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Asien

DHL macht Shanghai zum Drehkreuz

Mit seiner wachsenden Mittelschicht entwickelt sich China zum größten Logistikmarkt der Welt. Deutsche Post DHL hat deshalb in Shanghai ein neues Drehkreuz gebaut. Am 12. Juli wird es eröffnet.

Der Juli ist eigentlich keine besonders gute Reisezeit für die chinesische Metropole Shanghai. Der Sommer im Süden Chinas ist feuchtheiß, die Luft schwer. Die Temperaturen können schon mal die 40°C-Marke übersteigen. Dennoch will ausgerechnet in dieser Zeit der Vorstandschef von Deutsche Post DHL nach Shanghai reisen. Dort will Frank Appel nicht nur ein paar Tage bleiben, sondern für mehrere Wochen. Und auch nicht alleine, sondern gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen. Einen ganzen Monat lang soll der weltweit operierende deutsche Logistikriese von China aus geführt werden.

Vorstandschef von Deutsche Post DHL Frank Appel (Foto: Deutsche Post DHL)

Vorstandschef Frank Appel: "China ist unglaublich wichtig"

"China ist für unser Unternehmen unglaublich wichtig geworden", sagte Appel im Interview mit DW.DE, "deshalb möchte ich möglichst gut verstehen, wie sich China entwickelt. Was passiert dort tatsächlich? Das geht meinen Vorstandskollegen genau so. Und deswegen haben wir gesagt: Lasst uns einmal gemeinsam eine längere Zeit in China verbringen."

China ist der größte Markt für Deutsche Post DHL

Im letzten Jahr hat Deutsche Post DHL vier Milliarden Euro in China umgesetzt. China ist schon jetzt vor Deutschland der größte Markt des Logistikers. Vor allem rechnet das Bonner Unternehmen mit weiterem Wachstum im Fernost. Das gesamte Marktvolumen in China - inklusive der Transporte im Inland - soll bis 2015 um 10 Prozent jährlich wachsen, auf über 400 Milliarden Euro. Entsprechend wichtig ist China für die Wachstumsstrategie des Unternehmens.

Kleiner Teil der DHL-Flotte in Berlin (Foto: AP)

Bislang darf sich Deutsche Post DHL in China nicht am inlädischen Transport von Waren beteiligen

Deshalb ist die Reise nach Shanghai nur konsequent. Zumal am 12. Juli in Shanghai der neue Hub für Nordasien eröffnet wird. "Hubs" sind im Logistikgeschäft die Superknoten und Umladestationen für Dokumente, Waren oder Pakete. 175 Millionen Euro hat Deutsche Post DHL in Shanghai in den neuen Hub investiert. 50 Lastwagen und vier Flugzeuge können dort andocken. 20.000 Pakete und Dokumente können pro Stunde abgefertigt werden. "Wir sind mit Abstand der Größte beim Im- und Export von Dokumenten und Paketen. Wir sind auch der Größte im Luftfracht- und Seefrachtbereich", betont Appel gegenüber DW.DE.

Appel führt den Erfolg in China unter anderem auf den frühen Markteintritt zurück. Schon seit 1980 ist Deutsche Post DHL in China aktiv. Vor allem betont der Vorstandschef immer wieder die Rolle des rein chinesischen Managements vor Ort. Die Manager müssten die Kultur und die Sprache verstehen. Als Deutscher oder Amerikaner könne man das nicht, gibt sich Appel überzeugt.

Noch kein Inlandsgeschäft für DHL in China erlaubt

Verladung von Frachtgut am DHL-Drehkreuz Leipzig: (Foto: Deutsche Post AG)

Wie hier das Drehkreuz in Leipzig soll nun ein neuer DHL-Hub in Shanghai eröffnet werden

Appel ist im Gespräch mit DW.DE erkennbar bemüht, das China Engagement in den schönsten Farben zu schildern. Allein an einem Punkt lässt er sich zu sehr vorsichtiger Kritik an den chinesischen Behörden hinreißen. Denn Deutsche Post DHL ist derzeit noch vom chinesischen Binnengeschäft ausgeschlossen. Das deutsche Unternehmen darf lediglich Waren aus dem Land heraus und herein transportieren. "Die regulatorischen Rahmenbedingungen sind eben so, dass wir im innerchinesischen Markt von einer Stadt zur anderen keine Pakete und auch keine Dokumente transportieren dürfen. Und deswegen ist uns dieser Markt noch verschlossen, was wir schade und bedauerlich finden."

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