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Deutschland

Deutschlandtrend: Brexit-Votum bringt den Bürgern die EU näher

Die Debatte um den Brexit hat bei den Deutschen zu einer größeren Wertschätzung der EU geführt. Davon profitieren auch die Kanzlerin und die Koalitionsparteien. Der Verlierer: die europafeindliche AfD.

Die Debatte um den Brexit hat den Deutschen die EU näher gebracht. Das geht aus den Ergebnissen des aktuellen Deutschlandtrends hervor, einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap. Gut die Hälfte der Befragten (52 Prozent) gab an, dass die Mitgliedschaft in der EU für sie eher Vorteile mit sich bringe. Lediglich 11 Prozent sehen überwiegend Nachteile in der Mitgliedschaft.

Noch vor einem halben Jahr bewertete lediglich ein Drittel der Befragten Deutschlands EU-Zugehörigkeit als positiv. Die Autoren der Umfrage mutmaßen, dass die verstärkte Berichterstattung zum Thema Brexit und die Vorteile einer EU-Mitgliedschaft eine entscheidende Rolle dabei gespielt haben, den Deutschen die EU näher zu bringen. Die Mehrheit der Befragten ist überzeugt, dass die EU für Sicherheit (74 Prozent) und Wohlstand sorgt (79 Prozent).

Drei Viertel der Deutschen wünschen sich eine stärkere Zusammenarbeit in Europa, etwa bei der Flüchtlingspolitik, beim Thema Energie oder auch beim Datenschutz. Wie genau diese Kooperation allerdings aussehen soll, ist unklar. Denn gleichzeitig vertreten 61 Prozent der Wahlberechtigten die Ansicht, dass sich die EU bereits jetzt zu stark in nationale Angelegenheiten einmische.

Skepsis bei Volksentscheidungen

Das Referendum in Großbritannien hat aber auch eine Debatte über eine andere Frage ausgelöst: Wie sinnvoll sind solche Abstimmmungen? Im Vergleich zu 2011 sind die Deutschen gegenüber Volksentscheiden wesentlich skeptischer eingestellt.

Trotzdem vertreten immer noch vier von zehn Bürgern die Ansicht, dass ein Referendum zu einer besseren Entscheidung führt als bei Entscheidungen durch das Parlament. 49 Prozent allerdings sind überzeugt, dass dies nicht der Fall ist.

Bürger mit niedrigem Bildungsstand (44 Prozent) und AfD-Wähler (88 Prozent) bewerten Volksentscheide deutlich positiver als solche mit höherer Bildung (23 Prozent).

Zuspruch für Merkel

Infratest dimap hat auch wieder die Sonntagsfrage gestellt: Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre? Die politische Stimmung unter den befragten Wählern ist insgesamt etwas positiver für die Regierungskoalition aus den Unionsparteien CDU/CSU und SPD als in den vergangenen Monaten.

So sagen 34 Prozent, dass sie die Union wählen würden - das ist ein Plus von 2 Prozent im Vergleich zu Anfang Juni. Auch Angela Merkel erfährt mehr Unterstützung: 59 Prozent der Befragten sind zufrieden mit ihrer Arbeit - der beste Wert seit 2015.

Der Koalitionspartner SPD gewinnt ebenfalls dazu und käme auf 22 Prozent (plus ein Prozent). Alle Oppositionsparteien halten ihren Stimmenanteil - mit Ausnahme der AfD.

Diese verliert im Vergleich zu der letzten Sonntagsfrage drei Prozent und würde damit 12 Prozent erreichen. Gut möglich, dass die

europaskeptische, rechtspopulistische Partei

aufgrund der öffentlichen Debatte um den Brexit und die Vorteile der EU an Zustimmung verliert.

Für den Deutschlandtrend wurden am Montag und Dienstag 1004 Wahlberechtigte befragt.

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