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DFB-Bundestag

DFB-Präsident Grindel im Amt bestätigt

Reinhard Grindel bleibt Präsident des Deutschen Fußball-Bundes. Die Wahl des 55-Jährigen durch die Delegierten des DFB-Bundestages in Erfurt erfolgt einstimmig. Mit dem alten Präsidium bleibt eine Rechnung offen.

Reinhard Grindel bleibt Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Der 55-Jährige wurde am Freitag in Erfurt von den Delegierten des DFB-Bundestages einstimmig bis 2019 im Amt bestätigt. Grindel führt den Verband seit April dieses Jahres, als er die Nachfolge des im Zuge des WM-Skandals zurückgetretenen Wolfgang Niersbach übernommen hatte. Grindel kündigte an, dass er den Verband weiter modernisieren wolle. "Es ist ein großer Rückenwind für die kommenden Aufgaben", sagte Grindel. "Es ist schön, nun ein richtiger Präsident zu sein und nicht mehr nur auf Bewährung."

Kinkel sitzt Ethikkommission vor

Zuvor hatten die 258 Delegierten der Einführung einer DFB-Ethikkommission zugestimmt. Vorsitzender soll der frühere Außenminister Klaus Kinkel werden. Der FDP-Politiker soll eine unabhängige, fünfköpfige Kommission leiten, die auf eigene Faust ermitteln soll - in Fällen "illegaler oder unethischer Verhaltensweisen".

Das neue Gremium "wird uns helfen, weitere Konsequenzen aus den Vorfällen rund um die WM 2006 zu ziehen", sagte Grindel: "Wir werden in ethischen Fragen von herausragenden Fachleuten beraten." Kinkel bringe "alle Qualifikationen für diese wichtigen Aufgaben mit". Die Ethik-Urteile werden aber weiterhin von den Verbandsgerichten und ihren Ethik-Beisitzern gefällt.

Keine Entlastung für altes Präsidium

Wolfgang Niersbach DFB-Präsident (picture-alliance/dpa/A. Gebert)

Wolfgang Niersbach wurde nicht entlastet

Außerdem votierten die Delegierten dagegen, das frühere DFB-Präsidium um Ex-Präsident Niersbach komplett zu entlasten. Für Niersbach und Ex-Generalsekretär Helmut Sandrock wurde die Entscheidung "zurückgestellt". Grund dafür sind die noch laufenden Ermittlungsverfahren in Deutschland und der Schweiz in der Affäre um die Heim-WM 2006, durch die sich mögliche Forderungen des DFB an die frühere Führungsriege ergeben könnten.

Entlastet wurden nur die Präsidiumsmitglieder, die sich weiterhin im Amt befinden. Im Zuge des Skandals waren Niersbach und Sandrock zurückgetreten. 

Hängepartie DFB-Akademie

Grindel sprach in seiner Rede immer wieder über den Amateurfußball: "Noch nie ist der Amateurfußball so gefördert worden wie durch das aktuelle Präsidium", sagte Grindel: "Die Einheit des Fußballs macht uns stark - und dabei soll es bleiben." Im Anschluss wurde der bereits unterzeichnete Grundlagenvertrag mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) abgesegnet, der dem DFB bis 2023 25 Millionen Euro von der DFL garantiert. 

Computersimulation DFB-Akademie (picture-alliance/dpa/kadawittfeldarchitektur)

Grindels "Leuchtturmprojekt": die neue DFB-Zentrale

Darüber hinaus stellte Grindel die Bedeutung der sogenannten "Leuchtturmprojekte" DFB-Akademie und EURO 2024 in Deutschland heraus. Allerdings wird die neue DFB-Zentrale in Frankfurt am Main viel mehr Geld kosten als geplant. Statt 109 Millionen werden die Kosten mindestens bei 125 Millionen Euro liegen, weshalb im kommenden Jahr ein Außerordentlicher Bundestag einberufen werden muss. Grindel und Co. wollen sich dort den Segen der DFB-Basis für die Kostenexplosion holen. Die Rücklagen des Verbandes betragen aktuell 124 Millionen Euro, für die Jahre 2018 und 2019 werden aber weitere deutliche Überschüsse erwartet.

asz/sn (dpa, sid)

 

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