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Fußball

DFB-Elf bereit für den Ernstfall

Es kann losgehen: Die deutsche Mannschaft ist ausnahmslos fit für das erste EM-Spiel gegen Portugal. Die erste Elf dürfte stehen, doch Bundestrainer Löw hadert noch mit einer Personalie.

Die wichtigste Nachricht vorab: Alle deutschen Nationalspieler sind verletzungsfrei und wieder fit. Auch eine Kollision zwischen den Verteidigern Per Mertesacker und Jérôme Boateng im Danziger Trainingslager am letzten Trainingstag vor der Abreise ins ukrainische Lemberg hinterließ keine ernsthaften Blessuren. Mertesacker, der das Training abbrach, soll ebenso voll einsatzfähig sein wie die zuletzt angeschlagenen Miroslav Klose (Rückenprobleme) und Bastian Schweinsteiger (Wadenverletzung), wie es aus dem DFB-Lager hieß. Die Sorgenfalten von Bundestrainer Joachim Löw vor dem ersten EM-Spiel der deutschen Nationalelf (am 09.06.2012 ab 20.30 Uhr MESZ im DW-Liveticker) sind also weg - jedenfalls fast.

Boatengs Tête-à-tête mit dem Nacktmodel

Denn als er auf der Pressekonferenz auf seinen Verteidiger Jérôme Boateng angesprochen wurde, mischte sich eine leichte Säuernis in die bis dahin entspannt klingende Stimme des Bundestrainers. "Dass mir das nicht gefallen hat, ist selbstverständlich“, sagte Löw und meinte damit den nächtlichen Ausflug Boatengs in eine Berliner Hotelbar, in Begleitung eines prominenten deutschen Nacktmodels, unmittelbar vor dem Abflug der Nationalelf nach Polen.

Deutschlands Bundestrainer Joachim Löw (r.) beobachtet Bastian Schweinsteiger (l.) und Miroslav Klose. (Foto: Torsten Silz/dapd)

Aufmerksamer Beobachter: Joachim Löw sucht nach Anwärtern für die Startelf

Die Konsequenz: Boatengs Konkurrent auf der rechten Abwehrseite, Lars Bender, erhielt viel Lob vom Bundestrainer, der damit wohl den nach wie vor favorisierten Boateng unter Druck setzen will. Dieser habe nun "eine Bringschuld“, wurde Löw deutlich und wiederholte dabei seine Formulierung, die er bereits bei der EURO 2008 an Bastian Schweinsteiger adressiert hatte, nachdem dieser wegen einer Tätlichkeit vom Platz geflogen war. Der Appell an Schweinsteiger kam an: Er machte im nächsten Spiel sein Tor - gegen Portugal.

Klose die einzige Spitze?

So heißt der Gegner auch an diesem Samstag in Lemberg. Dort wird die deutsche Start-Elf vermutlich so aussehen: Neuer im Tor, davor Boateng, Mertesacker, Badstuber und Lahm. Schweinsteiger und Khedira sichern im defensiven Mittelfeld Müller, Özil und Podolski ab, die wiederum Klose bedienen sollen. Während die DFB-Auswahl wieder als Kollektiv erfolgreich sein soll, scheint sich bei der portugiesischen Mannschaft das gesamte Interesse nur auf einen Mann zu fokussieren: Cristiano Ronaldo, 90 Millionen Euro teurer Superstar von Real Madrid. Trainer Paulo Bento kann das nur recht sein, denn so können er und der Rest des Teams ungestört arbeiten, während Ronaldo den Rummel um ihn nicht nur gewöhnt ist, sondern ihn auch sichtlich genießt. Doch auch sportlich ist Portugal viel zu abhängig von seinem Ausnahmekünstler Ronaldo. Die Leistung des Teams schwankte zuletzt stark und Bento musste das Team kräftig umkrempeln.

Rui Patricio fängt einen Ball (Foto: dpa)

Gegen Deutschland im Fokus: Portugals nicht immer sicherer Torhüter Rui Patricio

Hoffnungsvoll stimmt die Portugiesen, dass die "Selecção" wieder auf den zuletzt angeschlagenen Dribbelkünstler Nani zurückgreifen kann. Der Flügelstürmer von Manchester United hat seine Fußprellung überwunden und soll gemeinsam mit Ronaldo die deutsche Viererkette aufmischen. "Wir haben zwei Möglichkeiten. Entweder spielen wir abwartend oder treten als Protagonisten auf", meint Trainer Bento und lässt durchblicken, dass er Letzteres erwartet.

Rassistische Töne beim Oranje-Training

Das Spiel machen wollen auch die Niederländer in der ersten Partie der Gruppe B gegen Dänemark (09.06.2012, 18.00 Uhr MESZ). Während die Dänen nach Meinung ihrer Landsleute nur als krasse Außenseiter anreisen, herrscht im Lager der Niederländer Euphorie: Rekordverdächtige 25.000 Fans verfolgten eine Trainingseinheit der Oranje-Kicker im Krakauer Stadion - allerdings begleitet von einer kleinen Gruppe rassistischer Fans aus Polen, die nach Angaben von Beobachtern einige dunkelhäutige Spieler des Vize-Weltmeisters mit Affenlauten verunglimpften.

Die Oranje-Spieler Wesley Sneijder, Joris Mathijsen und Dirk Kuyt liegen auf dem Rasen (Foto: dpa)

Schon am Boden? Die niederländische Nationalmannschaft

Unerfreulich dürfte für Bondscoach Bert van Marwijk auch die Verletzung von Joris Mathijsen sein. Der Abwehrroutinier trainierte wegen einer Oberschenkelverletzung nicht mit der Mannschaft und soll durch Ron Vlaar oder Wilfred Bouma ersetzt werden. Dennoch ist die spielstarke niederländische Elf klarer Favorit gegen die Dänen, die ihren wundersamen EM-Sieg von 1992 wohl kaum wiederholen können.

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