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Frauenfußball

DFB-Frauen im Viertelfinale

Zweiter Sieg im dritten Spiel: Die Mannschaft von Bundestrainerin Steffi Jones erreicht bei der EM als Gruppenerster die Runde der besten Acht. Die Deutschen hadern jedoch weiter mit einer großen Schwäche.

"Wenn man Europameister wird, interessiert es nachher keinen, wie die Vorrunde war", so die Ex-Nationalspielerin Ariane Hingst vor dem letzten Gruppenspiel der DFB-Frauen gegen Russland. Sie spielte damit auf die mangelnde Chancenverwertung der deutschen Spielerinnen an. Nach einem torlosem Unentschieden gegen Schweden und einem 2:1-Erfolg gegen Italien - dank Torwartpatzer und Elfmeter - hieß das Ziel gegen Russland nicht nur mindestens Unentschieden für das Weiterkommen, sondern vor allem Feldtore für das Selbstbewusstsein zu schießen. Das gelang dem siebenmaligen Europameisterinnen beim 2:0 (1:0)-Erfolg allerdings nicht - beide Tore wurden vom Elfmeterpunkt erzielt. Bundestrainer Steffi Jones meinte nach der Partie gegenüber dem Fernsehsender ZDF: "Du stehst an der Seitenlinie und denkst: Boah - mach das Ding doch rein. Aber egal, wir sind im Viertelfinale."

Gleich in der zweiten Spielminute zappelte der Ball bereits im Tornetz der Russen. Aber die zukünftige FC Bayern München-Spielerin Mandy Islacker hatte beim Anspiel von Anja Mittag im Abseits gestanden. Ein Foulelfmeter verhalf dem DFB-Team dann zur Führung: Islacker war im Strafraum festgehalten worden. Ein Fall für Babett Peter, die bereits gegen Italien vom Punkt getroffen hatte. Und erneut war die Abwehrspielerin vom VfL Wolfsburg aus elf Metern erfolgreich (10. Minute).

UEFA Fußball Frauen Euro 2017 Russland - Deutschland (Imago/H. Becker)

Zweites Elfmetertor bei der Europameisterschaft: Abwehrspielerin Babett Peter vom VfL Wolfsburg

Marozsan mit Luft nach oben

Die Mannschaft von Jones bestimmte von Beginn an das Spiel, aber wie auch schon in den beiden Partien war die deutsche Mannschaft im Strafraum zu harmlos. Bei Jones Debüt als Bundestrainerin vor zehn Monaten hieß der Gegner ebenfalls Russland, damals gewannen die DFB-Frauen 4:0. Heute war das Team von diesem Ergebnis weit entfernt.

Spielführerin Dzsenifer Marozsan, die erst vor wenigen Tagen zu Deutschlands Fußballerin des Jahres gewählt war, läuft ihrer Form bei der Europameisterschaft weiterhin hinterher. Zudem parierte die russische Torfrau Tatyana Scherbak - eigentlich ein Schwachpunkt im Team - einige Mal sehr gut:  wie beispielswiese den Kopfball von Peter in der 30. Minute, den Scherbak an die Latte lenkte.

Zahlreiche Chancen - keine Feldtore

Meistens scheiterten die deutschen Spielerinnen jedoch an sich selbst. Die nach längerer Pause wieder eingesetzte Lena Goeßling spielte einen tollen Pass in die Schnittstelle. Aber Sara Däbritz vergab freistehend vor dem Tor (40.).  Kurz vor der Pause verhinderte allerdings eine Schiedsrichter-Fehlentscheidung das zweite Tor der Deutschen: Diesmal soll Anja Mittag im Abseits gestanden haben (45.).

Nach der Pause der nächste Elfmeter für die Jones-Elf: Und wieder war Festhalten der Grund.  Diesmal aber trat Marozsan an. Die Spielerin von Olympique Lyon verwandelt sicher (55.) - das erste Turniertor für die Deutsche. Nach der 2:0-Führung erspielte sich das deutsche Team zwar wesentlich mehr Torchancen, aber ein Feldtor gab es trotzdem nicht. So traf Sarah Doorsoun in der 59. Minute nach einem Schlenzer von der Strafraumgrenze nur die Latte. Danach vergaben auch Mittag und die eingewechselte Hasret Kayikci gute Chancen.

Nächster Gegner: Dänemark

"Die Spielerinnen kriegen heute ein dickes Lob, weil sie alles gegeben haben", erklärte Jones. Nach nun zwei Siegen und einem Unentschieden steht Deutschland als Erster der Gruppe B im Viertelfinale. Denn Schweden unterlag überraschend gegen Italien mit 2:3. Am Samstag (ab 20:30 Uhr MESZ im DW-Liveticker) trifft Deutschland auf Dänemark. Und die Bundestrainerin prophezeit: "Wir machen noch die Tore. Der Knoten wird platzen."

Noch nicht genug vom Spiel? Dann lesen Sie doch noch mal alle Szenen in unserem Liveticker nach.

 

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