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Musik

Deutschlands Musikszene feierte sich bei den 25. ECHO Preisen

Die deutsche Schlagerkönigin Helene Fischer gewann bei der Awardshow in Berlin vier Trophäen, Singer-Songwriter Joris wurde dreimal prämiert. Die Deutsche Phono-Akademie kürt jährlich nationale und internationale Stars.

Die ECHOs spiegeln Verkaufserfolge wider und bieten somit wenige Überraschungen. Die Preisverleihung, die von der Deutschen Phonoakademie veranstaltet wird - dem Kulturinstitut des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI) - gibt dennoch eine Momentaufnahme der Musikszene im drittgrößten Musikmarkt der Welt: Deutschland rangiert hinter den USA und Japan.

Mit hölzernen Dialogen und vorformulierten Dankesreden hatte das Spektakel in der Berliner Messe am Donnerstagabend (07.04.2016) seine Längen. Selbst die ansonsten frisch-freche Moderatorin Barbara Schöneberger konnte der Show wenig Schwung beisteuern. Während eines Rückblicks auf frühere ECHO-Galas gab die damals junge Nena in einem Clip aus den 80er Jahren konstruktive Kritik: Die Show "hinkt ein bisschen, könnte lockerer sein…" Wenig hat sich seitdem geändert, und der doppelte Start einer Einspielung war ein peinlicher Moment.

Echo Verleihung 2016 Udo Lindenberg (Foto: picture-alliance/dpa/C. Bilan)

Altrocker Udo Lindenberg ist kein Fremder beim ECHO

Ein bisschen Nena, ein bisschen Lena, doch mit 17 eine eigene Persönlichkeit: Jamie Lee, die frisch gewählte deutsche Kandidatin für den bevorstehenden Eurovision Song Contest in Stockholm, gab ihren Song "Ghost" zum Besten. Weitere Live-Auftritte von Xavier Naidoo, Udo Lindenberg, Joris, Mark Förster und Sarah Connor sorgten für Abwechslung im knapp vierstündigen Ablauf.

Renaissance der deutschen Popmusik

Bei den Preisen dominierten deutsche Künstler. Den ECHO für das Album des Jahres gewann die Schlagerkönigin Helene Fischer und schlug damit die internationale Konkurrenz - namentlich Adele. Ihr Album "Weihnachten" gewann in drei weiteren Kategorien; ihr Producer Alex Christensen wurde ebenfalls ausgezeichnet. Der Singer-Songwriter Joris wurde zum Newcomer National gekürt. Er gewann zudem sowohl den Preis der Musikjournalisten als auch das Televoting für sein Lied "Herz über Kopf".

Für den Geschmack mancher boten dafür Frei.Wild etwas zu viel Nationalstolz. Die Band aus Südtirol wurde vor drei Jahren von der ECHO-Preisverleihung ausgeladen: Andere Künstler fanden verschlüsselt-xenophobische Inhalte in ihren Texten und drohten mit Boykott. Die Dankesrede ihres Frontmanns wurde anfangs leicht ausgebuht. "Keine Angst, wir werden nicht spielen", sagte er. Der Preis zeige jedoch, dass "Ehrlichkeit am längsten währt". Die Entscheidung, Frei.Wild für Rock Alternative National auszuzeichnen käme spät, sei aber die Belohnung für "Widerstand gegen Ausgrenzung". Die Band in der Opferrolle war ein Moment, bei dem der Saal spürbar aufatmete, als es endlich vorbei war.

Echo Verleihung 2016 Ehrung Roger Cicero (Foto: picture-alliance/dpa/C. Bilan)

Gedenken an Roger Cicero

Durch die schweren Zeiten…

Die ECHOS wurden in 31 Kategorien verliehen. Dazu gehört der Hit des Jahres: "Are You With Me" von Lost Frequencies. Beste Band Rock/Pop National ist Pur, für Volkstümliche Musik gewann Santiano und für Schlager die Gruppe Wolkenfrei. Der beste Künstler Rock/Pop National ist der Bayer Andreas Bourani, beste Künstlerin dieser Kategorie ist Sarah Connor. Für das Beste Video erhaschte Udo Lindenberg den Preis, der denn sein Lied "Durch die schweren Zeiten" wiedergab.

In besonderer Erinnerung dürfte die Huldigung an so viele verstorbene Musiker im vergangenen Jahr sein: Natalie Cole, Keith Emerson, George Martin, James Last - und allen voran Roger Cicero und David Bowie, die jeweils in besonderen Showeinlagen geehrt wurden. "Ground Control to Major Tom" sang dann ein Chor - und das Publikum im Zuschauerraum mit.

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