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Fußball

Deutschland verliert gegen Frankreich

Ein ordentlicher Auftritt der deutschen Elf im Halbfinale ist nicht genug. Gastgeber Frankreich steht nach einem 2:0-Erfolg verdient im Finale. Griezmann trifft doppelt, Löws Elf muss bittere Schockmomente verdauen.

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EM: Enttäuschung am Tag danach

Es lief die Nachspielzeit in Marseille, Joshua Kimmich köpfte aus sechs Metern auf das französische Tor, doch Frankreichs Keeper Hugo Lloris kratzte auch diesen Ball aus der Ecke. Spätestens in diesem Moment konnten die vielen tausend deutschen Fans im Stadion den Eindruck gewinnen, dass der Ball an diesem Abend einfach nicht im französischen Kasten landen sollte.

Trotz guter Chancen und weitgehender Spielkontrolle verlor die deutsche Mannschaft das EM-Halbfinale gegen Frankreich mit 2:0. Knackpunkt war erneut ein kurioser, von Kapitän Bastian Schweinsteiger verursachter Handelfmeter gegen Deutschland. Angreifer Antoine Griezmann verwandelte sicher (45.+1 Minute) und besorgte in der zweiten Hälfte auch den Treffer zum 2:0-Endstand (72.). Frankreich trifft im Finale am Sonntag in Paris auf Portugal um Superstar Cristiano Ronaldo. "Wir haben heute gegen ein großes Team gewonnen", sagte Frankreichs Coach Didier Deschamps, "ich habe immer an meine Spieler geglaubt. Jetzt freuen wir uns auf das Finale."

EM-Debüt für Can

Bundestrainer Löw hatte seine Mannschaft umgestellt. Für den gesperrten Hummels rückte Benedikt Höwedes in die Innenverteidigung. Im Mittelfeld baute er auf die körperliche Präsenz von Emre Can. Gastgeber Frankreich wollte von Beginn an klarmachen, wer Herr im Hause ist. Die Franzosen attackierten früh und kamen durch Antoine Griezmann zu einer ersten Chance. Seinen Schuss ins rechte Eck parierte Manuel Neuer (7.). Die deutsche Elf versuchte es vor allem über die Flügel. Can hatte die erste Chance für Deutschland. Seinen Drehschuss aus 16 Metern ins linke Eck vereitelte Lloris (14.).

Danach wirkte die DFB-Elf präsenter, bekam mehr Kontrolle über das Mittelfeld und erspielte sich Möglichkeiten. Einen Schuss von Schweinsteiger lenkte der wache Lloris gerade noch über die Latte (26.). Kurz darauf klärte die französische Verteidigung zweimal in höchster Not vor Julian Draxler und Thomas Müller (32.). Frankreich kam in dieser Phase lediglich durch Freistöße vor das deutsche Tor, doch sowohl Dimitri Payet, als auch Paul Pogba, scheiterten an Neuer (25./38.).

Schockmoment für die deutsche Elf

Erst kurz vor der Pause wurde die Mannschaft von Coach Didier Deschamps wieder gefährlicher. Nach einer gelungenen Kombination verzog Griezmann aus spitzem Winkel (42.). Kurz darauf stürmte Giroud allein aufs Tor zu, doch Höwedes blockte ihn mit einer fantastischen Grätsche (44.).

UEFA EURO 2016 - Halbfinale | Frankreich vs. Deutschland - Strafstoß & Tor Frankreich

Neuer ohne Chance: der bittere 0:1-Rückstand aus deutscher Sicht

Dann kam der Knackpunkt des Spiels: Bei einer Ecke kam Schweinsteiger zu spät in ein Kopfballduell mit Patrice Evra. Vom Kopf des Franzosen sprang der Ball unglücklich an Schweinsteigers ausgestreckten Arm. Schiedsrichter Rizzoli pfiff Elfmeter, eine korrekte Entscheidung. Griezmann verwandelte sicher zur 1:0-Führung für die Gastgeber. Das war eine ganz bittere Pille für die deutsche Elf.

Boateng verletzt sich

Eine Stunde war gespielt, da fiel eine weitere elementare Säule des deutschen Teams weg: Jerome Boateng verletzte sich ohne Gegnereinwirkung. Für ihn kam Skhodran Mustafi ins Spiel. Weil in dieser Phase zu wenig nach vorne passierte, wechselte Löw erneut, für Can brachte er Mario Götze in die Partie.

Eine Unaufmerksamkeit von Kimmich sorgte dann für die Entscheidung. Im eigenen Strafraum sprang ihm der Ball zu weit vom Fuß, daraufhin brachte Pogba den Ball in die Mitte, wo er Griezmann vor die Füße fiel. Der Franzose stocherte ihn mit gutem Torriecher zum 2:0-Siegtreffer in den Kasten (72.).

UEFA EURO 2016 - Halbfinale | Frankreich vs. Deutschland

Mann des Spiels: Griezmanns Doppelpack bringt Frankreich ins Finale

Beinahe hätte der junge Rechtsverteidiger seinen Fehler wieder gut gemacht. Doch sein wuchtiger Schrägschuss streifte den linken Pfosten (74.). Danach setzte die DFB-Elf alles auf Offensive. Für Schweinsteiger kam Sané ins Spiel (79.). Der 20-Jährige hätte fast mit dem ersten Ballkontakt den Anschlusstreffer erzielt, der Ball strich aber knapp links vorbei.

Die mutige Schlussoffensive des Weltmeisters brachte noch einige gefährliche Situationen, aber wie bei dem Kopfball von Kimmich in der Nachspielzeit fehlte dem Team in dieser Phase auch das entscheidende Quäntchen Glück. "Wir haben heute eigentlich unsere beste Turnierleistung gezeigt", fasste es Spielmacher Toni Kroos nach dem Abpfiff zusammen, "deswegen ist diese Niederlage schon bitter."

Interessiert wie die Partie im Einzelnen gelaufen ist? - Hier können Sie den Spielverlauf noch einmal nachlesen:

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