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Sport-News

DFB-Elf gewinnt WM-Generalprobe

Gut für das Selbstvertrauen: Die deutschen Fußballerinnen setzen sich im letzten Testspiel vor der WM in Kanada gegen die Schweiz durch. Die Umstellung von Natur- auf Kunstrasen fällt noch schwer.

Die Auswahl von Bundestrainerin Silvia Neid gewann in der Schweiz dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte 3:1 (0:1) und feierte elf Tage vor dem WM-Auftaktspiel gegen die Elfenbeinküste eine erfolgreiche Generalprobe für die Endrunde in Nordamerika (6. Juni bis 5. Juli).

Simone Laudehr (59.) und ein Doppelpack von Super-Joker Dzsenifer Marozsan (64./75.) sorgten nach dem Blitz-Rückstand durch Ana-Maria Crnogorcevic (2.) in Baden für den Sieg im wichtigen Testlauf auf dem Kunstrasen-Belag, auf dem auch bei der WM gespielt wird. Die 23 Spielerinnen haben nun bis zum Abflug am Sonntagmittag von Frankfurt nach Ottawa noch einmal Zeit zum Durchschnaufen, ehe sie es in der WM-Gruppe B außerdem mit Norwegen (11. Juni) und Thailand (15. Juni) zu tun bekommen.

"Bei der WM wird das bestraft"

"Es ist gut, mit einem Sieg im Rücken nach Kanada zu fliegen", sagte Torhüterin Nadine Angerer, die allerdings mit der schwachen Leistung im ersten Durchgang haderte: "In der ersten Halbzeit waren wir sehr ängstlich. Das war nicht die deutsche Mannschaft, die wir kennen. So eine Halbzeit dürfen wir uns nicht erlauben, bei der WM wird das bestraft", sagte Angerer. Auch Neid wurmte der Auftritt in den ersten 45 Minuten: "Die Schweizerinnen haben mit uns gemacht, was sie wollten."

Vor 4200 Zuschauern im beschaulichen Esp-Stadion wurde die deutsche Mannschaft nach einer kurz ausgeführten Ecke gleich kalt erwischt, als die Frankfurterin Crnogorcevic nach Zuspiel von Martina Moser die völlig unaufmerksame Deckung am langen Pfosten aus kurzer Distanz bestrafte. Mit neun Tagen WM-Vorbereitung in Feusisberg am Südufer des Zürichsees in den Knochen wirkten dieDeutschen gegen die giftigen Gastgeberinnen zunächst ratlos und überzeugten erst nach zahlreichen Umstellungen nach der Pause.

Comeback für Bartusiak

Nur eine Chance durch Anja Mittag (8.) erspielte die DFB-Auswahl im ersten Durchgang, ansonsten hatte der Weltranglistenerste auf dem Kunstrasen große Schwierigkeiten im Spielaufbau und versuchte sein Glück immer wieder vergeblich mit Schüssen aus der Distanz. In der Innenverteidigung durfte Saskia Bartusiak dabei zehn Monate nach ihrem Kreuzbandriss von Beginn an mitwirken. Die 31-Jährige konnte in ihrem ersten Länderspiel seit 18 Monaten aber noch nicht an ihre alte Stärke anknüpfen. Die ambitionierten Schweizerinnen, die sich unter der deutschen Ex-Nationalspielerin Martina Voss-Tecklenburg erstmals für die WM qualifiziert hatten, spielten derweil mit acht Bundesliga-Legionärinnen in der Startelf mutig auf.

Nach dem Seitenwechsel wechselte die unzufriedene Bundestrainerin gleich drei Mal, was das deutsche Spiel spürbar belebte. Besonders Spielmacherin Marozsan in der Offensive und Melanie Behringer im zentralen Mittelfeld setzten Akzente. Der Ausgleich durch Laudehr, die nach einem Abpraller nach einer Ecke aus 15 Metern abzog, und die Entscheidung durch die glänzend aufgelegte Marozsan waren entsprechend verdient.

Die Umstellung auf den ungewohnten Kunstrasen in den vergangenen Trainingseinheiten hatte auch der medizinischen Abteilung des zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameisters viel Arbeit bereitet, da die Spielerinnen laut Neid "ungewöhnliche" muskuläre Probleme beklagten. Für Neid war das kein Grund zur Sorge: "Die Körper müssen sich jetzt daran gewöhnen, dann werden die Probleme in zwei Wochen nicht mehr auftauchen." Auffälligste Spielerinnen der deutschen Mannschaft waren Marozsan und Behringer, bei der Schweiz überzeugten Ramona Bachmann und Crnogorcevic.

sw (dpa/sid)

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