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Sport

Deutschlands WM-Gegner: Ghana

Für Ghana ist die WM in Brasilien bereits die dritte Endrunden-Teilnahme in Folge. Zuletzt überstanden die "Black Stars" jeweils die Gruppenphase. Dieses Mal ist noch mehr drin, denn ein Problem wurde behoben.

Es war Ghanas bisher größter WM-Moment: Im Viertelfinale beim Turnier in Südafrika spielen die "Black Stars" gegen Uruguay um den Einzug ins Halbfinale. Es ist spannend, Ghana kämpft bis zum Umfallen und bekommt kurz vor dem Schlusspfiff einen Elfmeter zugesprochen, die Chance auf die 2:1-Führung und das wohl sichere Weiterkommen. Doch Asamoah Gyan schießt den Ball an die Latte. Die Ghanaer verlieren im anschließenden Elfmeterschießen das Spiel und scheiden aus dem Turnier aus. Sie wären die erste afrikanische Mannschaft gewesen, die es unter die besten vier einer WM-Endrunde geschafft hat. Für Ghanas Star Kevin-Prince Boateng ist das Vergangenheit, er blickt nach vorne. "Jede Weltmeisterschaft ist anders. Wir wollen versuchen, wieder Afrikas Hoffnung zu sein. Wir werden alles daran setzen, so weit zu kommen wie möglich und wollen die Menschen wieder überraschen."

"Dieses Mal gewinnt Ghana"

Das Team von Trainer Kwesi Appiah tritt in Brasilien in der schweren Gruppe G an. Neben Portugal mit Weltfußballer Christiano Ronaldo und den USA spielen die Afrikaner gegen Deutschland. Wie bereits 2010 kommt es damit erneut zum "Bruderduell" zwischen Jérôme und Kevin-Prince Boateng. Damals gewann die DFB-Elf knapp mit 1:0. "Es ist einfach ein Segen, dass ich wieder gegen meinen Bruder spielen kann, dass ich wieder bei der WM bin, aber dieses Mal gewinnt Ghana", sagt Ghanas Nationalspieler. Es wäre der erste Sieg für die Westafrikaner. Bisher konnte Deutschland beide Duelle für sich entscheiden. Der ältere der beiden Boateng-Brüder ist dennoch selbstbewusst, weiß aber auch, dass das Weiterkommen eine große Herausforderung ist. "Es ist eine super Gruppe, es wird auf jeden Fall Spaß machen", sagt Kevin-Prince. "Ich denke, alles kann passieren. Man will sich mit den besten auf der Welt messen und dafür fahren wir zur WM."

Bei der WM in Südafrika 2010 stehen sich die Boatengs erstmals im Nationaltrikot gegenüber. (Foto: dpa)

Bei der Weltmeisterschaft in Südafrika 2010 stehen sich die Boatengs erstmals im Nationaltrikot gegenüber.

Stars im Mittelfeld

Mit einem enttäuschenden vierten Platz beim Afrika-Cup 2013 und Niederlagen gegen Burkina Faso und Mali verlief die Vorbereitung auf das Turnier bisher nicht so gut. Erst in den Play-off-Spielen gegen Ägypten sicherte sich Ghana das Ticket für die Weltmeisterschaft. In Südamerika ist den technisch versierten und schnellen Spielern aus Westafrika dennoch einiges zuzutrauen. Mit Michael Essien vom FC Chelsea, Mittelfeldmann Kwadwo Asamoah vom italienischen Meister Juventus Turin und Champions-League-Teilnehmer Boateng kann Coach Appiah auf etablierte Stars aus den europäischen Top-Ligen zurückgreifen.

"Ich denke, wir sind sehr stark und noch stärker als 2010. Das Wichtigste, was wir brauchen, ist Disziplin. Wenn wir das hinkriegen, dann denke ich, können wir auch für eine Überraschung sorgen", weiß Boateng um die größten Probleme des afrikanischen Fußballs. "Es ist ein anderer Fußball, eine andere Kultur. Da will man immer gerne nach vorne spielen, Tore machen und hinten interessiert dann manchmal nicht." Dieses Problem habe man aber ganz gut in den Griff bekommen, analysiert der 27-Jährige weiter.

"Wir beten sehr viel"

In ihrer schweren Gruppe müssen sich die "Black Stars" beweisen. Das Klima aber könnte ihnen dabei zur Hilfe kommen, denn in Brasilien herrschen schwierige Bedingungen. Besonders die europäischen Mannschaften könnten so einen leichten Nachteil haben. Das Wetter, die Stars und der Glaube sollen die Afrikaner auch bei der dritten Endrunden-Teilnahme in Folge wieder in die K.o.-Runde führen. "Wir beten sehr, sehr viel. Das wird dann auch immer mit Trommeln begleitet. Das machen wir vor dem Spiel, nach dem Spiel - eigentlich jeden Tag", sagt Boateng. Er persönlich glaube aber mehr an seine Füße und wenn die funktionieren, dann könnte Ghana am Ende erneut für Aufsehen bei einem großen Turnier sorgen.

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