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Fußball

DFB-Elf ohne Angst vor Italien

Die DFB-Elf lässt der Slowakei keine Chance und zieht verdient ins Viertelfinale der EM ein. Dort wartet mit Italien ein schwerer Gegner, doch der Weltmeister ist gerüstet und erhöht die Titelchancen.

Freundlich grüßte Reinhard Grindel die anwesenden Journalisten. Der DFB-Präsident schaute am Vormittag kurz bei der Trainingseinheit der Nationalmannschaft in Evian-les-Bains vorbei. Mehr als die Ersatzspieler um Kapitän Bastian Schweinsteiger bekam der 54-Jährige aber nicht zu sehen. Die siegreiche Elf vom

Spiel gegen die Slowakei

blieb im Hotel, entspannte sich am Pool und genoss die Sonnenstrahlen. Genauso wie bei den Daheimgebliebenen war die Stimmung auch auf dem Trainingsplatz hervorragend, mitunter ausgelassen. Verständlich, denn die Mannschaft lieferte beim Achtelfinal-Duell eine starke Leistung ab und zog hochverdient ins Viertelfinale der EM ein.

Besonders gute Laune hatte

Julian Draxler,

der ein Tor fein vorlegte und dann sogar selbst einnetzen durfte. "Ein sehr schöner Tag für mich und die Mannschaft", sagte der Torschütze. Er habe im Training Vollgas gegeben, um zu zeigen, dass er da sei. "Ich hoffe, dass ich im nächsten Spiel wieder ran darf", sagte Draxler. Allerdings deutete Bundestrainer Joachim Löw schon an, seine Formation für das Viertelfinale dem Gegner anzupassen. "Diese 'eine' Mannschaft gibt es nicht. Ich weiß nicht, wer im nächsten Duell spielt. In den kommenden Spielen müssen wir gucken - dann kommt ein anderes Kaliber", sagte Löw. An Draxler dürfte der Bundestrainer aber nicht vorbeikommen. Der Wolfsburger machte immer wieder durch gute Offensivaktionen auf sich aufmerksam und spielte die gegnerische Abwehr teilweise schwindelig. Lediglich bei der Arbeit gegen den Ball hat der 22-Jährige noch Luft nach oben.

"Durften uns keinen Fehler erlauben"

Julian Draxler jubelt über seinen Treffer zum 3:0-Endstand im EM-Achtelfinale gegen die Slowakei (Foto: picture-alliance/Gladys Chai von der Laage)

Draxler feiert seinen Treffer zum 3:0-Endstand im EM-Achtelfinale gegen die Slowakei - und wird anschließend gefeiert

Insgesamt zeigte sich die DFB-Elf im Vergleich zu den ersten drei Partien stark verbessert. Der Weltmeister erspielte sich zahlreiche Tormöglichkeiten und nutzte diese auch endlich. Jerome Boateng, Mario Gomez und eben Draxler schossen die chancenlosen Slowaken aus dem Turnier. Besonders Gomez war eine echte Verstärkung für das Spiel der Deutschen - fast immer anspielbar, treffsicher und defensivstark. "Es war wichtig, mit einem 2:0 in die Pause zu gehen. Ich bin froh, dass wir das so zustande gebracht haben. Gegen die Mannschaften, gegen die wir gespielt haben, durften wir uns keine Fehler erlauben", analysierte Torwart Manuel Neuer.

Boateng ergänzte: "Wir sind gut drauf und nach dem Spiel müssen wir selbstbewusst sein." Der Abwehrspieler spielte auch gegen die Slowakei stark und erzielte sein erstes Tor für die Nationalmannschaft. In der Defensive bildet Boateng zusammen mit Mats Hummels die derzeit wohl stärkste Innenverteidigung des Turniers in Frankreich. Lediglich die beiden Außenverteidiger Jonas Hector und Joshua Kimmich könnten vom kommenden Gegner als kleine Schwachstellen ausgemacht werden. Zwar spielten beide bisher solide, doch gegen einen ernstzunehmenden Gegner müssen sie sich erst noch beweisen.

Höwedes für Kimmich?

Benedikt Höwedes beim DFB-Training in Evian (Foto: picture alliance/GES/M. Guengör)

Höwedes hängt sich im DFB-Training in Evian rein

Eine Chance dazu bietet das Spiel um den Einzug ins Halbfinale am kommenden Samstag (21 Uhr MESZ, ab 20:45 Uhr im DW-Livticker). Gegen die Italiener wird Löw wohl wieder auf eine defensivere Ausrichtung setzen als in den bisherigen EM-Spielen. Möglicherweise rutscht auch Benedikt Höwedes wieder in die Viererkette - Kimmich würde dann auf der Ersatzbank Platz nehmen müssen. "Es ist gut, dass die Null steht. Die Offensive gewinnt ein Spiel, aber die Defensive gewinnt ein Turnier", sagte Benedikt Höwedes zu Sport1. Den Spielern sei egal, wie der kommende Gegner heißt, beides werde sehr schwierig, sagte Draxler.

"Einen Angstgegner gibt es nicht"

Dass der Offensivallrounder Recht hat, belegt die Historie: Einen Turnier-Sieg gegen Italien gab es noch nie. "Einen Angstgegner gibt es nicht", entgegnete Neuer gegenüber Sport1. Denn mit dem Selbstbewusstsein eines Weltmeisters und einem starken Teamgeist ist die Mannschaft von Joachim Löw derzeit in der Lage, jeden Gegner zu schlagen. Das Duell bewertete Löw als das der "beiden bislang besten Mannschaften" der EM. Vom

2:0 (1:0) der Italiener im Achtelfinale gegen den Titelverteidiger Spanien

zeigte sich der 56-Jährige beeindruckt. "Es ist schon imponierend, wie Italien spielt", sagte er dfb.tv., wohlwissend, dass auch sein Team spätestens seit dem Sieg gegen die Slowakei zu den Titelanwärtern zählt. "Ich glaube, Deutschland hat bei Turnieren immer gegen Italien verloren. Jetzt haben wir die Chance, das mal umzudrehen. Ich freue mich drauf."

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