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Aktuell Europa

Deutschland will NATO-Aufrüstung im Osten

Schulterschluss mit Washington: Bundesverteidigungsministerin von der Leyen lobt die militärische Stärke der USA - die auch Osteuropa zugute kommen müsse.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen inspiziert die erste Übung zur Verlegung der neuen NATO-Speerspitze (Foto: dpa)

Abwehrbereit? Verteidigungsministerin von der Leyen inspiziert die erste Übung zur Verlegung der NATO-Speerspitze

Deutschland unterstützt die Pläne der USA zur Stationierung von schwerem Militärgerät im Osten der NATO. "Es ist eine angemessene defensive Maßnahme", sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Rande eines NATO-Manövers im polnischen Sagan. Die Ankündigung von Russlands Staatschef Wladimir Putin, das eigene Atomwaffenarsenal zu modernisieren, nehme sie "zur Kenntnis".

Von der Leyen verwies darauf, dass Westdeutschland im Kalten Krieg von der militärischen Stärke der USA abhängig gewesen sei. "Wir haben viele, viele Jahre davon profitiert, dass die Amerikaner uns in Deutschland geschützt haben", sagte sie. Jetzt sei es wichtig, dass die NATO auch für den Schutz der östlichen Mitglieder sorge, die sich seit der Annexion der Krim von Russland bedroht fühlten.

US-Kampfpanzer nahe Russland

Die USA erwägen, Militärgerät bis hin zu Kampfpanzern für etwa 5000 Soldaten in Länder wie Polen, Rumänien oder ins Baltikum zu verlegen. Nächste Woche wollen die NATO-Verteidigungsminister darüber beraten. Die Stationierung von Militärgerät war bereits in dem Plan für eine bessere Einsatzbereitschaft enthalten, den das Militärbündnis 2014 auf seinem Gipfel in Wales beschlossen hat.

Kampfpanzer auf einem Truppenübungsplatz in der Nähe des polnischen Ortes Sagan (Foto: dpa)

Rauch Richtung Russland: Kampfpanzer auf einem Truppenübungsplatz in der Nähe des polnischen Ortes Sagan

In

Sagan

testet die NATO derzeit ihre neue schnelle Eingreiftruppe VJTF. An dem Manöver namens "Noble Jump" beteiligen sich etwa 2100 Soldaten aus Deutschland, Belgien, Litauen, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Tschechien, Ungarn und den USA. Darunter sind rund 350 Angehörige der Bundeswehr.

Ziel ist es, den Aufbau der neuen sogenannten Speerspitze der Allianz voranzubringen. Die Truppe aus rund 5000 Soldaten soll Russland angesichts der Ukraine-Krise zeigen, dass die Militärallianz zu ihren osteuropäischen Mitgliedern steht.

"Wir halten, was wir versprechen"

Geplant ist, dass die VJTF ab dem kommenden Jahr voll einsatzfähig ist und binnen Tagen in eine Krisenregion verlegt werden kann. Stützpunkte zur Aufnahme der Kräfte bei einer Entsendung sollen in Estland, Lettland und Litauen sowie in Polen, Rumänien und Bulgarien entstehen.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg zeigte sich am Donnerstag in Sagan "beeindruckt" vom Leistungsstand der VJTF. Die neue Truppe sei Ausdruck davon, "dass wir halten, was wir versprechen", sagte er.

jj/wl (dpa, afp)