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Fußball

Deutschland verpatzt Test in der Schweiz

Die deutsche Elf zeigt beim Testspiel in der Schweiz eine bedenkliche Leistung. Vor allem in der Defensive stimmt es zwei Wochen vor EM-Beginn noch nicht. Torwart ter Stegen kassiert bei seinem Debüt fünf Treffer.

Der vorletzte Test vor der Europameisterschaft ist missglückt, die deutsche Nationalmannschaft präsentierte sich beim Länderspiel in der Schweiz noch nicht in EM-Form. Zwei Wochen vor ihrem ersten EM-Gruppenspiel gegen Portugal spielte die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw ungewohnt ideenlos und machte im Spielaufbau und in der Verteidigung immer wieder gravierende Fehler. Am Ende hieß es 3:5 (1:2).

Jubel Eren Derdiyok (Foto: Andreas Gebert/dpa)

Bundesliga-Legionär Eren Derdiyok durfte gegen Deutschland dreimal jubeln

Zu Gute halten muss man Bundestrainer Löw und seinen Mannen, dass man sich noch relativ am Anfang der EM-Vorbereitung befindet. Viele der deutschen Nationalspieler sind erst seit wenigen Tagen bei der Mannschaft. So musste Löw in Basel ohne seine acht Profis von Bayern München auskommen. In der Viererkette, die oftmals schlecht postiert und aufeinander abgestimmt wirkte, standen innen Mats Hummels und Per Mertesacker, die Außenpositionen bekleideten Marcel Schmelzer und Benedikt Höwedes. Mertesacker bestritt sein erstes Spiel seit dem 11. Februar. Auch im Tor gab es eine Überraschung: Der 19-jährige Marc-André ter Stegen von Borussia Mönchengladbach gab sein Nationalmannschafts-Debüt.

Derdiyok trifft dreifach

Lange freuen durfte er sich darüber nicht, denn fast von Anfang an stellten ihn seine Vorderleute vor Probleme, die Bundesliga-Legionär Derdiyok, der von Bayer Leverkusen zu 1899 Hoffenheim wechseln wird, Mitte der ersten Halbzeit ausnutzte: Mit einem Doppelpack brachte er die von Ottmar Hitzfeld trainierten Gastgeber vor 32.000 Zuschauern im ausverkauften St.-Jakob-Park von Basel mit 2:0 in Führung (21. und 23. Minute). Weitere Großchancen für die Eidgenossen folgten. Mit seinem ersten Länderspieltor zum 1:2 gestaltete Hummels das Ergebnis zur Pause etwas erträglicher (45.).

Deutschlands Torhüter Marc-Andre ter Stegen bei einer Parade (Foto: Andreas Gebert/dpa)

Debütant Marc-André ter Stegen konnte gegen die Schweiz nicht viele Punkte sammeln

Nach der Pause brachte Löw Marco Reus und Ilkay Gündogan für die Real-Madrid-Profis Sami Khedira und Mesut Özil. Reus und Gündogan brachten etwas mehr Schwung ins deutsche Spiel, allerdings hatte es zu diesem Zeitpunkt hinten schon wieder geklingelt: Erneut war es Derdiyok, der getroffen hatte (50.). In der verbleibenden Spielzeit trafen André Schürrle (64.) und Reus (72.) für Deutschland, Stephan Lichtsteiner (67.) und Admir Mehmedi (76.) für die Schweiz. Kurz vor Spielende traf Gelson Fernandes noch die Querlatte. Das 5:3 war der erste Sieg einer Schweizer Mannschaft gegen Deutschland seit 1956. Die deutsche Elf kassierte zum ersten Mal seit der 1:5-Niederlage im April 2004 in Rumänien wieder fünf Gegentreffer.

"Mit solch einem Ergebnis hätte ich nicht gerechnet", sagte Bundestrainer Löw nach der Partie. "Nach vielen intensiven Trainingseinheiten wusste ich schon, dass die Frische fehlt. Konzentrationsfehler, schlechtes Spiel ohne Ball, schlechte Defensivarbeit, Abstimmungsprobleme – all das ist irgendwie aufgedeckt worden und dann kommt es so, dass der Gegner fünf Tore erzielt." Löw, der insgesamt sechsmal auswechselte, kehrt mit einigen – unter Umständen unerfreulichen – Erkenntnissen über seine Spieler aus Basel ins EM-Trainingslager im französischen Tourettes zurück. Am 29. Mai muss Löw bei der UEFA seinen endgültigen, 23-köpfigen Kader für das Turnier in Polen und der Ukraine benennen und bis dahin aus seinem vorläufigen Aufgebot noch einen Schlussmann und drei Feldspieler streichen. Letztes Testspiel vor der EM ist die Partie gegen Israel am 31. Mai in Leipzig.