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Wirtschaft

Deutschlands Zukunft liegt in Gründerhand

In Bonn haben sich 120 erfolgreiche Unternehmer mit potenziellen Investoren getroffen. Fazit: Auch in der Krise kann sich eine Firmengründung lohnen.

Symbolbild Forschungslabor (Foto: AP)

Vom Labor auf den Markt: An dieser Umsetzung hapert es in Deutschland

Deutschlands Zukunft liegt in Gründerhand. Das ist die Kernbotschaft eines zweitägigen Gründergipfels, der am 17. Juni in Bonn zu Ende ging. Da alle anwesenden Unternehmer vom High-Tech-Gründerfonds unterstützt wurden, wird das Treffen auch als "Family Day" gefeiert.

Vor knapp vier Jahren wurde das europaweit größte Förderprogramm für High-Tech-Gründer aus der Taufe gehoben. Seitdem hat der Gründerfonds 189 Gründerideen finanziert, das entspricht fast einem Zehntel der Anfragen. "Das Ziel dieses Fonds ist, gute Ideen, die in der Wissenschaft entstehen, kommerziell umzusetzen." sagt Michael Brandkamp, Geschäftsführer des High-Tech-Gründerfonds.

Große Risiken

Pressekonferenz des High-Tech-Gründertreffens in Bonn, dritter und vierter von links sind Marc Samwer und Michael Brandkamp (Foto: DW)

High-Tech-Gründertreffen in Bonn: Dritter und vierter von links sind Marc Samwer und Michael Brandkamp

Deutschland investiert viel in die Forschung, aber bei der Kommerzialisierung hakt es. Die Risiken seien am Anfang zu groß, meint Michael Brandkamp: "Wir haben Technologien, die noch nicht ganz fertig entwickelt sind. Das ist ein technologisches Risiko. Wir haben ein Managementrisiko, wir haben hohe Anforderungen und junge Teams, die sich zusammenfinden. Und wir wissen noch nicht genau, wie die Märkte auf die Innovationen reagieren, ob sie wirklich gekauft werden."

Das ist der springende Punkt: Kunden müssen bereit sein, das Produkt oder den Service zu bezahlen. Nur dann kann ein Unternehmen, das dieses Produkt oder diesen Service bietet, existieren und wachsen. Was so selbstverständlich klingt, geriet in der Boomzeit fast in Vergessenheit. In der Krise besinnt man sich wieder auf diese Grundtugend.

Gründen war noch nie so günstig

Mitarbeiter der Jamba! AG vor einem Laptop mit dem Jamba!-Firmenlogo (Foto: dpa)

Die Jamba! AG hat es geschafft, zu einem international agierenden Unternehmen zu wachsen

Für Firmengründer birgt die Krise aber noch andere Vorteile, glaubt Marc Samwer, Gründer von eBay Deutschland und der Jamba! AG. Der Wettbewerb sei in dieser Zeit geringer. "Es werden einfach weniger konkurrierende Start-Ups finanziert. Wenn man selbst mit seiner Idee Investoren begeistern konnte, dann hat man schon einen Startvorteil. Man kann auch Werbung günstiger einkaufen, Marketing kann günstiger gemacht werden." so Samwer weiter.

Sein Fazit: Gründen war noch nie so einfach und günstig wie jetzt. Beim Family-Treffen der Gründer tritt Marc Samwer jedoch als Privatinvestor auf. Mit seinem European Founders Fund mischt er in der Gründerszene munter mit. Das ist gut so, denn der Markt für die Finanzierung von jungen High-Tech-Unternehmen sei in Deutschland sehr unterentwickelt, meint Michael Brandkamp, Geschäftsführer des High-Tech-Gründerfonds. Über 270 Millionen Euro verfügt sein Fonds. Den größten Teil steuert das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie bei. Zu den Geldgebern zählen auch Unternehmen wie BASF, die Deutsche Telekom, Siemens, Carl Zeiss usw. Sie kooperieren auch inhaltlich mit den jungen Start-Ups, so dass oft eine Win-win-Situation entsteht.

Jährlich werden in Deutschland ca. 200 High-Tech-Firmen gegründet. Damit steht Deutschland im internationalen Vergleich nicht schlecht da. Gründerhauptstadt ist München, gefolgt von Berlin und Hamburg.

Autor: Zhang Danhong

Redaktion: Rolf Wenkel

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