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Kultur

Deutschsein für Anfänger

Studenten aus aller Welt lernen in Bonn vier Wochen lang Deutschland kennen. Und, wie ist Deutschsein so? Ein Selbstversuch.

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Manche Klischees lassen sich nicht verdrängen: Würstchen sind deutsch. Basta!

Adlig sein ist schön. Und deshalb hat Sabine Fürst-Zehnpfennig ihren Schülern immer noch nicht verraten, dass sie es leider nicht ist, obwohl sie einen "Fürsten" im Namen hat. Das denken ihre Schüler nämlich, die aus acht Nationen kommen. Der Iran ist vertreten, Japan, Korea, Moldawien, Marokko, Taiwan, Tschechien und die USA. Fürst-Zehnpfennig bringt ihnen Deutsch bei, vier Wochen, jeden Tag von neun bis halb eins.

Internationaler Sommerkurs

Das Sprachniveau steigt von Klasse zu Klasse. 16 gibt es insgesamt.

Ihre Klasse ist die Nummer 14 des "Internationalen Sommerkurs für Deutsche Sprache, Landeskunde und Kultur" der Uni Bonn. Die Jungs und Mädels sind im Durchschnitt Anfang 20 und sprechen schon relativ gut Deutsch. Sie diskutieren über Studiengebühren in ihren Heimatländern. Draußen plätschert der Regen auf Bonns Straßen. Dann ist drinnen Frühstückspause.

Deutsche sind ja nett!

Fürst-Zehnpfennig hat eine runde Brille, kurze dunkle Haare und sieht damit gar nicht so aus, wie die Deutschen, die ihre Schüler aus den eigenen Lehrbüchern kennen. Sie ist ein bisschen der personifizierte Unterricht. "Ich möchte ihnen zeigen, dass Deutschland nicht nur stereotyp blond, groß, Trachtenanzug und Biertrinken ist", sagt Fürst-Zehnpfennig, "sondern dass es sehr viele Facetten hat. Dass Deutsche auch Humor haben können und man offen ist für andere Kulturen."

Internationaler Sommerkurs

USA, Tschechien und Moldawien auf einen Blick

Denn das glauben viele ihrer Schüler oft nicht, bevor sie zum ersten Mal nach Deutschland kommen - gut ausgebildete, weltoffene und intelligente Menschen, von denen viele in ihren Heimatländern Germanistik studieren. Sie sitzen vor ihr und erzählen, wie erstaunt sie sind, dass die Deutschen eigentlich ganz freundlich seien.

Heidelberg muss sein

Eva Bezzeg-Frölich vom Internationalen Zentrum der Uni Bonn muss immer lachen, wenn sie sowas hört. Sie koordiniert den Sommerkurs. "Die Deutschen sind Organisationsgenies, sie sind immer pünktlich und eigentlich auch relativ freundlich und das bemühen wir uns zu zeigen. Von daher auch immer der Hinweis, dass man eine Viertelstunde vor Abfahrt des Busses da sein sollte", sagt sie und lacht wieder.

Deutschland Stadt Heidelberg mit Brücke

Heidelberg! Deutscher geht es kaum.

Busfahrten und Exkursionen gehören für die insgesamt 176 Teilnehmer aus 40 Nationen zum deutschen Alltag. Einen Tag mal nach Köln, nach Düsseldorf, Museumsbesuche und Party. Heute geht es nach Heidelberg. Heidelberg muss immer dabei sein. Heidelberg ist so deutsch, deutscher geht es kaum. Einige Japaner werden sogar versuchen, an diesem Wochenende noch einen Besuch auf Neuschwanstein zu schaffen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite wie deutsch ein Besuch in Heidelberg macht...

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