Deutschland vernichtet Gaddafis Chemiewaffen | Aktuell Nahost | DW | 31.08.2016
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Aktuell Nahost

Deutschland vernichtet Gaddafis Chemiewaffen

Dänemark und Großbritannien bringen die Überreste libyscher Chemiewaffen per Schiff nach Deutschland. Hier sollen sie vernichtet werden. Das Ziel: Die Chemikalien sollen nicht in die Hände von Terroristen gelangen.

Zwei dänische Schiffe und ein britisches Schiff mit 200 Soldaten und rund 500 Tonnen chemischer Substanzen aus dem früheren Waffenprogramm Libyens an Bord sind auf dem Weg nach Deutschland. Von einer Spezialfirma in Niedersachsen sollen die Stoffe unschädlich gemacht werden.

Wie das Außenministerium Dänemarks mitteilte, wurden die Chemikalien am Samstag im libyschen Hafen von Misrata verladen. "Wir haben nun die letzten chemischen Waffen aus Libyen entfernt und damit sichergestellt, dass sie nicht in falsche Hände geraten", sagte Außenminister Kristian Jensen in Kopenhagen.

Reste von Gaddafis Chemiewaffen

Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums in Berlin werden die Substanzen zunächst nach Bremen gebracht. Es handle sich dabei um Industriechemikalien zur Herstellung von Nerven- und Hautkampfstoffen für das einst vom 2011 gestürzten und getöteten Diktator Muammar al-Gaddafi aufgelegte Chemiewaffenprogramm. Die Reste lagerten seitdem in der libyschen Wüste.

Tanks mit nicht identifizierten Chemikalien in der libyschen Wüste (Archivfoto: AFP)

Tanks mit nicht identifizierten Chemikalien in der libyschen Wüste (Archivbild)

Die Substanzen sollen von der "Gesellschaft zur Entsorgung von chemischen Kampfstoffen und Rüstungsaltlasten" (GEKA) (Artikelbild) in Munster in Niedersachsen vernichtet werden. Das soll neun Monate dauern, so das Verteidigungsministerium.

Gaddafi hatte sein umfangreiches Chemie-Waffenprogramm 2004 auf Druck der USA aufgegeben. Angesichts der derzeit instabilen Sicherheitssituation in der Region hat die "Organisation für das Verbot chemischer Waffen" (OPCW) die Staatengemeinschaft um Hilfe bei der Beseitigung der Überreste dieses Programms gebeten. So soll verhindert werden, dass chemische Waffen in die Hände der auch in Libyen aktiven Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gelangen.

wl/stu