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Aktuell Afrika

Deutschland will Westafrika weiter helfen

Die Ebola-Epidemie hat Westafrikas Wirtschaft schwer getroffen. Zwei Bundesminister sagen in Liberia weitere Unterstützung zu. Dazu müsse aber eine weitere Krankheit bekämpft werden: die Korruption.

Die Bundesregierung will aus der Ebola-Epidemie in Westafrika Lehren ziehen und den Ländern mit Sonderprogrammen weiterhin helfen. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe betonten zum Abschluss ihrer Reise in die Ebola-Gebiete die Schwerpunkte der Hilfsprogramme. "Ausrüstung, Aufklärung und Ausbildung - in diesen drei Bereichen verstärken wir unseren Einsatz", sagte Müller in Liberias Hauptstadt Monrovia. Dafür seien 200 Millionen Euro für den Aufbau der Gesundheitsversorgung in der Region vorgesehen.

Gesundheitsminister Gröhe bekräftigte: "Der Ebola-Ausbruch hat einmal mehr gezeigt, dass Gesundheit global gedacht werden muss." Aus diesem Grund werde es auch beim diesjährigen G7-Gipfel unter deutscher Präsidentschaft darum gehen, eine bessere Strategie für internationale Gesundheitsgefahren zu entwickeln. Darüber hinaus müssten die Anstrengungen zur Bekämpfung von vernachlässigten Tropenkrankheiten verstärkt werden.

WHO: Keine Entwarnung

Trotz Fortschritten im Kampf gegen die Ebola-Epidemie will die Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch keine Entwarnung geben. Der internationale Gesundheitsnotstand bleibe weiterbestehen, erklärte der beigeordnete WHO-Generaldirekttor Bruce Aylward in Genf. Für eine Aufhebung des globalen Alarms sei es nach Einschätzung des Notfallkomitees der WHO zu früh, so Aylward. Noch steckten sich Menschen in Westafrika mit dem Ebola-Erreger an, die Krankheit töte weiterhin. Schwerpunktländer der Epidemie sind Guinea, Sierra Leone und Liberia.

Neue Vergabe-Richtlinien

Müller und Gröhe waren in Monrovia zuvor mit Liberias Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf zusammengetroffen (Artikelbild). Dabei riefen sie Liberia zu einem verstärkten Kampf gegen Korruption auf. Dies sei neben rechtsstaatlichen Verhältnissen eine wichtige Voraussetzung für private Investitionen in dem nach der Ebola-Epidemie am Boden liegenden Land, sagte Müller. Die liberianische Seite zeigte sich erfreut, dass Deutschland als eines der ersten westlichen Länder nach der Epidemie eine große Regierungsdelegation entsandt hatte.

Die Bundesregierung will zudem die Entwicklungszusammenarbeit mit Liberia in den nächsten beiden Jahren auf 37 Millionen Euro fast verdoppeln. Zugleich kündigte Müller an, künftig sollten Entwicklungsländern keine direkten Finanzmittel mehr für ihre Haushalte zur Verfügung gestellt werden. Die Verwendung solcher allgemeinen Budgethilfen sei von den Geberländern nur schlecht zu kontrollieren. Er wolle auch in der EU darauf dringen, dass direkte Budgethilfen zurückgefahren werden.

gmf/SC (dpa, epd, kna)