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Politik

Devil's Highway

US-Präsident George W. Bush ist dafür bekannt, dass er die Welt in Gut und Böse einteilt. Wen wundert es da, wenn viele Amerikaner glauben, dass auch der Teufel eine Adresse hat? Satan wohnt direkt am Highway 666.

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Highway 666 - Die Bezeichnung der 300 Kilometer langen Landstraße, die in den USA einige der spektakulärsten Gegenden des Wilden Westens miteinander verbindet, war den Anwohnern schon lange ein Dorn im Auge. Denn schon im Alten Testament heißt es bezüglich des Teufels im schönsten Bibel-Kauderwelsch: "Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres, denn es ist die Zahl eines Menschen, und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig".

Nun ist der Bibel zufolge die teuflische Zahlenkombination zwar nur Mensch und Tier auf die Stirn gebrannt und nicht etwa Straßen, doch dem Aberglauben tut das keinen Abbruch. 77 Jahre lang geriet jeder tödliche Unfall auf besagter Landstraße in den Verdacht, ein Werk des Teufels zu sein, auch wenn die meisten von ihnen wohl eher auf übertriebenen Alkoholkonsum zurückzuführen waren. Aber schließlich ist ja auch Alkohol Teufelszeug.

Im letzten Frühjahr griff sich New Mexikos Gouverneur Bill Richardson jedenfalls ein Herz und entschloss sich, den Teufel von der Landstraße und damit aus seinem Bundesstaat zu vertreiben: In einer Petition an die Bundesbehörde, die für sämtliche US-Highways verantwortlich ist, erbat er die Umbenennung der Straße. Sein eher profanes Argument: die gastronomischen Betriebe entlang der Straße hätten schwere wirtschaftliche Nachteile zu erleiden, weil die Touristen die Route aus Glaubensgründen mieden.

Tatsächlich sind ein Großteil der Bewohner der Gegend Navajo-Indianer, deren Reservat direkt an Route 666 liegt. Nun sind die Navajos zwar nicht gerade für ihren biblischen Aberglauben bekannt, aber auch sie müssen ihre Souvenirs christlich beseelten US-Touristen verkaufen. Seit dem 1. Juni heißt die Straße deswegen Route 491. Über die Kosten des Umbenennung schweigen sich die Behörden aus, auch wenn sämtliche Wegweiser und Straßenschilder mit der anstößigen Zahlenkombination ausgetauscht werden müssen. Normalerweise schimpfen US-Bürger gerne über eine solche Geldverschwendung durch die staatliche Bürokratie, nicht jedoch diesmal. Die Teufelsaustreibung hat schließlich ihren Preis.