1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Deutschlehrer-Info

Deutschlands beste Schule

Der Deutsche Schulpreis 2017 geht an eine berufsbildende Schule in Hameln. Die Elisabeth-Selbert-Schule erhält 100.000 Euro für ihre herausragende pädagogische Arbeit und ihr fürsorgliches Förderungskonzept.

„Jeder wird so akzeptiert, wie er ist, egal woher er kommt", sagt ein Schüler der Elisabeth-Selbert-Schule. Ein anderer freut sich: „Hier herrscht ein großes Wir-Gefühl." Es muss schon etwas dran sein an dieser Berufsschule im niedersächsischen Hameln, wenn selbst die Schüler sie so loben. Im Mai 2017 erhielt die Schule nun den Deutschen Schulpreis. Gewürdigt wurden damit ihre vorbildlichen Unterrichtskonzepte und Ausbildungserfolge. Bundeskanzlerin Angela Merkel überreichte bei einer Festveranstaltung in Berlin die mit 100.000 Euro dotierte Auszeichnung, die seit 2006 vergeben wird. Gleichzeitig versprach sie, dass die Bundesregierung sich verstärkt der Entwicklung der deutschen Schulinfrastruktur widmen wolle.

Passgenaue Förderung und Fürsorge

„Durch das dichte Geflecht aus passgenauer pädagogischer Förderung und Fürsorge erzielen die Schüler hier Erfolge, die an anderen Schulen kaum jemand für möglich hielt", hieß es von der Jury des Deutschen Schulpreises 2017. Praktisch heißt das: Hier können Schülerinnen und Schüler einen Abschluss machen, die woanders längst aufgegeben wurden. Knapp 2.000 Schüler aus 34 Nationen werden hier unterrichtet. Auf dem Lehrplan stehen z. B. Agrarwirtschaft, Gesundheit und Pflege oder Sozialpädagogik. Neben diesen berufsbezogenen Ausbildungen kann man hier aber auch normale Schulabschlüsse vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur machen. Ein Beratungsteam aus Lehrern, einer Pastorin und einem Sozialarbeiter bietet jedem, der ein Problem hat, Hilfestellung auch außerhalb des Unterrichts.

Niemand wird zurückgelassen

Minderjährige Mütter oder Geflüchtete werden selbstverständlich in den Unterricht integriert. Eine zentrale Rolle spielen Projekte, die Schule und Beruf verbinden. Im fachpraktischen Unterricht werden Produkte hergestellt, um sie anschließend im Internet zu vertreiben. Die dazu verwendeten Lebensmittel wachsen überwiegend im Schulgarten. So sammeln die Lernenden Erfahrungen mit Anbau und Ernte, Verarbeitung und Lagerung bis hin zu Vertrieb, Vermarktung und Verkauf. Auch das eigenverantwortliche Lernen wird hier großgeschrieben. An vier Tagen pro Woche können die Schüler für zwei Stunden selbst entscheiden, woran sie arbeiten wollen.

Weitere preiswürdige Schulen

Insgesamt 265.000 Euro werden jährlich im Rahmen des Deutschen Schulpreises vergeben. Die Jury des von der Robert-Bosch-Stiftung ins Leben gerufenen Preises bewertet sechs Bereiche: Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortung, Schulleben und Schule als lernende Institution. Neben der Elisabeth-Selbert-Schule wurden fünf weitere Schulen ausgezeichnet. Je 25.000 Euro erhielten die Waldparkschule in Heidelberg, das Gymnasium Kirchheim bei München, die Grundschule Borchshöhe in Bremen, die Europaschule Bornheim in Nordrhein-Westfalen sowie die Deutsche Schule Rio de Janeiro.


mk/sts (mit epd/dpa)

 

Die Redaktion empfiehlt