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Aktuell Europa

Deutschland und Frankreich feiern ihre Freundschaft

Mit einem Festjahr begehen Frankreich und Deutschland die Unterzeichnung des Élysée-Vertrags vor 50 Jahren. Zum Auftakt kamen Bundeskanzlerin Merkel und der französische Präsident Hollande in Ludwigsburg zusammen.

Das deutsch-französische Jahr sei "randvoll gefüllt mit Aktionen, Events und kulturellen Anlässen. Dinge, die weit über das Politische hinausgehen", teilte der Frankreich-Beauftragte der Bundesregierung, der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Link, mit. Bis Juli 2013 seien mehrere hundert Veranstaltungen in beiden Ländern geplant.

Anlass ist die "goldene Hochzeit" des deutsch-französischen Paares. Am 22. Januar 1963 unterzeichneten der französische Präsident Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer in Paris den Élysée-Vertrag "über die Organisation und die Grundsätze der Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten". Knapp 18 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs besiegelte das Abkommen die Aussöhnung zwischen den beiden ehemaligen "Erbfeinden".

Adenauer und de Gaulle (Foto:picture-alliance/dpa)

22.01.1963: Staatspräsident de Gaulle und Bundeskanzler Adenauer unterzeichnen den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag

Treffen Merkel -Hollande

Ein Meilenstein auf dem Weg dahin war de Gaulles Deutschland-Besuch vor 50 Jahren und seine umjubelte Rede an die deutsche Jugend im Schlosshof von Ludwigsburg bei Stuttgart am 9. September 1962. Zur Würdigung dieses historischen Ereignisses kommen an diesem Samstag an gleicher Stelle Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Francois Hollande zusammen.

Zu dem Festakt werden rund 650 geladene Gäste erwartet. Zudem gibt es ein deutsch-französisches Bürgerfest, bei dem Schulen, Städte und Universitäten ihre Projekte zur bilateralen Zusammenarbeit vorstellen.

"Kinder eines großen Volkes"

De Gaulle drückte in seiner auf Deutsch gehaltenen Rede vor 20.000 Zuhörern in Ludwigsburg die Hoffnung aus, dass die nachfolgende Generation die Gräben zwischen den beiden Staaten überwinden werde, die sich zuvor als erbitterte Kriegsgegner gegenüberstanden.

Der französische Präsident bezeichnete die jungen Deutschen als "Kinder eines großen Volkes", das zwar im Laufe seiner Geschichte große Fehler begangen, aber die Welt auch mit Wissenschaft, Kunst, Philosophie und Erfindungskraft bereichert habe. Zum Schluss seiner knapp 15-minütigen Ansprache entwickelte de Gaulle die Vision einer deutsch-französischen Freundschaft als "Grundstein, auf dem die Einheit Europas gebaut werden kann und muss".

Pathos ist von Merkel und Hollande 50 Jahre später nicht zu erwarten - aber natürlich ein klares Bekenntnis zur deutsch-französischen Freundschaft. Bei einem Arbeitsessen werden die beiden Politiker auch über aktuelle Probleme und das Dauerthema Euro-Krise sprechen.

wl/gd (dpa, dapd)