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Sport

Deutschlands Handballer WM-Fünfte

Mit einem spielerischen Feuerwerk und dem starken fünften Platz haben sich die deutschen Handballer von der WM in Kroatien verabschiedet.

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Happy end: Oliver Roggisch freut sich über Platz fünf

Angeführt vom achtfachen Torschützen Lars Kaufmann besiegte der entthronte Titelverteidiger in Zagreb auch ohne drei Schlüsselspieler Ungarn mit 28:25. Vor rund 2000 Zuschauern in der riesigen Arena Zagreb überzeugte das deutsche Perspektiv-Team einmal mehr mit einem beherzten Auftritt, bei dem Bundestrainer Heiner Brand alle Feldspieler einsetzte.

Mit letzten Kräften

Handball, Deutschland wird Fünfter bei der WM in Kroatien

Gruppenbild der müden Helden

Mit dem fünften Rang nach fünf Siegen, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen erreichte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) die beste Platzierung bei einer nach-olympischen WM. Um die Medaillen spielen an diesem Freitag in Split Olympiasieger Frankreich und Europameister Dänemark sowie in Zagreb Gastgeber Kroatien und der WM-Zweite Polen. «Mit dem fünften Platz kann ich gut leben. Man muss der Mannschaft ein großes Kompliment machen, dass sie noch einmal bis an ihre Grenzen gegangen ist», lobte Brand das Team für seine Einstellung. «Langsam ist auch die Enttäuschung über das verpasste Halbfinale weg.» Auch Abwehrspieler Oliver Roggisch war mit dem gelungenen Abschluss hochzufrieden: «Wenn man sieht, mit wie viel Begeisterung die Mannschaft gespielt hat, muss man sagen, dass wir alles richtig gemacht haben.»

Glandorf als Ersatz-Kapitän

Handball, Deutschland wird Fünfter bei der WM in Kroatien

Bester Werfer gegen Ungarn: Lars Kaufmann

Dabei war das Team auch vor dem letzten WM-Auftritt nicht von einem weiteren Handicap verschont geblieben. Wegen einer Grippe musste Kreisläufer Sebastian Preiß auf das Spiel um Platz fünf verzichten. Pascal Hens drückte seinen Kollegen auf der Tribüne die Daumen und feuerte sie an. Der Hamburger konnte wegen einer Verhärtung im linken Oberschenkel nicht spielen und wurde durch Sven-Sören Christophersen ersetzt. Zudem fehlte Kapitän Michael Kraus, der wegen eines Bänderrisses im linken Sprunggelenk am Dienstag abgereist war.

Die personell ausgedünnte DHB-Auswahl beeindruckte wie in den Spielen zuvor mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, aus der Kaufmann noch herausragte. Der Hens-Ersatz drückte dem Spiel mit sieben Treffern bei neun Versuchen im ersten Durchgang den Stempel auf und war der Garant dafür, dass die deutsche Mannschaft die Partie im Griff hatte. Zudem stellte der Bundestrainer erstmals bei diesem WM-Turnier mit Johannes Bitter, Silvio Heinevetter und Carsten Lichtlein alle drei Torleute auf.

Christophersen-Debüt durchwachsen

Handball, Deutschland wird Fünfter bei der WM in Kroatien

Spezialist für Trickwürfe: Torsten Jansen

Zwar geriet der entthronte Titelverteidiger beim 6:7 in Rückstand. Dies aber wirkte wie eine Initialzündung für das Verlegenheitsteam. Mit sechs Treffern binnen sechs Minuten drehten die Deutschen das Spiel und hängten die Ungarn beim 12:7 mit fünf Toren Vorsprung ab. Danach wechselte Brand Nachrücker Christophersen ein und verhalf dem 23-jährigen zu seinem von Nervosität gekennzeichneten WM-Debüt, das jedoch zunächst nur wenige Minuten dauerte.

Nach dem 15:10 schlichen sich Unkonzentriertheiten ins deutsche Spiel ein. Bis zur Pause schmolz der Vorsprung auf 16:13, nach Wiederanpfiff dann sogar auf 16:15. Doch mit Heinevetter, der zum zweiten Durchgang für Lichtlein ins Tor kam, zogen sich die Mannen um Ersatz-Kapitän Holger Glandorf aus dem Tief und setzten sich wieder auf 21:15 ab. Als Kaufmann dann mit seinem achten Treffer auf 23:16 erhöhte, sorgte er damit zugleich für die Vorentscheidung.

Für die deutsche Mannschaft war es ein versöhnliches Ende eines Turniers, in dem sie vor allem in den letzten Partien häufig - zu recht - mit den Schiedsrichterleistungen gehadert hatte. Platz fünf ist für das junge Team aller Ehren wert, besonders, weil mit Michael Kraus in der entscheidenden Phase der Führungsspieler verletzt passen musste.