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Sport

DFB-Elf überzeugt gegen Italien

Es ist der erste Sieg gegen Italien seit 20 Jahren: Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw gewinnt deutlich gegen überraschend harmlose Gäste aus dem Süden. Ein Spieler tankt dabei ordentlich Selbstvertrauen.

Erleichterung. Freude. Stolz. Alle diese Gefühlsregungen waren beim Torjubel im Gesicht von Mario Götze zu sehen. Sein erster Treffer seit 177 Tagen ließ ihn in die Knie gehen. Aber nicht nur wegen seines Tores war der überraschend deutliche 4:1 (2:0)-Erfolg der DFB-Elf gegen Italien - der erste seit knapp 21 Jahren - für den deutschen Nationalspieler ein ganz wichtiges Spiel. "Ich bin sehr glücklich. Für mich war es wichtig, wieder spielen zu können. Ich habe das in letzter Zeit sehr vermisst."

Zum einen war es ein Jubiläumsspiel: Zum 50. Mal spielte der 23-Jährige für sein Land. Zum anderen war es eine Art "Abschiedsspiel". Bei seinem Verein, dem FC Bayern München, gilt er als bereits aussortiert. Trainer Pep Guardiola ist nicht gerade ein Fan von dem Profi, der 2014 beim Weltmeisterschaftsfinale gegen Argentinien das einzige Tor erzielte.

"Großartige Fähigkeiten"

Bundestrainer Joachim Löw hat dagegen eine ganz andere Meinung: "Mario ist ein Spieler, für den es sich lohnt, sich einzusetzen. Er hat großartige Fähigkeiten. Die muss man versuchen, wieder hinzubekommen", sagte er im Hinblick auf die Europameisterschaft 2016. "Ich muss ihm die Möglichkeit geben, Spielpraxis zu sammeln."

Vor drei Tagen gegen England wechselte Löw den offensiven Mittelfeldspieler erst in der 80. Minute für Gomez ein. Jetzt durfte er von Beginn ran. Und gegen unkonzentrierte und behäbig spielende Italiener er wirkte spielfreudiger und selbstbewusster, als in seinen wenigen Spielen in dieser Saison für den FC Bayern. Gerade Mal vier Partien spielte er in der Bundesliga für den deutschen Rekordmeister voll durch. Und bei vier weiteren kam er zu Einsätzen. Dabei gelang ihm ein Tor.

Götze braucht Vertrauen

Zwei Tore dagegen machte er allein in den vier Länderspielen, die er im vergangenen Jahr bis heute absolviert hat. An diesem Abend gegen Italien köpfte er nach Vorarbeit von Thomas Müller den Ball in die Maschen (45. Minute) zur 2:0-Führung. "Es ist einfach schön, dass der Trainer mir das Vertrauen gibt. Das ist ganz, ganz wichtig für mich", sagte er filigrane Techniker nach der Partie. Klar ist aber auch: Ganz fit ist er noch nicht, seine herausragenden Talente zeigt er noch zu selten. Er hat noch "Aufholbedarf", wie Löw es nennt.

Den hat Toni Kroos nicht. Wie schon gegen England zeigt der Real-Madrid-Profi eine überragende Leistung, war erneut bester deutscher Spieler auf dem Platz und erzielte wieder ein Tor - das erste in der Partie, in der 24. Minute. Mit einer zwei-Tore-Führung war Deutschland jedoch auch gegen England in die Pause gegangen. Aber diesmal spielte die DFB-Elf ihr Spiel gegen harmlose Italiener bis zum Abpfiff zu Ende. So kam noch Jonas Hector zu seinem ersten Länderspieltor (54.) und Mesut Özil traf vom Elfmeterpunkt (75.). Den Ehrentreffer für die Gäste erzielte Stephan El Shaarawy (83.).

"Grande Götze"

"Mario hat sich das selbst hart erarbeitet. Ich hoffe, dass ihm das Spiel Selbstbewusstsein gibt für die nächsten Wochen", freute sich Löw für Götze, den er um 22:04 Uhr am Spielfeldrand in die Arme nahm. Die Auswechslung in der 60. Minute - ein großer Moment für Götze. Viele der 62.000 Zuschauer in der Münchener Arena erhoben sich klatschend, der Stadionsprecher huldigte ihn als "Grande Götze".

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