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Fußball-EM

DFB-Frauen optimistisch für Viertelfinale gegen Dänemark

Vier Tore in drei Partien, kein einziges aus dem Spiel heraus. Trotz der bisher dürftigen Offensivbilanz bei dieser Europameisterschaft ist der achtfache Turniersieger klarer Favorit gegen die Skandinavier.

Ein Ortswechsel ist manchmal ganz hilfreich. Vielleicht auch für die deutschen Frauen-Fußballnationalspielerinnen. Nach der EM-Gruppenphase wohnen sie nicht mehr in Sint-Michielsgestel, sondern in Rotterdam, wo am Samstag das Viertelfinale zwischen Deutschland und Dänemark ausgetragen wird (ab 20.30 Uhr MESZ im DW-Livestream). Bisher gelang dem achtfachen Europameister und Turnier-Favoriten in drei Vorrundenspielen kein einziges Tor aus dem Spiel heraus: Drei Strafstöße und ein Tor nach einem Freistoß mit anschließendem gravierenden Torwartfehler - das ist die bisherige Tor-Bilanz.

"Vielleicht ist die neue Lage ganz gut, es ist ein neuer Input. Ich hoffe, dass uns das hilft, unseren Tor-Bann zu besiegen", meinte Torhüterin Almuth Schult. Mehr Druck als sonst verspüre die Spielerin vom VfL Wolfsburg aber nicht: "Schon das Russland-Spiel war ein K.o.-Spiel für uns", so Schult. "Wir wollen diesen Titel gewinnen, deswegen müssen wir auch das Spiel gewinnen." Bundestrainerin Steffi Jones sieht die mangelnden Chancenverwertung relativ gelassen: "Sie müssen einfach an sich glauben und dass ist die Botschaft, die ich ihnen gebe: Dass sie es einfach weiterhin versuchen müssen und dann wird die Kugel auch irgendwann reingehen."

Prominenteste dänische Spielerin: Harder

Gegner Dänemark wird - anders als die vergangenen zwei Gegner Russland und Italien - offensiver ausgerichtet sein. "Wir müssen noch bessere Lösungen finden. Aggressivität und Geschwindigkeit sind gefragt", meint Jones." Die Däninnen harmonieren gut, ihr Spiel sieht sehr abgestimmt aus." Die prominenteste dänische Spielerin kennen die DFB-Frauen ganz gut. Sie steht beim Deutschen Meister und Pokalsieger Wolfsburg unter Vertrag: Offensivspielerin Pernille Harder.

Norway vs Denmark - UEFA Women's Euro 2017: Group A - Pernille Harder (Getty Images/M. Hitji)

Schnell und torgefährlich: Die Dänin Pernille Harder vom VfL Wolfsburg kennt die deutschen Spielerinnen gut

"Es gibt eigentlich nichts, was sie nicht kann, sie ist immer torgefährlich", berichtet Mitspielerin Schult über die dänische Kapitänin. "Ich weiß, dass ich besonders aufpassen muss." Die 24-jährige Harder erzielte im Nationaltrikot bisher in 89 Einätzen 46 Tore, das DFB-Pokalfinale entschied sie mit einem Doppelpack fast alleine. Allerdings: auch Harder hat bei der Europameisterschaft noch kein Tor erzielt.

Marozsan spielt bisher unter den (eigenen) Erwartungen

Auch dessen Offensivkollegin Nadia Nadim war noch nicht erfolgreich. Nadim spielt in der US-Liga NWSL bei den Portland Thorns, bei denen Ex-DFB-Torfrau Nadine Angerer als Torwarttrainerin arbeitet. "Sie hat mich gewarnt, dass Nadia sehr schnell und technisch versiert ist", berichtet Angerers Nachfolgerin Schult. Dennoch gehen die DFB-Frauen als klarer Favorit in die Partie und haben einen der vermeintlich einfacheren Viertelfinalgegner erwischt. So müssen die beiden Turnier-Mitfavoriten Frankreich und England gegeneinander antreten.

Wichtig für das Spiel der deutschen Fußballerinnen wird auch die Leistung von Spielführerin Dzsenifer Marozsan sein. "Der hohe Anspruch, den sie an sich selbst hat, führt zu Fehlpässen, weil sie etwas Besonderes machen möchte", erklärte Jones die bisher mäßige Leistung der deutschen Fußballerin des Jahres. Die bislang letzte Niederlage der DFB-Frauen in einer K.o.-Partie bei einer EM ist schon lange her: Vor 24 Jahren war das, 1993. Der Gegner damals: Dänemark.

sw (mit dpa, sid)