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Fußball

DFB-Team machte 2011 große Laune

Die deutsche Nationalmannschaft kann auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. In 13 Spielen gab es für die DFB-Auswahl neun Siege und nur eine Niederlage. Nicht nur die Qualifikation für die EM 2012 verlief glänzend.

Mit Zauberfußball hat die deutsche Nationalmannschaft ihre Saison 2011 gekrönt und Vize-Weltmeister Niederlande am 15. November in Hamburg mit einem beeindruckenden 3:0 geschlagen. Damit spielte sich die DFB-Auswahl noch mehr in die Favoritenrolle für die EURO 2012 in Polen und der Ukraine. "Das bringt natürlich schon Freude und Befriedigung, wenn man sich mit den Besten messen kann und merkt, dass man spielerisch Akzente setzen kann. Das gibt Selbstvertrauen und ist eine Bestätigung, dass man auf einem guten Weg ist", sagte Bundestrainer Joachim Löw, der nicht nur mit dem Spiel gegen den Vize-Weltmeister, sondern mit dem ganzen Jahr sehr zufrieden war. "Unsere Entwicklung ist sehr gut. Wir haben Konstanz gezeigt."

Qualifikationsrekord für EM 2012

Mesut Özil freut sich, im Hintergrund die Deutschlandfahne (Foto: dapd)

Erfolgsgarant Mesut Özil

Einen historischen Erfolg feierte die Nationalmannschaft am 11. Oktober in Düsseldorf zum Abschluss der EM-Qualifikation. "Zehn Spiele in der Qualifikation, zehn Siege - was will man mehr", fragte sich Bundestrainer Löw nach dem 3:1 im letzten Gruppenspiel gegen Belgien und dem damit verbundenen DFB-Qualifikationsrekord. Nationalspieler André Schürrle brachte das Erfolgsgeheimnis auf den Punkt: "Wir haben so viel Qualität in der Mannschaft. Wir können aus Nichts Tore machen."

Die DFB-Auswahl hatte die EM-Qualifikation bereits im September in Gelsenkirchen mit dem überragenden 6:2 gegen Österreich vorzeitig klar gemacht. Der Höhepunkt im Fußball-Jahr war aber bereits im August das 3:2 im Testspiel von Stuttgart gegen Brasilien. Es war der erste Sieg gegen den fünffachen Weltmeister seit 18 Jahren. "Deutschland hat das Spiel im Griff gehabt, super kombiniert, schnell und direkt gespielt, wie man das vom FC Barcelona kennt", schwärmte Giovane Elber, brasilianischer Ex-Profi von Bayern München. "Ich glaube, wer 2014 Weltmeister werden will, muss Deutschland schlagen."

Gelungene Mischung

Das Nationalteam kann auf eine gelungene Mischung aus routinierten und jungen Spielern bauen. Während Philipp Lahm, Lukas Podolski, Bastian Schweinsteiger und Mario Gomez bereits zu den Erfahrenen gehörten, sorgten Jungstars wie Mesut Özil, Thomas Müller oder Mario Götze für neuen Glanz. Der erst 19 Jahre alte Götze von Meister Borussia Dortmund stand gegen Brasilien zum ersten Mal in der Startelf. Bundestrainer Löw fand anschließend nur lobende Worte. "Er ist von seiner Spielweise, von seiner Orientierungsfähigkeit und Technik bereits sehr, sehr weit."

Die deutsche Elf vor dem Freundschaftsspiel am 10.08.2011 gegen Brasilien in Stuttgart (Foto: picture alliance)

Die Erfolgself gegen Brasilien - wenn auch ohne Özil - könnte man sich durchaus für die EM vorstellen

Der 51-jährige Löw, der seinen Vertrag mit dem DFB im Frühjahr vorzeitig bis 2014 verlängerte, sortierte Altstars wie Michael Ballack aus seinem Kader aus. Eine Stammplatzgarantie gab Löw aber auch den vermeintlich gesetzten Spielern nicht. "Wir haben einen Kader von 20, 25 sehr guten Spielern. Wir können uns von elf Stammspielern verabschieden", betonte Löw. "Die Zeit ist eben vorbei, wenn man irgendetwas gewinnen will." Und so sieht auch Thomas Müller, Torschützenkönig bei der WM 2010, für alle Mannschafts-Positionen Alternativen. "Wir müssen uns keine Sorgen machen, wenn mal einer ausfällt. Wir wissen, dass jeder, der reinkommt, alles gibt und auch die Fähigkeiten hat, zu helfen. Die Spielfreude ist da und es macht einfach Spaß."

Rotation und Bayern-Block

Bundestrainer Joachim Löw (Foto: dpa)

Hat gut lachen: Joachim Löw

Löw setzte vor allem auf Rotation und einen starken Block des deutschen Rekordmeisters Bayern München, der in der Bundesliga souverän die Tabelle anführt. "Ich denke, dass beide Seiten davon profitieren. Wenn die Spieler bei Bayern gut spielen, gewinnen, selbstbewusst sind und auch bei der Nationalmannschaft dieses Selbstbewusstsein wieder zurück in den Verein bringen." Nicht zu leugnen sind aber auch Abwehrprobleme wie beim 3:3 im November gegen EM-Gastgeber Ukraine. Bundestrainer Löw bremste daher auch die Erwartungen. "Es ist richtig, wenn man vor allzu großer Euphorie ein Stück weit warnt. Wir sind im Moment wirklich richtig gut, aber entscheidend bei einem Turnier sind nicht die Spiele jetzt, sondern die Form zum jeweiligen Zeitpunkt." Und da mangelte es dem Nationalteam in den letzten beiden großen Turnieren gegen Welt- und Europameister Spanien an der nötigen Schlagkraft.

Trotz der spanischen Ausnahmestellung fächert Löw den Favoritenreis für die EURO 2012 eher breit. "Man spricht im Moment immer von einem Zweikampf Deutschland - Spanien. Das ist aber völlig falsch, weil einige andere Mannschaften auch in der Lage sind, Europameister zu werden." Ausnahmetalent Mesut Özil hingegen gibt sich in der Titelfrage nach 15 Jahren ohne großen Turniersieg eindeutiger. Der Mittelfeldstratege sieht eine "junge und erfolgshungrige deutsche Mannschaft. Ich glaube an die Mannschaft und daran, dass wir den Titel holen. Es wird auch Zeit, denke ich mal."

Autor: Arnulf Boettcher
Redaktion: Wolfgang van Kann