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Sport

DFB-Elf bricht auch Netzrekorde

Eine halbe Million Twitter-Kommentare innerhalb von sechzig Sekunden. Der deutsche Halbfinal-Triumph brachte auch die Sozialen Netzwerke zum Glühen. Promis und Fans sparten nicht mit Spott.

Der historische 7:1-Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im WM-Halbfinale über Brasilien hat auch im Internet alle Dämme brechen lassen. Der Kurznachrichtendienst Twitter verzeichnete mit insgesamt 35,6 Millionen Tweets zum Spiel einen neuen Rekordwert für ein Sportereignis. In der 29. Minute des Halbfinals, in der Deutschland durch Sami Khedira zum 5:0 traf, wurde zudem ein neuer Rekord für Tweets pro Minute aufgestellt. In diesen sechzig Sekunden sind weltweit 580.166 Tweets mit Bezug zum Spiel verfasst worden. Viele davon mit beißendem Spott für die unterlegenen Brasilianer. Besonders weit verbreitet war dabei eine Montage der ikonischen Jesusstatue Cristo Redentor über Rio de Janeiro, die statt der sonst ausgebreiteten Arme ihr Gesicht in den Händen vergraben hat.

Auch die Mannschaft selbst wurde aktiv: Nach dem Schlußpfiff ließ Poldis obligatorisches Kabinen-Foto nicht lange auf sich warten. Eine gute halbe Stunde nach dem Ende der denkwürdigen Halbfinal-Partie gegen Brasilien twitterte Lukas Podolski das Bild in die Welt hinaus, diesmal ohne Kanzlerin - dafür lag er sich mit Miroslav Klose, Bastian Schweinsteiger und Mats Hummels in den Armen: "Rio we are coming", schrieb er dazu. Mesut Özil zog kurz darauf nach: "Was für ein Spiel! Maracana, schön dich wiederzusehen", schrieb der Mittelfeldspieler, und Verteidiger Jerome Boateng ergänzte: "Ein Team, ein Traum! Rio here we come!" Per Mertesacker schrie seine Freude in Versalien heraus: "DIE MANNSCHAFT! Ich genieße diesen Moment, jetzt heißt es im Finale alles oder nichts."

Fast zeitgleich liefen die guten Wünsche aus dem Kanzleramt ein. "Wir sind alle an Eurer Seite. Glückwunsch zum Finale!", schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert auch im Namen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die nun wohl auch zum Finale am Sonntag anreisen wird. Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier freute sich: "Glückwunsch, was für ein Spiel. Auf nach Rio de Janeiro! Und Dank an die tollen brasilianischen Gastgeber." FIFA-Präsident Joseph S. Blatter gratulierte artig zum "Rekord der achten Finalteilnahme" und vor allem dem neuen WM-Rekordtorschützen: "Hut ab vor Miroslav Klose!"

Zunächst wurden Anspannung und Jubel vermeldet, wenig später eine Mischung aus Unglauben, Mitleid und Spott - der denkwürdige Triumph ließ die soziale Medien unter dem Hashtag #BRAGER regelrecht explodieren. "So ist das, wenn dir ein ICE durchs Wohnzimmer brettert", schrieb Sky-Kommentator Wolff Fuss zur Halbzeit nüchtern, für Ski-Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch war das alles "absolut unglaublich", Box-Profi Felix Sturm fasste zusammen: "Träume ich oder ist das Realität? Sensationell, Wahnsinn, unglaublich!!!" Sogar US-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann feuerte mit an: "GO GERMANY GO!!! WHAT A GAME!!" Franz Beckenbauer beschränkte sich auf einstaunendes "Was war das? Kaum zu glauben".

Dabei hatte dieser Wahnsinn langsam angefangen. Nach dem ersten Treffer von Thomas Müller (11.) konzentrierte sich der Jubel zunächst auf den Bayern. Die englische Fußballikone Gary Lineker kommentierte mit Blick auf Gerd Müller "Müller does what Müllers do". Spätestens nach dem fünften Treffer brachen im Netz alle Dämme. Basketball-Export Dirk Nowitzki ließ zunächst nur "Wow" verlauten und wurde von seinem deutschen Eishockey-Kollegen Christian Ehrhoff direkt gekontert: "How many goals did you miss when you tweeted "Wow'"? Mit Blick auf das Finale gibt Ex-Nationalspieler Didi Hamann den Ton vor: "Meisterklasse aus Deutschland. Eiskalt, organisiert, hart arbeitend, selbstlos und bescheiden. Ich bin stolz auf das Team. Einmal noch."