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Wirtschaft

Deutschlands Wirtschaft legt kräftig zu

Der Konjunkturaufschwung in Deutschland setzt sich fort. 2016 ist Europas größte Volkswirtschaft um 1,9 Prozent gewachsen. Die Konsumlust der Verbraucher und Staatsausgaben halten die Wirtschaft auf Kurs.

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Die deutsche Wirtschaft wächst

Die deutsche Wirtschaft ist einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes zufolge im Jahr 2016 mit 1,9 Prozent so stark gewachsen wie seit fünf Jahren nicht mehr. 2015 war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 1,7 Prozent gestiegen, im Jahr davor um 1,6 Prozent.

Zum Jahresende gewann die deutsche Wirtschaft noch einmal an Tempo. Nach ersten Schätzungen der Wiesbadener Statistiker stieg das BIP in den letzten drei Monaten 2016 im Vergleich zum Vorquartal um ungefähr ein halbes Prozent. Die Vorquartale waren schwächer ausgefallen.

Mit 53,5 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung und einem Wachstum von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwies sich abermals der Konsum der privaten Haushalte als entscheidende konjunkturelle Stütze. Vielen Verbrauchern sitzt das Geld locker, weil Sparen kaum noch mit Zinsen belohnt wird. Die niedrige Inflation erhöht die Kaufkraft zusätzlich - auch wenn die Teuerung im Dezember wegen gestiegener Energiepreise anzog.

Ausgaben für Flüchtlinge kurbeln Konjunktur an

Auch der niedrige Ölpreis und die gestiegenen Ausgaben des Staates - etwa für die Unterbringung hunderttausender Flüchtlinge - wirken sich positiv auf die Wirtschaftslage aus. Die staatlichen Konsumausgaben erhöhten sich binnen Jahresfrist von 2,7 auf 4,2 Prozent.

Außerdem ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt historisch günstig und die Inflation niedrig - auch wenn die Teuerung im Dezember wegen gestiegener Energiepreise anzog. Das BIP wurde im Jahresdurchschnitt von knapp 43,5 Millionen Menschen erwirtschaftet; dies war laut Statistik der höchste Stand seit 25 Jahren. Der anhaltende Immobilienboom sorgt ebenfalls für Schwung. Die Bauinvestitionen - vor allem in den Wohnungsbau - stiegen 2016 preisbereinigt um 3,1 Prozent. Zudem investierten Unternehmen 1,7 Prozent mehr in Maschinen und Fahrzeuge.

Deutschland Baustelle Flüchtlingsunterkunft (picture-alliance/dpa/D. Reinhardt)

Der Staat als Konjunkturtreiber: Bau einer Flüchtlingsunterkunft in Hamburg

Keine Wachstumsimpulse kamen dagegen vom Außenhandel - obwohl Deutschlands Exporteure nach jüngsten Berechnungen des Bundesamtes für das Gesamtjahr 2016 auf ein Rekordergebnis zusteuern. Allerdings legten die Importe im vergangenen Jahr stärker zu als die Ausfuhren.

Überschuss trotz Mehrausgaben

Der deutsche Staat konnte nach Berechnungen der Statistiker 2016 zudem erneut mehr Geld einnehmen als ausgeben. Der Überschuss von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialkassen machte unter dem Strich 0,6 Prozent des BIP aus, nach 0,7 und 0,3 Prozent in den beiden Vorjahren. Obwohl der Staat für die Versorgung und Integration der Flüchtlinge erhebliche Mehrausgaben stemmen muss, werden diese Lasten durch die florierende Konjunktur sowie die anhaltend niedrigen Zinsen offenbar mehr als wettgemacht.

hmf/hb/ul (dpa, afp)

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