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Fußball

Deutschlands Traum von Olympia

Rio ist zum Greifen nah: Nur noch ein Pünktchen fehlt der deutschen U21-Nationalelf zur Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele 2016. Man glaubt es kaum: Das gelang deutschen Fußballern zuletzt 1988.

Normalerweise müsste es vor dem letzten Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft bei der U21-Europameisterschaft sachlich zugehen, denn der Fahrplan ist klar: Punkten, weiterkommen, Konzentration auf die K.o.-Spiele. Doch kurz vor der Partie gegen Gastgeber Tschechien sind erstaunlich viele Emotionen im Spiel. Alle schwärmen von Olympia: "Das wäre ein absoluter Traum", sagte Kapitän Kevin Volland und meint damit die erhoffte Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele 2016. "Ich schaue im Sommer und Winter immer Olympia, das ist ein überragendes Ereignis."

In die Fußstapfen von Klinsmann, Riedle und Co.?

Und auch Mittelfeldspieler Johannes Geis lässt der Gedanke nicht los: Olympia nicht mehr nur schauen, sondern selbst hinfahren: "Ich habe viel Olympia geguckt und mir Spiele für die Konsole gekauft. Wir haben die Riesenmöglichkeit, uns unseren Traum zu erfüllen. Jeder weiß, dass das nicht viele schaffen." Die Sehnsucht der jungen deutschen Spieler nach Rio de Janeiro ist verständlich, denn es wäre ein nahezu historischer Schritt: In Prag kann die Elf von U21-Bundestrainer Horst Hrubesch als erstes deutsches Männer-Team seit 1988 die Qualifikation für Olympia realisieren. Damals waren sämtliche U21-Nationalspieler noch nicht geboren, als das DFB-Team mit den späteren Weltmeistern Jürgen Klinsmann, Thomas Häßler, Frank Mill und Karl-Heinz Riedle in Seoul Olympia-Bronze gewann. Nun kann die heutige Generation also in diese Fußstapfen treten und das Olympiaticket sichern: Im letzten Gruppenspiel gegen Gastgeber Tschechien reicht dafür ein Unentschieden.

U21 Länderspiel Tschechien vs.Deutschland im November 2014 (Foto: Getty)

In einem Testsspiel 2014 trennten sich Tschechien und Deutschland 1:1 - das Ergebnis würde der DFB-Elf reichen

Doch ein Remis peilt Hrubesch gar nicht an: "Ich bin kein Trainer, der auf Ergebnis spielen lässt. Ich will die Spiele gewinnen", sagte der Auswahl-Coach, der sich auf die Partie vor ausverkauftem Stadion freut: "Das ist genau das, was wir als Fußballer wollen: Ein volles Stadion und ein interessanter Gegner. Mehr Spaß gibt es doch gar nicht."

Motivierender Olympiasieger-Besuch

Dass es wirklich so spaßig für die deutsche Elf wird, ist nicht unbedingt gesagt. Denn EM-Gastgeber Tschechien gilt als starker Gegner mit einer aufstrebenden Nachwuchsmannschaft. Im vergangenen November trafen beide Teams ebenfalls im Stadion Eden aufeinander, damals gab es ein 1:1. "Ich glaube nicht, dass wir die Deutschen regelmäßig schlagen können, aber in einem einzelnen Spiel ist es möglich", glaubt Tschechiens Coach Jiri Kotrba, der den Heimvorteil seiner Elf betont.

Nach dem starken Auftritt beim 3:0 gegen Dänemark kann es für die favorisierte deutsche Elf jedoch nur ein Ziel geben: den Sieg. Auch wenn bei einem Remis im Parallelspiel zwischen Serbien und Dänemark sogar eine Niederlage zum Halbfinal-Einzug reichen würde. Darauf will sich Hrubesch nicht verlassen und griff in die Motivations-Kiste: Vor der Abreise nach Prag bekamen die DFB-Spieler Besuch von Julius Brink und Jonas Reckermann, den Beachvolleyball-Olympiasiegern 2012 in London. "Was die beiden erzählt haben, klang riesig", sagte Verteidiger Robin Knoche: "Olympia 2016 in Rio - das wäre sensationell".

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