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Fokus Osteuropa

Deutschland und Ukraine wollen engere Agrarbeziehungen

Die drohende Futtermittelknappheit in der EU, Freihandel und europäische Standards waren die Themen der Gespräche von Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft in der Ukraine.

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Horst Seehofer erstmals zu offiziellem Besuch in der Ukraine

Horst Seehofer, Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, hat sich zu einem offiziellen Besuch in der Ukraine aufgehalten. Im Zentrum des Ministerbesuches standen Gespräche mit dem ukrainischen Landwirtschaftsminister Jurij Melnyk und Vertretern führender deutscher und ukrainischer Unternehmen aus Landwirtschaft, Agrartechnik und Handel. "Die Ukraine ist ein sehr treuer Partner in den Agrarbeziehungen", sagte Seehofer zum Auftakt seines dreitägigen Besuchs in der Ukraine.

Interesse an ukrainischen Futtermitteln

Auch vor dem Hintergrund steigender Futtermittelpreise in der Europäischen Union will Seehofer die Zusammenarbeit mit der Ukraine vertiefen. "Vielleicht kann uns die Ukraine helfen, dass wir den Futtermittelbedarf Europas und meiner Heimat ein Stück weit decken können", sagte er bei seinem Treffen mit dem ukrainischen Landwirtschaftsminister. Die Versorgung der Tiere mit Futtermitteln müsse sichergestellt werden, ohne dass es zu der von der EU-Kommission befürchteten Preisexplosion komme.

Berlin unterstützt Freihandelsabkommen

Seehofer sagte der Ukraine seine Unterstützung für die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit der EU zu. "Es ist sehr in unserem deutschen Interesse, dass die Verhandlungen zu einem umfassenden und ambitionierten Abkommen einen raschen Abschluss finden", sagte er. Seehofer sieht für deutsche Firmen vor allem Potenziale bei der Landtechnik. Die Ukraine könne Milch und Fleisch in die EU liefern. "Wir wollen den Handel ausweiten", so der deutsche Minister. Allerdings müsse die Ukraine bei Agrarprodukten noch europäische Standards erreichen. Melnyk sagte dafür Anstrengungen zu.

Weiterbildung in Deutschem Agrarzentrum

Gemeinsam mit Melnyk eröffnete Seehofer auch die Konferenz "Die Ukraine auf dem Weg nach Europa", die vom " Ukrainian Agribusiness Club" und dem Ostausschuss der deutschen Wirtschaft organisiert wurde. Außerdem besuchten die Minister die Leitmesse der ukrainischen Agrar- und Ernährungswirtschaft "Agro 2008", auf der über 30 deutsche Unternehmen Technik, Betriebsmittel und Agrarsoftware ausstellten. Seehofer eröffnete ferner in der Südukraine ein Deutsches Agrarzentrum, das ukrainische Landwirte bei der Weiterbildung und beim Kauf deutscher Maschinen helfen soll. Das Zentrum wird vom Bundeslandwirtschaftsministerium und vom ukrainischen Agrarministerium gefördert.

Ukrainisches Potenzial nicht ausgeschöpft

Die Ukraine, die "Kornkammer Europas" genannt wird, hat rund 43 Millionen Hektar nutzbare Ackerfläche. Meist wird hier Getreide angebaut. Experten sehen auch mit Blick auf die weltweite Nahrungsmittelkrise ein großes Wachstumspotenzial in der ukrainischen Agrarwirtschaft, weil sich die Erträge deutlich steigern könnten. Investitionsmängel und Rechtsunsicherheit beim Kauf von Land gelten allerdings nach wie vor als die größten Probleme der ukrainischen Landwirtschaft. (mo)

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