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Handball-EM

DHB-Team und Trainer Prokop heiß auf EM

Bei der Handball-EM wird es für Bundestrainer Christian Prokop erstmals ernst. Der 39-Jährige und seine Spieler gehen die Aufgabe voll fokussiert an. Die "Bad Boys" wollen in Kroatien den "maximalen Erfolg".

Wenn schon seine Spieler voller Motivation sind, so ist Handball-Bundestrainer Christian Prokop sogar noch eine Spur heißer auf die anstehende Europameisterschaft in Kroatien. "Wir wollen ein sehr gutes Turnier spielen", sagt der Coach, der vor elf Monaten den Posten von Dagur Sigurdsson übernahm und für den die EM das erste große Turnier ist. Die Fußstapfen für den 39-Jährigen sind groß - immerhin führte Sigurdsson die "Bad Boys" 2016 in Polen überraschend zum EM-Titel. Der Neue wertet das aber eher positiv und nicht als Belastung: "Die EM in Polen hat gezeigt, dass man mit einer jungen und ehrgeizigen Mannschaft einen Titel erreichen kann. Das gibt Selbstvertrauen und Motivation", sagt Prokop.

Genau das zeigen auch die Aussagen von Prokops Spielern: "Ich freue mich auf die ersten Spiele und kann es kaum erwarten, dass es losgeht", sagt Torhüter Andreas Wolff. "Ich hoffe, dass wir uns hier souverän präsentieren können." Wolf entwickelte sich vor zwei Jahren zum EM-Helden und soll der deutschen Mannschaft - gemeinsam mit Silvio Heinevetter - auch in Kroatien den nötigen Rückhalt geben.

"Auswärtsspiel" für das DHB-Team

Handball EM 2018 Kroatien Stadium (picture-alliance/PIXSELL/I. Soban)

Die DHB-Auswahl spielt in der Arena Zagreb

In Gruppe C, deren Partien in Zagreb stattfinden, geht es für die Titelverteidiger am Samstag zunächst gegen Montenegro, anschließend stehen Partien gegen den WM-Dritten Slowenien und Mazedonien an. Besonders beim zweiten Gruppenspiel gegen die Slowenen rechnet Prokop mit starkem Gegenwind: "Sie sind als aktueller WM-Dritter eine der spielstärksten Mannschaften des Turniers. Sie kommen über alle Positionen und haben unheimlich starke Außenspieler", sagt der Bundestrainer und stellt sich auf Auswärtsspiel-Atmosphäre ein: "Ich erwarte von Slowenien als Nachbarland den größten Fansupport. Das wird ebenfalls eine sehr große Herausforderung."

Allerdings kann Prokop darauf vertrauen, dass seine Spieler mittlerweile voll und ganz verinnerlicht haben, was ihr Trainer von ihnen sehen möchte. Seine Handschrift hat er dem Team schnell vermittelt, was auch die Verantwortlichen des Deutschen Handball-Bundes (DHB) gerne sehen: "Er ist die Arbeit genau mit der Akribie und Konsequenz angegangen, wie wir uns das im Präsidium erhofft haben. Er hat auf dem Bestehenden aufgebaut, aber auch schon eigene Akzente gesetzt", lobt DHB-Vizepräsident Bob Hanning. So ließ Prokop, für viele überraschend, den Abwehrchef der EM-Helden von Polen, Finn Lemke, sowie die Europameister Fabian Wiede und Rune Dahmke zu Hause. Hanning stellte sich demonstrativ hinter diese Entscheidung und stellte Prokops Vorzüge in den Vordergrund: "Als Trainer zeichnet ihn die Genauigkeit aus, die Fähigkeit, ins Detail zu gehen, dabei aber das große Ganze nicht aus dem Auge zu verlieren. Und als Mensch seine offene und ehrliche Kommunikation."

Prokop: "Maximaler Erfolg"

Ob diese guten Eigenschaften seine Mannschaft allerdings erneut zum EM-Titel tragen werden, muss sich erst noch zeigen. Das Potential hat die Mannschaft. "So stark war das Team selten besetzt. Wir haben uns alle weiterentwickelt, deshalb sehe ich uns stärker als vor zwei Jahren", sagt Kreisläufer Patrick Wiencek, der genau wie seine Kollegen die bittere Achtelfinal-Niederlage gegen Katar bei der WM im vergangenen Jahr vergessen machen will.

Handball WM Deutschland - Katar (picture-alliance/dpa/M. Murat)

Bitteres Aus vor einem Jahr: Deutschland verliert bei der WM gegen Katar

Neben dem deutschen Team gelten  Weltmeister Frankreich, Vizeweltmeister Norwegen, und Gastgeber Kroatien zu den Top-Favoriten auf den EM-Titel. Daneben werden die Dänen und die Spanier hoch gehandelt. Insgesamt  nehmen 16 Mannschaften teil, es wird in vier Vorrundengruppen gespielt. Die ersten drei Mannschaften jeder Gruppe ziehen in die Hauptrunde ein. Die Punkte gegen die aus der eigenen Gruppe ebenfalls für die Hauptrunde qualifizierten Teams werden mitgenommen. In der Hauptrunde gibt es dann zwei Sechsergruppen. Die beiden jeweils bestplatzierten Mannschaften erreichen das Halbfinale.

Da möchte auch das DHB-Team hin - mindestens. "Die Messlatte ist hoch. Aber ich wusste, auf was ich mich einlasse, und lege sie auch für mich hoch", sagt der Bundestrainer und fügt hinzu: "Natürlich ist Druck da. Aber den machen wir uns selbst, weil wir als Sportler immer nach maximalem Erfolg streben." Und damit können eigentlich nur eine Finalteilnahme oder sogar der erneute EM-Gewinn gemeint sein.

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