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Deutschlehrer-Info

Deutscholympiade: Ein Hürdenlauf mit Hindernissen

Zum zweiten Mal findet sie in Deutschland statt: Die Schüler-Olympiade der Deutschlerner aus aller Welt. Dieses Mal in Hamburg. Aufgaben wollen gelöst und Hindernisse überwunden werden. Nicht nur sprachliche.

TeilnehmerInnen der Deutsch-Olympiade reißen die Arme hoch

Große Freude vor dem "Wettkampf"

Für die meisten der 16- bis 20-Jährigen ist es das erste Mal, dass sie das Land kennen lernen, dessen Sprache sie lernen. Fast 90 Schüler und Schülerinnen aller fünf Kontinente sind nach Hamburg gekommen, um ihre Deutschkenntnisse im Rahmen einer "Olympiade" mit ihren Mitschülern zu messen. Den Siegern in den drei Lernniveau-Stufen, die sich nach dem "Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen" richten, winkt ein Aufenthalt in Deutschland im kommenden Jahr. Die zweiten und dritten Plätze dürfen sich auf Sachpreise freuen. Die offizielle Siegerehrung findet bei einem Festakt im Hamburger Rathaus am 30. Juli statt.

Zweite Olympiade in Deutschland

Rollwagen mit Bettwäsche

Jeder bekommt seine Bettwäsche

Es ist das zweite Mal, dass die IDO auf deutschem Boden ausgetragen wird. Die erste fand 2008 in Dresden statt. Die positiven Erfahrungen, die damals gemacht wurden, beflügelten die Initiatoren - das Goethe-Institut und den Internationalen Deutschlehrerverband - eine weitere Olympiade in diesem Jahr auszutragen.

Die Wahl fiel auf Hamburg, nicht nur weil dort ein Goethe-Institut ansässig ist, sondern auch, weil die Hafenstadt seit Jahrhunderten als "Tor zu Welt" gilt.

Nationale Wettbewerbe

Damit Schülern aus mehr Ländern als beim letzten Mal die Gelegenheit zur Teilnahme ermöglicht werden konnte, wurde die Zahl der Teilnehmer pro Land von drei auf zwei reduziert.

Alle Schüler, die jetzt mit dabei sind, haben sich zuvor in nationalen Olympiaden qualifiziert. Als Preis winkte dann die Reise zur IDO in Hamburg bei Übernahme aller Kosten für den fast zweiwöchigen Aufenthalt.

Eine Olympiade?

Aber warum heißt es eigentlich "Olympiade"? Man misst sich ja nicht sportlich. Außerdem bezeichnet das Wort eigentlich den Zeitraum zwischen Olympischen Spielen.

Knuth Noke, Projektleiter der IDO 2010

Knuth Noke, Projektleiter der IDO 2010

Die "Wiege" für die Bezeichnung liegt in den ehemaligen Ostblock-Ländern, erklärt Knuth Noke, Projektleiter der diesjährigen IDO. Er weist darauf hin, dass es dort eine " Tradition war, die seit vielen Jahren gepflegt wurde in ganz vielen verschiedenen Gebieten". So gab es zum Beispiel Mathematik-Olympiaden und Schach-Olympiaden, die jährlich stattfanden. Aber es gab auch, so Noke, Olympiaden in Fremdsprachen, darunter Deutsch.

Indien boomt

Die ehemaligen Ostblock-Staaten Russland und Polen bildeten über viele Jahre die Speerspitze der Deutschlernenden in aller Welt. Doch in Russland gehen die Zahlen derweil leicht zurück, während in Polen laut Noke das Interesse am Erlernen der deutschen Sprache nach wie vor groß ist. Das Nachbarland Deutschlands führt mit 2,2 Millionen die Länderliste der Deutschlerner weltweit an. Noch.

Denn inzwischen entwickelt sich Indien zum Boomland der Deutschlerner. Die Anfragen für Kurse seien stark gestiegen, so Noke. Einen Wermutstropfen gibt es aber: es fehlen ausreichend ausgebildete Deutsch-Lehrer. Großes Potenzial an Deutschlernern sieht Noke in China. In der Türkei und dem arabischen Raum gebe es dagegen "schon seit längerem das Bemühen, die deutsche Sprache zu erlernen."

Kulturelle Brücken bauen

Betreuerin mit SchülerInnen

Instruktionen der Betreuer

Fast 90 Teilnehmer aus aller Welt in Hamburg zu versammeln, erfordert nicht nur logistische Meisterleistungen der Organisatoren. Es kostet auch. IDO-Projektleiter Noke sieht die Gelder jedoch gut investiert. Denn "Investition in Bildung" sei eine "Investition in die Zukunft". Nicht nur wirtschaftlich und wissenschaftlich gesehen, sondern auch kulturell.

Denn bei einer solchen interkulturellen Veranstaltung wie der Deutscholympiade werden Brücken gebaut, über Länder- und Kulturgrenzen hinweg. Verbindungsglied ist die deutsche Sprache. Die Schüler sind angehalten, sich in Deutsch zu unterhalten. Für die Koordinatorin der IDO in Hamburg, Gabriele Stiller-Kern, ist das Brückenbauen ein wichtiger Grund, eine solche Veranstaltung durchzuführen. Sie wisse, so Stiller-Kern, dass die Teilnehmer der IDO in Dresden untereinander in Kontakt geblieben seien. Manche würden inzwischen sogar in Deutschland studieren.

Wie geht's weiter?

Der Erfolg spornt an. Deshalb soll in zwei Jahren wieder eine Deutscholympiade stattfinden. Wo, ist noch nicht entschieden. Sicher aber nicht dort auf der Deutschlerner-Landkarte, wo es noch zwei – zugegeben natürliche - weiße Flecken gibt. Nämlich ganz im Norden und ganz im Süden. Dort sei es doch zu unwirtlich, so Noke.

Autorin: Beatrice Warken

Redaktion: Sonila Sand

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