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Fußball

DFB-Knigge für Nationalspieler: Höflich, bis der Arzt kommt

Der Streit zwischen Kapitän Michael Ballack und Nationaltrainer Joachim Löw hat es gezeigt: Die Manieren müssen dringend geregelt werden.

Trainingsszene: Es sieht aus, als träte NationalmannschaftskapitänMichael Ballack Bundestrainer Joachim Löw in den Allerwertesten. Quelle: dpa

Nicht einfach in den Allerwertesten treten!

Sollte ein Nationalspieler darüber verstimmt sein, dass der Bundestrainer ihn nicht berücksichtigt, hat der Spieler diesen Ärger zunächst für die Dauer von drei Länderspielen zu schlucken. Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt stellt Medikamente zur Verfügung, die verhindern, dass sich Magengeschwüre bilden.

Um möglichen Intrigen vorzubeugen, sind in dieser Zeit Skat- oder Pokerrunden mit anderen Ersatzspielern untersagt. Auch Pressekontakte haben zu unterbleiben. Ausgenommen sind Sponsorentermine, bei denen der Spieler stets zu lächeln hat. Auch hierfür hält der Mannschaftsarzt entsprechende Präparate bereit.

Latrine putzen

Bundestrainer Joachim Löw zieht die Mundwinkel nach unten. Quelle: ap

Immer diese Mimosen

Vor Trainingsbeginn muss der Spieler - als Geste des guten Willens - dem Bundestrainer die Tasche aus der Kabine auf den Platz tragen. Selbstverständlich sind während der Übungseinheit Fouls gegen die Konkurrenten um den Stammplatz untersagt. Bei Zuwiderhandlung muss der Spieler als Strafe die Kabinentoilette putzen, im Wiederholungsfall auch das WC im Mannschaftsbus.

Sollte sich der Nationalspieler nach drei verpassten Länderspielen immer noch grämen, hat er sich zunächst an DFB-Pressesprecher Harald Stenger zu wenden. Entscheidet dieser auf Dringlichkeit, darf der Spieler einen Brief in den Kummerkasten werfen, der vorne im Mannschaftsbus angebracht ist und ein Mal im Monat geleert wird.

In Demut verneigen

Fussball Kevin Kuranyi bei der Pressekonferenz am 13.10.2008, in der er seine Flucht von der Nationalelf erklärt. Quelle: ap

Danke für die schöne Zeit

Der Bundestrainer alleine bestimmt Ort und Zeitpunkt eines möglichen Vier-Augen-Gesprächs. Dabei hat der Spieler den Oberkörper leicht in Demut geneigt zu halten und mit gleichbleibender Lautstärke sein Anliegen vorzutragen. Auch wenn der Bundestrainer bei seiner Meinung bleibt, schüttelt der Spieler ihm anschließend die Hand und lächelt freundlich.

Entschließt sich der Spieler nun zum Rücktritt aus der Nationalmannschaft, unterschreibt er eine vom DFB vorformulierte Erklärung, in der er sich für die gedeihliche Zusammenarbeit und eine unvergessliche Zeit bedankt. Er verzichtet ohne Bedingungen auf weitere Erklärungen und Interviews. Dr. Müller-Wohlfahrt gibt im Bedarfsfall Anti-Depressiva aus.

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