1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Fußball

Deutschland zittert sich ins Viertelfinale

Die Gastgeberinnen stehen nach einem mühsamen 1:0 gegen Nigeria vorzeitig in der K.o.-Runde der WM - ebenso wie Frankreich, das sich zuvor klar mit 4:0 gegen Kanada durchgesetzt hatte.

Kim Kulig (l.) im Zweikampf gegen Perpetua Nkwocha

Pfiffe zur Halbzeit. Das hatte es seit Jahren nicht mehr gegeben, wenn eine deutsche Frauen-Nationalmannschaft ein Heimspiel bestritt. Aber die Nigerianerinnen brachten das DFB-Team mit teils brachialer Härte völlig aus dem Konzept. Und die südkoreanische Schiedsrichterin Cha Sung-Mi tat nichts, um die kampfsportartigen Szenen zu unterbinden. Fast alle Fouls blieben ungeahndet, Achselzucken, hilfloses Lächeln war die Reaktion der deutschen Spielerinnen. Bundestrainerin Silvia Neid hatte schon vor der Partie gewarnt, dass die Afrikanerinnen nach dem 8:0 im Testspiel im vergangenen November diesmal wohl ein anderes Kaliber aufziehen würden.

Simone Laudehr schießt aus dem Getümmel heraus das 1:0 gegen Nigeria (Bild: AP)

Simone Laudehr erzielt das 1:0 - Nigerias Torhüterin Dede scheint den Ball weghypnotisieren zu wollen

Birgit Prinz ausgewechselt

Vielleicht auch deshalb hatte Neid nochmals die konservative Aufstellungsvariante gewählt: Mit dem sportlich umstrittenen Altstar Birgit Prinz, ohne die aufstrebende Alexandra Popp. Kurz nach der Pause hatte die Bundestrainerin dann aber ein Einsehen und nahm ihre Mannschaftsführerin vom Feld. "Ich habe gewechselt, weil ich für mehr Druck sorgen wollte", begründete Neid ihre Personalentscheidung. Birgit Prinz will ihre herausragende Karriere mit dem WM-Titel vor eigenem Publikum krönen. Im Moment sichert ihr jedoch nur ihr Lebenswerk mit 214 Länderspielen den Verbleib in der Startelf.

Treffer durch Simone Laudehr

Das deutsche Team feiert in einer Spielertraube das 1:0 (Bild: dpa)

Grenzenloser Jubel über das Erreichen des Viertelfinales

Nur zwei Minuten nach dem Wechsel fiel dann auch der alles entscheidende Treffer. Simone Laudehr schoss den Ball nach einem Freistoß und dem darauf folgenden Gestocher im Strafraum aus kurzer Distanz ins Tor. Laudehr war auch schon zuvor die auffälligste Spielerin in einem Team, das sich am Donnerstagabend im mit 49.000 Zuschauern ausverkauften Frankfurter Stadion fast ausschließlich über den Kampf definierte. Die Torschützin suchte die Schuld auch bei der eigenen Mannschaft: "Wir haben den Ball zu lange gehalten und damit das harte Einsteigen der Nigerianerinnen zugelassen." Im abschließenden Spiel am kommenden Dienstag (05.07.2011) geht es nun gegen Frankreich um den Gruppensieg.

Endlich ein klarer Sieg bei dieser WM

Die Französinnen, die vor diesem Turnier nur Wenige auf der Rechnung hatten, zeigten gegen Kanada teilweise furiosen Fußball. In Zahlen heißt das: ein 4:0 (1:0), das auch in dieser Deutlichkeit voll in Ordnung geht. Vor 16.700 Zuschauern in Bochum köpfte Gaetane Thiney in der 24. Minute das erste Tor des Spiels - allerdings aus stark abseitsverdächtiger Position.

Gaetane Thiney köpft das 1:0 gegen Kanada (Bild: AP)

Abseitsverdächtig: Das 1:0 durch Thiney (l.)

Aber den Französinnen half nicht nur die Schiedsrichterin, sondern auch die kanadische Abwehr. Beim 2:0 wurde Thiney der Ball von einer Gegnerin 20 Meter vor dem Tor maßgerecht serviert, die Pariserin ließ sich nicht zweimal bitten und schloss nach einer Stunde Spielzeit über den Umweg Innenpfosten ab. Camille Abily (66.) und die eingewechselte Elodie Thomis (83.) sorgten für den Endstand und die bis dahin torreichste Partie dieser Weltmeisterschaft.

In der Tabelle der Gruppe A führt Frankreich nach zwei Partien mit sechs Punkten vor den punktgleichen Deutschen. Jeweils noch ohne Punkte stehen Nigeria auf Rang drei und Kanada als Schlusslicht da. Diese beiden Teams sind bereits vor ihrem letzten Spiel am kommenden Dienstag ausgeschieden.

Autor: Tobias Oelmaier
Redaktion: Stefan Nestler

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema