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Fußball

DFB will für Maßstäbe und Ordnung sorgen

Unter dem Motto "DFB 2024" gibt der Deutsche Fußball-Bund Einblicke in seine Pläne für das kommende Jahrzehnt. Auf der Agenda stehen unter anderem die Heim-EM, Ordnung bei der FIFA und möglichst viele Titel.

Fünf Monate nach dem

WM-Titelgewinn

hat sich der Deutsche Fußball-Bund unter dem Motto "DFB 2024" die größtmöglichen Ziele für das kommende Jahrzehnt gesteckt: Bei der EM 2024 für neue Maßstäbe und bei der FIFA wieder für Ordnung sorgen, dazu das Großprojekt Leistungszentrum stemmen und sportliche Triumphe garantieren. "Es gibt kein Zurücklehnen, deshalb haben wir uns Meilensteine außerhalb des Tagesgeschäfts gesetzt", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach am Dienstag bei der Vorstellung des Zehn-Jahres-Plans.

Die Ausrichtung der EM-Endrunde 2024 steht dabei über allem. "Unsere Stadionlandschaft ist exzellent, sodass wir total optimistisch sind", sagte Niersbach, dessen Verband 18 Jahre nach dem WM-Sommermärchen wieder in die Gastgeber-Rolle schlüpfen möchte. Die Entscheidung der Europäischen Fußball-Union (UEFA) über die Vergabe fällt spätestens 2018. Für das Turnier, an dem zum dritten Mal 24 Mannschaften teilnehmen werden, plant der DFB mit zehn Stadien. "Wir sind der klaren Meinung, dass keine Neubauten nötig sind", betonte Niersbach. Einen Konflikt mit der möglichen deutschen Olympiabewerbung sieht der 64-Jährige nicht: "Wir begleiten die Bewerbung des Deutschen Olympischen Sportbundes mit Sympathie und Respekt."

Auch den Respekt vor dem Weltverband FIFA möchte Niersbach wiederherstellen. "Wir brauchen eine Institution, die für Glaubwürdigkeit, Seriosität und Integrität steht", sagte der DFB-Chef. Im Falle seiner

Wahl ins FIFA-Exekutivkomitee

will Niersbach dabei aktiv mithelfen. "Das Hauptziel für jeden Neuen muss sein, sich so einzubringen, dass sich das Image der FIFA wieder zum Positiven ändert", sagte Niersbach, der im Mai 2015 den Platz seines DFB-Vorgängers Theo Zwanziger in der "Regierung des Weltfußballs" einnehmen könnte: "Man muss objektiv feststellen, dass das durch verschiedene Ereignisse in der Vergangenheit nicht gelungen ist."

DFB-Akademie des Fußballs

DFB-Sportdirektor Hansi Flick (r.) und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff bei einer DFB-Pressekonferenz (Foto: Arne Dedert/dpa)

Es gibt viel zu tun: Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff (l.) und DFB-Sportdirektor Hansi Flick

Gelingen soll der Bau des neuen Leistungszentrums, in dem eine Akademie, ein Verwaltungstrakt und ein Ausrüstungs-Depot integriert werden. "Das ist die größte Investition in der Geschichte des DFB. Wir stehen voll dahinter. Das ist der DFB der Zukunft", sagte Niersbach. 89 Millionen Euro muss der Verband für den Bau in die Hand nehmen, von der FIFA und der UEFA gibt es einen Zuschuss in Höhe von 7,6 Millionen Euro. 2016 sollen die Bagger rollen, Ende 2018 möchte der Verband umziehen. Ob es ein Bürgerbegehren gegen den Bau geben wird, ist noch offen.

Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff beruhigte die Kritiker. "Wir wollen kein Imperium aufbauen", sagte der 46-Jährige, der im kommenden Jahr mit Sportdirektor Hansi Flick auf Leistungszentrum-Anschauungsreise in die USA fliegen wird: "Wir wollen die Kompetenz im Fußball sein. Und wir träumen natürlich davon, dass wenn jemand etwas im Fußball wissen will, er zu uns kommt."

Träume gibt es auch bereits mit Blick auf das nächste Jahr. Die U21 soll am 30. Juni den zweiten EM-Titel nach 2009 und die erste Olympiateilnahme nach 28 Jahren holen. "Wir wollen um den Titel mitspielen", sagte Coach Horst Hrubesch. Das gilt auch für die DFB-Frauen, die fast zeitgleich bei der WM-Endrunde in Kanada antreten. Der zweimalige Welt- und achtmalige Europameister würde bei einem Triumph am 6. Juli 2015 zum alleinigen Rekord-Weltmeister aufsteigen. "Unser Traum und unsere Vision ist klar", äußerte Bundestrainerin Silvia Neid: "Wir fahren hin, um Weltmeister zu werden."

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