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Wirtschaft

Deutschland steigt in der Gunst der Investoren

Auch wenn hierzulande die Wirtschaft schwächelt, der Reformstau beklagt wird und die Infrastruktur zu wünschen übrig lässt: Ausländische Investoren finden Deutschland nach wie vor sexy.

Deutschland verzeichnete Im vergangenen Jahr über 1500 ausländische Investitionen. Ein Drittel davon entfällt auf Firmenübernahmen. Knapp tausend sind Ansiedlungsprojekte. Somit ist die Zahl der Projekte auf der grünen Wiese um 16 Prozent im Vorjahresvergleich gestiegen, meldet die staatliche Wirtschaftsförderungsgesellschaft Germany Trade & Invest (GTAI). Da bei diesen Projekten direkt Arbeitsplätze entstehen, misst die GTAI der Kennzahl besondere Bedeutung bei.

Insgesamt verdanken über drei Millionen Menschen in Deutschland ihren Job Investitionen aus dem Ausland. Das sind rund zehn Prozent aller in Deutschland sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Geberländer im Vergleich

Cao Yi, Germany Trade & Invest

Deutschland ist der beliebteste Standort für Chinesen, sagt Cao Yi

Die wichtigsten Geberländer der Direktinvestitionen hat die GTAI nun unter die Lupe genommen und in einer Studie miteinander verglichen. Dabei weise

China

die größte Dynamik auf, sagt Cao Yi, China-Koordinatorin bei der GTAI: "China hat spät begonnen, in Deutschland zu investieren, holt aber in einem rasanten Tempo auf." So sei Deutschland seit Jahren das beliebteste Land für chinesische Investoren bei Greenfield-Projekten. Das liege an der chinesischen Politik, die mit der Devise "Schwärmt aus!" Unternehmen zu mehr Engagement im Ausland ermutigt, sagt Cao Yi gegenüber der Deutschen Welle.

Aber noch mehr wiegt ihrer Meinung nach die eigene Motivation der chinesischen Unternehmen. Ihnen sei der Binnenmarkt nicht mehr groß genug. Bei der Überlegung über mögliche Zielländer ihrer Investitionen spreche einiges für Deutschland. "Deutschland liegt im Herzen Europas. Von hier aus hat man schnell Zugang sowohl zu den westeuropäischen als auch zu den osteuropäischen Märkten", sagt Cao Yi. Auch deutsche Technik, deutsche Marken, die Qualität der Facharbeiter und Ingenieure stünden hoch im Kurs chinesischer Investoren, so die GTAI-Mitarbeiterin weiter. Das hat dazu geführt, dass China seit einigen Jahren den dritten Platz bei den Ansiedlungsprojekten belegt, hinter den USA und der Schweiz.

USA bleiben der größte Investor für Deutschland

"Die USA sind nicht nur der weltgrößte Empfänger internationaler Direktinvestitionen, sondern auch der weltweit bedeutendste Auslandsinvestor", heißt es in der GTAI-Studie. Trotz Konjunkturschwäche bleibt Europa der bevorzugte Partner Amerikas. "Deutschland liegt auf Rang vier der Zielländer von US-amerikanischen Investoren. Bei den Auslandsinvestitionen in Forschung und Entwicklung allerdings auf dem ersten Rang", sagt Benno Bunse, Geschäftsführer von Germany Trade & Invest.

Während die

US-Tochterfirmen in Deutschland

besonders viel in Forschung und Entwicklung investieren, liegt der Fokus chinesischer Unternehmen auf Maschinenbau, Elektronik und Telekommunikation. Doch das kann sich bald ändern. "Der Telekommunikationskonzern Huawei betreibt in Deutschland bereits sechs Forschungszentren", sagt Cao Yi, andere werden dem Beispiel folgen. Potenzial für neue Investitionen sieht sie im Bereich der von der Bundesregierung vorangetriebenen Industrie 4.0. An intelligenten Fabriken und smartem Service seien Chinesen stark interessiert. Das deutsch-chinesische Innovationsjahr 2015 werde Kooperationen in diesem Bereich fördern. Die Dynamik der chinesischen Investitionen wird also noch eine Weile anhalten - trotz der großen Sprachbarriere. Schließlich sei Deutsch in China längst nicht so weit verbreitet wie Englisch, so Cao Yi.

Sprachbarrieren haben Investoren aus der Schweiz nicht zu befürchten, die mehrheitlich deutschsprachig ist. Das kleine Nachbarland Deutschlands hat 2013 mit 97 Ansiedlungsprojekten den zweiten Platz erfolgreich verteidigt. Für Schweizer Unternehmen sei vor allem das Bundesland Baden-Württemberg die zentrale Basis für Expansion in die EU-Staaten, heißt es in der GTAI-Studie.

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