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Fußball

DFB-Team startet gegen Frankreich ins EM-Jahr

Mit dem Prestigeduell gegen Frankreich beginnt für die deutsche Nationalmannschaft die heiße Phase der Vorbereitung auf die EURO 2012. Das Duell in Bremen ist der letzte Test vor der Nominierung des EM-Kaders.

So hat sich Bundestrainer Joachim Löw den ersten Härtetest der deutschen Fußball-Nationalmannschaft für die EURO 2012 in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) sicherlich nicht vorgestellt. Gleich fünf Stammkräfte fehlen im Klassiker gegen Frankreich am Mittwoch (29. Februar) in Bremen. Nach Bastian Schweinsteiger, Lukas Podolski, Per Mertesacker und Mario Götze meldete sich jetzt auch Philipp Lahm ab. Der Kapitän laboriert an einer Schleimbeutelentzündung im rechten Knie. Daneben fällt auch der Dortmunder Sven Bender wegen einer Gesichtsverletzung aus. Stürmer Miroslav Klose von Lazio Rom, der mit Rückenproblemen angereist war, ist wieder fit und wird für Lahm die deutsche Mannschaft als Kapitän aufs Feld führen.

Trotz der weiteren Ausfälle verzichtet der Bundestrainer auf Nachnominierungen, so dass der WM-Dritte mit 18 Feldspielern  und zwei Torhütern in die Partie gegen den Weltmeister von 1998 geht. Aber das Spiel habe sowieso nicht die allerhöchste Stufe der Wichtigkeit, sagte der Bundestrainer. "Die Entwicklung der Mannschaft über die letzten Jahre, vor allem seit 2010, macht mich gelassen. Wenn man zehn Siege in der EM-Quali hat und zudem einige sehr gute Testspielergebnisse vorweisen kann, hängt unsere Zukunft nicht von einem Testspielergebnis ab", betonte Löw.

Experimente gegen Franzosen

Löw will gegen Frankreich dort anknüpfen, wo das Team im November bei der 3:0-Gala in Hamburg gegen den EM-Vorrundengegner Niederlande aufgehört hatte. "Wir wollen uns die Leichtigkeit erhalten. Daran soll unser Spiel zu erkennen sein", sagte der DFB-Chefcoach. Zugleich kündigte er einige Experimente an: "Das Spiel kann man nutzen, um noch einmal ein paar Dinge zu machen auf der einen oder anderen Position."

Hinten: Manuel Neuer, Holger Badstuber, Toni Kroos, Dennis Aogo, Per Mertesacker, Sami Khedira, Miroslav Klose, Jerome Boateng / vorne: Lukas Podolski, Thomas Müller, Mesut Özil (Foto: DeFodi.de)

So könnte die EM-Elf aussehen: Die erfolgreiche DFB-Auswahl vor dem 3:0 gegen die Niederlande in Hamburg

Für Neulinge hat der Bundestrainer keinen Platz. Er vertraut viel mehr auf bewährte Kräfte. So sind selbst die formschwachen Cacau (Stuttgart), Simon Rolfes (Leverkusen) oder Christian Träsch (Wolfsburg) im Kader für Bremen. "Es gab keine Veranlassung, irgendwelche großen Veränderungen vorzunehmen", sagte Löw. Gegen Frankreich soll vor allem an Automatismen gearbeitet werden. Sicher ist, dass Lokalmatador Tim Wiese in "seinem" Stadion über 90 Minuten das Tor hüten wird. Stammkeeper Manuel Neuer (Bayern) nimmt auf der Reservebank Platz.

Ribery soll es richten

Frankreichs Nationaltrainer Laurent Blanc schwärmt in höchsten Tönen von der deutschen Elf. "Die EM wird eine große Bewährungsprobe für uns. Umso besser ist es, dass wir vorher noch einmal gegen das beste Team der Welt spielen. Wir haben zwar längst nicht das Niveau der deutschen Mannschaft, aber der Test am Mittwoch wird uns ihnen wieder ein Stück näher bringen", sagte Blanc, der im offensiven Mittelfeld insbesondere auf Franck Ribery setzt. Der Bayern-Star ist bei den Franzosen der einzige in der Bundesliga aktive Spieler. Trainer Blanc vertraut insgesamt auf Akteure aus 17 Vereinen aus fünf europäischen Ligen. Verzichten muss er auf den verletzten Karim Benzema von Real Madrid. Der zweimalige Europameister Frankreich (1984, 2000) trifft bei der EM in der Vorrunde auf Co-Gastgeber Ukraine, Schweden und England. Ein Duell mit Deutschland ist frühestens im Halbfinale möglich.

Franck Ribery (Foto: AP)

Ribery soll "Les Bleus" antreiben

Die Länderspielbilanz der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich ist negativ. In 23 Begegnungen gab es für Deutschland acht Siege und zehn Niederlagen. Fünf Spiele endeten remis. Im letzten Vergleich am 12. November 2005 im Pariser Prinzenpark trennten sich die beiden Teams 0:0. Unvergessen ist das Duell dieser beiden Fußball-Nationen im Halbfinale der WM 1982 in Spanien. Im "Thriller von Sevilla" lag Frankreich in der Verlängerung bereits mit 3:1 in Front, ehe Karl-Heinz Rummenigge und Klaus Fischer innerhalb weniger Minuten für Deutschland ausglichen. Im Elfmeterschießen behielt die DFB-Auswahl dann mit 5:4 die Oberhand.

Nur noch zwei Testspiele

Die Nationalmannschaft wird am 11. Mai mit dem Regenerations-Trainingslager auf Sardinien mit der unmittelbaren EM-Vorbereitung beginnen, anschließend wird bis 31. Mai in Südfrankreich der Feinschliff vorgenommen. Auf dem Programm stehen auch noch zwei Testspiele am 26. Mai in Basel gegen die Schweiz und am 1. Juni in Leipzig gegen Israel. Der Ernstfall beginnt am 9. Juni in Lwiw (Ukraine). Dort ist Portugal mit Topstar Cristiano Ronaldo von Real Madrid der erste Gruppengegner. Erzrivale Holland (13. Juni in Charkow) und Außenseiter Dänemark (17. Juni in Lwiw) sind die weiteren Gegner.

Trotz der starken EM-Endrundengruppe geht der dreimalige Welt- und Europameister neben Titelverteidiger und WM-Champion Spanien als einer der Topfavoriten in das Turnier. Ziel ist der erste Titel einer deutschen Mannschaft seit 1996. "Wir wollen den Pokal wieder nach Deutschland holen", unterstrich Teammanager Oliver Bierhoff.  Am 30. Juni 1996 machte Bierhoff Deutschland im Londoner Wembleystadion mit seinem umjubelten "Golden Goal" zum 2:1 im Endspiel gegen Tschechien letztmals zum Europameister.

Autor: Arnulf Boettcher
Redaktion: Stefan Nestler

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