1:1 (0:1).

Autor: Andreas Ziemons
Redaktion: Stefan Nestler

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