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Deutschland

Deutschland will Indien bei globaler Krisenlösung stärker einbinden

Spätestens der Weltfinanzgipfel hat es gezeigt: Ohne Einbeziehung wichtiger Schwellenländer sind Krisen nicht mehr zu lösen. Dies bekräftigte der deutsche Außenminister Steinmeier bei seinem ersten Besuch in Indien.

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Indiens Ministerpräsident Manmohan Singh - hier beim EU-Indien Gipfel im September in Marseille

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat sich dafür ausgesprochen, Indien bei der Lösung globaler Krisen stärker einzubinden. Die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts seien "ohne einen starken Partner wie Indien nicht zu bewältigen", sagte Steinmeier am Donnerstag (20.11.2008) nach Gesprächen mit Premierminister Manmohan Singh und Außenminister Pranab Mukherjee in Neu Delhi. Dies gelte etwa für die Finanzmarktkrise, den Klimaschutz und die Reform des UN-Sicherheitsrates.

Bei den Gesprächen in der indischen Hauptstadt wurden außerdem die angespannte Lage in Pakistan und Afghanistan sowie das umstrittene Atomprogramm des Irans erörtert.

"Weiter Druck auf Iran"

Steinmeier sagte, die Führung in Teheran spiele "'sichtbar auf Zeit" und hoffe, dass die künftige US-Regierung neue Signale sende. Das ändere aber nichts daran, dass sich der Iran in dieser Frage bewegen müsse. Der internationale Druck müsse aufrechterhalten werden.

Frank-Walter Steinmeier und L.K.Advani

Außenminister Steinmeier traf in Neu Delhi auch mit Oppositionsführer Lal Krishna Advani zusammen

Neben der internationalen Lage war das bilaterale Verhältnis Schwerpunkt der Unterredungen Steinmeiers mit der indischen Regierungsspitze. Der Außenminister würdigte dabei das im Jahre 2000 geschlossene Abkommen über eine strategische Partnerschaft zwischen Indien und Deutschland, in dem die Bildung ein wichtiges Thema ist. Deutschland wurde für indische

Studenten erst mit der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen nach angelsächsischem Vorbild attraktiver. Derzeit sind aber nur etwa 4.000 der 10,5 Millionen indischen Studenten an deutschen Universitäten eingeschrieben.

Viele Politiker-Reisen nach Indien

Die Indien-Reise Steinmeiers reiht sich ein in eine "Besuchsoffensive", mit der sich die Bundesregierung um das aufstrebende Schwellenland bemüht. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von umgerechnet 684 Milliarden Euro ist Indien inzwischen die drittgrößte Volkswirtschaft Asiens. Von den anstehenden Milliardeninvestitionen zur Verbesserung der Infrastruktur des Riesenlandes mit seinen 1,1 Milliarden Einwohnern – allein bis 2012 will die Regierung dafür umgerechnet rund 450 Milliarden Dollar ausgeben – würden gerne auch deutsche Firmen profitieren. Steinmeier wird daher von zahlreichen Topmanagern aus Deutschland begleitet.

Parallel zum deutschen Außenminister besucht Bundesumweltminister Sigmar Gabriel Indien. Der SPD-Politiker eröffnete in Neu Delhi das erste deutsch-indische Umweltforum. Im September war Bildungsministerin Annette Schavan in Indien, um ein bilaterales Technologiezentrum zu eröffnen. Auch Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul war vor zwei Monaten nach Neu Delhi gereist. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte den Subkontinent vor einem Jahr besucht. (wl)

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