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Aktuell Asien

Dhaka: Attentäter sollen keine IS-Terroristen sein

Nachdem der IS die Verantwortung für den Anschlag in einem Café in der Hauptstadt von Bangladesch übernommen hat, steuert die Regierung dagegen: Sie bestreitet die Behauptung und beschuldigt einheimische Terroristen.

Verwirrung um die Attentäter des Blutbades in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka: Die Terrormiliz Islamischer Staat hat sich zum Anschlag, der 20 Menschenleben forderte, bekannt und Bilder der mutmaßlichen Angreifer veröffentlicht. Bangladeschs Regierung dagegen bestreitet eine Beteiligung des IS und spricht von einheimischen Terroristen. Die Angreifer seien Mitglieder der Jamayetul Mujahideen Bangladesh (JMB), sagte Innenminister Asaduzzaman Khan. Sie hätten keine Verbindungen zum Islamischen Staat.

Bewaffnete hatten das Café "Holey Artisan Bakery" in Dhaka vergangenen Freitag überfallen und dutzende Menschen stundenlang festgehalten. Spezialkommandos beendeten die Geiselnahme am Samstagmorgen gewaltsam und töteten dabei sechs Angreifer. Die Polizei veröffentlichte die Namen und Fotos der sechs erschossenen Angreifer. Ein siebter Mann wurde festgenommen und verhört.

Keine Deutschen unter den Opfern

Die meisten der Getöteten seien "brutal mit Stichwaffen" getötet worden, sagte ein Armeesprecher. Italiens Außenminister Paolo Gentiloni sprach von neun getöteten Italienern. Bundeskanzlerin Angela Merkel drückte dem italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi ihre Anteilnahme aus. Die Regierung in Tokio bestätigte, dass sieben Japaner unter den Toten seien, fünf Männer und zwei Frauen. Auch ein US-Bürger wurde getötet. Hinweise auf Deutsche unter den Opfern lagen nach Angaben des Auswärtigen Amtes nicht vor.

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Tödliches Ende einer Geiselnahme

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) verurteilte den "entsetzlichen Anschlag auf das Schärfste". Das Auswärtige Amt rät, von Ausländern frequentierte Treffpunkte in Bangladesch derzeit möglichst zu meiden.

Bangladeschs Regierungschefin, Sheikh Hasina, sprach von einer "abscheulichen Tat". Ihre Regierung sei "entschlossen, den Terrorismus und die Militanz in Bangladesch auszurotten", sagte sie. Der Islam sei "eine Religion des Friedens". Das "Töten im Namen der Religion" müsse gestoppt werden.

Täter stammen aus reichen Familien

Laut Innenminister Khan waren alle Angreifer gut ausgebildete junge Männer, die an der Universität studierten überwiegend aus wohlhabenden Familien stammten. Keiner von ihnen sei auf eine islamische Hochschule gegangen. Die Angreifer seien Mitglieder der verbotenen Jamayetul Mujahideen Bangladesh.

Die Jamayetul Mujahideen Bangladesh wird von Bangladeschs Regierung immer wieder für Anschläge verantwortlich gemacht. In den vergangenen Wochen hatte es eine Reihe blutiger Angriffe auf säkulare Aktivisten, Blogger und Journalisten sowie Angehörige religiöser Minderheiten gegeben. Zu den meisten Angriffen bekannten sich der IS und der südasiatische Ableger des Al-Kaida-Netzwerks. Die Regierung bestreitet jedoch, dass ausländische Islamistengruppen in dem südasiatischen Land aktiv sind.

hf/uh (afp, rtre, ape)

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