1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Filme

Deutschlands Drogenbeauftrage fordert weniger Filmszenen mit Rauchenden

Greifen Jugendliche häufiger zur Zigarette, wenn sie Filme sehen, in denen geraucht wird? Studien legen das nahe. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, fordert daher weniger Rauchszenen.

National wie international werde in Filmen "gequalmt, was das Zeug hält", sagte Mortler den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. In deutschen Film- und Fernsehproduktionen ganz besonders, wie aus einer neuen Studie des Kieler Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung hervorgeht: Von 39 Filmen, die 2016 und 2017 für den Deutschen Filmpreis nominiert waren, soll in 33 geraucht worden sein. Das entspricht einem Anteil von 85 Prozent. Bei Filmen, die im selben Zeitraum für einen Oscar nominiert waren, lag der Anteil niedriger, nämlich bei 64 Prozent.

"Je häufiger Jugendliche in Film und Fernsehen sehen, dass geraucht wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie selbst zur Zigarette greifen", fügte die Drogenbeauftragte hinzu und griff damit bereits ältere Erkenntnisse der Kieler Forscher auf.

Poträt von Marlene Mortler vor blauer Wand. (picture-alliance/Eventpress Stauffenberg)

Drogenbeauftragte der Bundesregierung: Marlene Mortler (CSU)

"Umgang muss sensibler werden"

Demnach gelten Filmcharaktere häufig als Vorbilder, die durch den Griff zur Zigarette auch Zuschauer zum Rauchen verleiten können. Aber Zigaretten seien weder cool noch lässig, "sondern schlicht und einfach ungesund", so Mortler. "Ich will das Rauchen als Stilmittel im Fernsehen nicht verbieten, aber der Umgang damit muss ganz entschieden sensibler werden." Jährlich sterben laut Mortler rund 120.000 Menschen in Deutschland an den Folgen des Rauchens.

Coole Charaktere verleiten zur Nachahmung 

Neu ist die Forderung von Mortler allerdings nicht. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verwies bereits vor rund zwei Jahren auf den negativen Effekt rauchender Filmcharaktere auf Kinder und Jugendliche. Rauchen werde im Film als selbstverständlich, alltäglich und gesellschaftlich akzeptiert dargestellt, lautete die Kritik. Die WHO legte damals eine hauseigene Studie vor, derzufolge mehr als ein Drittel der befragten Raucher angaben, dass ihre erste Zigarette von Figuren auf der Leinwand inspiriert wurde.

Tom Schilling mit Zigarette (picture-alliance/dpa/X-Verleih)

In der deutschen Tragikomödie "Oh Boy" (2012) qualmt Niko (Tom Schilling) unentwegt

Und tatsächlich: Wirft man einen Blick in die Filmgeschichte, muss man feststellen, dass der Glimmstängel bei zahlreichen Kultfiguren einfach dazugehört. In unserer Bildergalerie stellen wir die berühmtesten von ihnen noch einmal vor.

bb/rey (dpa, afp, KNA)

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Symbolbild Film Festival roter Teppich

Dossier KINO Favoriten: Die Besten des deutschen Films

Was sind die besten Dramen, die lustigsten Komödien, die Top-Schauspielerinnen und die größten Leinwandhelden? In der Serie "KINO Favoriten" präsentiert das DW-Filmmagazin seine ganz persönliche Auswahl.