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Fokus Osteuropa

Deutschland will Kroatien baldmöglichst in der EU sehen

Deutschland unterstützt Kroatiens raschen EU-Beitritt. Doch zuvor müssten Zagreb und Ljubljana ihren Grenzstreit lösen, sagte Kanzlerin Angela Merkel nach einem Treffen mit Ministerpräsident Ivo Sanader in Berlin.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel und Kroatiens Premier Ivo Sanader am 8. April 2009 in Berlin

Das Treffen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Kroatiens Ministerpräsident Ivo Sanader dauerte länger als vorgesehen. Dafür fiel dann die gemeinsame Pressekonferenz kürzer aus. Trotz des Zeitdrucks nahm sich die Kanzlerin die Zeit, ihrem Gast aus Zagreb ein Kompliment zu machen. „Wir sind uns freundschaftlich verbunden, arbeiten sehr eng zusammen. Das kann man auch für unsere beiden Länder sagen“, sagte Angela Merkel. Bei dem Treffen wurden neben den guten politischen und wirtschaftlichen Beziehungen auch Probleme angesprochen, wie der Grenzstreit zwischen Kroatien und Slowenien und die regionale Stabilität.

Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen angestrebt

„Wir haben erneut festgestellt, dass die bilateralen Beziehungen hervorragend sind, dass es sehr enge Wirtschaftsbeziehungen gibt, die sich trotz der Krise weiterentwickeln. Wir sprachen auch über Energiepolitik und die Zusammenarbeit von Energieunternehmen in diesem Bereich“, sagte Sanader. Die führenden deutschen Energiekonzerne E.On und RWE interessieren sich für Investitionen und den Bau eines Flüssiggasterminals in Kroatien. Sie fordern von der Regierung in Zagreb, dieses Projekt zu beschleunigen, hieß es aus Delegationskreisen.

Sanader nutzte den Medienauftritt, um die Deutschen auch in Zeiten der Rezession aufzurufen, den kroatischen Urlaubsorten treu zu bleiben. Insgesamt waren Wirtschaftsthemen bei den Gesprächen ein Schwerpunkt. „Ich habe mich auch noch einmal über die Finanz- und Wirtschaftslage in Kroatien informieren lassen, und sie ist angesichts der größten Krise, die wir alle zu erleiden haben, eine stabile und vernünftige“, sagte die Kanzlerin und fügte hinzu, dies sei eine gute Grundlage für eine weitere Verbesserung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit.

Berlin begrüßt direkte Gespräche im Grenzstreit

Im politischen Teil der Gespräche wurde die Mitgliedschaft Kroatiens in der NATO begrüßt und der Wunsch zum Ausdruck gebracht, die EU-Beitrittsverhandlungen baldmöglichst zu beenden. „Wir von der kroatischen Regierung und unser Verhandlungsteam sind bereit, dieses Jahr die Verhandlungen abzuschließen“, sagte Sanader. Er kündigte an, dass er sich in Kürze mit seinem slowenischen Amtskollegen Borut Pahor treffen werde, um den Grenzstreit zu lösen.

Seit Jahren können sich Slowenien und Kroatien nicht über die Hoheit in den Gewässern der Bucht von Piran einigen. Das blockiert inzwischen den EU-Beitritt Kroatiens. „Es muss so sein, dass eine Lösung gefunden wird. Deutschland wird bei diesem Prozess helfen, wo es kann. Doch die Hauptrolle spielen die Regierungen der beiden souveränen Staaten. Direkte Gespräche werden ausgesprochen begrüßt“, sagte Merkel.

Die beiden Regierungschefs bestätigten die Bedeutung der Integration aller Länder des Westbalkans in die EU. Abschließend versicherte Sanader, gemeinsam daran zu arbeiten, dass ganz Südosteuropa diese euroatlantische Perspektive bekommt, weil dies auch die beste Motivation für Reformen und eine dauerhafte politische Stabilität sei.

Autor: Goran Goic / Mirjana Dikic

Redaktion: Bernd Johann


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