DFB setzt Spiele gegen Chinas U20 aus | Fußball | DW | 24.11.2017
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DFB-Kooperation mit China

DFB setzt Spiele gegen Chinas U20 aus

Kaum ist die Kooperation des DFB mit China gestartet, erleidet sie auch schon Schiffbruch. Wegen Bedenken angesichts geplanter Pro-Tibet-Proteste sagt der Verband drei Testspiele der U20 Chinas gegen Regionalligisten ab.

Nach nur einem Auftritt ist die Testspielserie der chinesischen U20-Mannschaft vorläufig beendet. Die Freundschaftsspiele in der Regionalliga Südwest werden nach den Differenzen bei der Premiere am vergangenen Wochenende bis zur Winterpause ausgesetzt. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Freitag mit. Am Samstag hätten Chinas Nachwuchsspieler eigentlich beim FSV Frankfurt zum nächsten Testspiel antreten sollen. 

Zum Auftakt der Serie beim TSV Schott Mainz am 18. November hatte eine Gruppe von sechs Zuschauern die Flagge Tibets gezeigt. Die Chinesen waren daraufhin vom Platz gegangen und hatten sich geweigert, die Begegnung fortzusetzen. Erst als nach einer halben Stunde die Fahnen eingerollt waren, konnte es weitergehen.

"Zum Bedauern aller beteiligten Parteien hat das Projekt nicht die erwartete breite Zustimmung erhalten", teilte der DFB mit. "Tatsächlich wurde das Projekt von einigen wenigen Zuschauern genutzt, um Botschaften zu setzen, die von der chinesischen Mannschaft, den Offiziellen, dem Betreuerstab des Chinesischen Fußball-Verbandes (CFA) und auch den chinesischen Zuschauern als verletzend empfunden wurden."

DFB-Vize Zimmermann: "Lösung finden" 

Die bis zur Winterpause geplanten Spiele gegen Frankfurt, Hoffenheim II und Wormatia Worms werden daher abgesagt - sie sollen aber auf das Jahr 2018 verschoben werden. "Wir bedauern aufrichtig, die Serie verschieben zu müssen, insbesondere wenn man bedenkt, was diese Spiele für die sportliche Entwicklung der chinesischen U20 und auch die mögliche Entwicklung der Regionalliga Südwest bedeutet hätten", sagte DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann: "Dennoch erachten wir die Verschiebung für zwingend, denn so schaffen wir ausreichend Zeit, um die neu entstandene Situation in aller Ruhe und Offenheit zu besprechen und im Sinne des Sports eine vernünftige Lösung zu finden. Wir sind zuversichtlich, dass wir die hervorragende Beziehung zwischen CFA und DFB weiterentwickeln werden."

Die Kooperation war bereits zuvor von zahlreichen Fangruppen stark kritisiert worden. Drei der 19 Regionalligisten hatten ein Freundschaftsspiel gegen die chinesische U20 abgelehnt.

asz/sn (sid, DFB)

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