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Fußball

DFB-Duo mit Heimatgefühlen

Für Lukas Podolski und Miroslav Klose ist die EM in Polen und der Ukraine ein ganz besonderes Ereignis: Die beiden Fußball-Nationalspieler sind in Polen geboren und stürmen für Deutschland.

Die deutschen Nationalspieler Lukas Podolski (l.) und Miroslav Klose beim Training in Danzig (Foto: dpa)

Die deutschen Nationalspieler Lukas Podolski (l.) und Miroslav Klose beim Training in Danzig

Ihre Autogramme sind in Danzig besonders begehrt. Lukas Podolski und Miroslav Klose, beide in Polen geboren und mit engen Verbindungen ins Land des EM-Gastgebers, fliegen die Sympathien der weiß-roten Fußballfans geradezu entgegen. "Das war schon ganz besonders", kommentierte Podolski das Geburtstagsständchen von mehr als 10.000 Zuschauern am Montag (04.06.2012) beim öffentlichen Training der deutschen Nationalmannschaft im Legia-Stadion. Ein süßes Geschenk, nachdem er von seinen Teamkollegen schon eine Erdbeertorte bekommen hatte.

Kloses Liebeserklärung

Klose machte Polen einen Tag später sogar eine öffentliche Liebeserklärung. "Ich liebe das Land genauso wie Deutschland. Der Großteil meiner Familie kommt hierher, auch Freunde", erklärte der Angreifer bei der Pressekonferenz vom DFB-Podium. Auch Klose feiert in seinem Geburtsland bald Geburtstag – und hat nur einen Wunsch für kommenden Samstag (09.06.2012): Den Auftaktsieg gegen Portugal. "Eigentlich nur drei Punkte und dass wir das umsetzen, was wir als Mannschaft drauf haben", sagte Klose, der am Tag des Spiels 34 Jahre alt wird.

"Wir sind sehr gut vorbereitet, werden noch ein paar wichtige Trainingseinheiten machen und uns auf Portugal fokussieren", erklärte der 116-malige Nationalspieler. Auch persönlich sieht er sich nach einigen Verletzungen und längeren Wettkampfpausen auf einem guten Weg, bis zum Turnierstart in Lwiw in der Ukraine in Topform zu sein. "Ich bin sehr weit, ich bin im Plan. Das Wichtigste ist, dass ich schmerzfrei bin", betonte der gebürtige Pole, der im Land des EM-Gastgebers herzlich empfangen wurde.

Unterschiedliche Wertschätzung

Lukas Podolski schreibt während des Trainings in Danzig Autogramme (Foto: dpa)

Bei den polnischen Fans in Danzig sehr begehrt: Das Autogramm von Lukas Podolski

Dass er in der Vergangenheit in Polen kritischer gesehen wurde als Liebling Podolski, kann Klose nicht nachvollziehen. "Ich weiß nicht, wie das zustande kommt. Da sind ein paar Zitate aufgetaucht, die mein Vater nie so gesagt hat", berichtete der Stürmer von Lazio Rom, der seine Geburtsstadt Oppeln noch immer als seinen Lieblingsort nennt.

Podolski verfügt ohne Zweifel über ein besseres Standing in Polen. Für die meisten Menschen des Mitgastgeberlandes ist der 27-Jährige immer noch der nette Junge von nebenan, der seine Heimatsprache pflegt, regelmäßig die Oma in Gleiwitz besucht, der soziale Projekte in Polen unterstützt und der eigentlich lieber polnischer Nationalspieler geworden wäre. Das kommt an bei den Leuten. Kein Wunder, dass die Autogramme von Podolski in Danzig besonders begehrt waren. "Ich habe ein polnisches Herz, und das wird auch immer so bleiben", sagte er nach dem Schautraining einheimischen Reportern in perfektem Polnisch und heimste zusätzliche Sympathiepunkte ein.

Fokus gilt der EM

Angesprochen auf seine Zukunft in der DFB-Auswahl betonte Klose: "Erst einmal zählt diese EM." Konkrete Gedanken über das was kommt, will sich der bald 34-Jährige derzeit nicht machen: Aber die Teilnahme an der nächsten Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien sieht er dennoch als Motivation, zumal er dort den WM-Torrekord des Brasilianers Ronaldo doch noch brechen könnte. Klose steht bei 14 WM-Treffern, Ronaldo hat 15 erzielt. "Das ist durchaus ein fernes Ziel", sagte Klose vor seinem sechsten Turnier. Bei der EM 2008 hatte er alle sechs Spiele bestritten und zwei Tore markiert; Podolski war mit drei Treffern in der Schweiz und Österreich bester DFB-Schütze.

Den deutschen Torrekord, den Gerd Müller mit 68 Länderspieltreffern hält, jagt Klose schon bei der EURO in Polen und der Ukraine. Klose hat 63. "Es wäre schön, wenn er bei der EM auf fünf Tore käme. Das wäre gut für unser Team", sagte Bundestrainer Joachim Löw und lobte seinen erfahrensten Mann. "Er wirkt ja wie ein 25-Jähriger. Er ist schnell. Er ist beweglich. Er ist fußballerisch stark. Von daher tut uns so ein Spieler wie Klose schon wahnsinnig gut – vielleicht auch noch für die Zukunft nach dem Turnier", erklärte Löw.

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