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Sport

Deutschland steht im EM-Halbfinale

Welch ein Krimi, welche eine Leidenschaft! Die deutsche Handball-Nationalmannschaft, das jüngste Team der EM, schafft die Sensation gegen Favorit Dänemark und steht erstmals seit acht Jahren wieder im Halbfinale der EM.

Sie sind das jüngste Team bei der Europameisterschaft in Polen und sie hatten so viele Verletzungssorgen, doch sie zeigten keine Angst und am Ende fiel der Jubel umso größer aus: Die deutsche Handball-Rasselbande feierte einen 25:23 (12:13)-Überraschungssieg gegen den haushohen Favoriten Dänemark und zog nach großem Kampf ins Halbfinale ein. "Wir haben gekämpft bis zum Umfallen", sagte Siebenmeter-König Tobias Reichmann dem Fernsehsender ARD. Bundestrainer Dagur Sigurdsson resümierte: "Wir haben einfach unser Ding durchgezogen, das war eine fantastische Leistung. Kopf runter und nicht verrückt machen lassen."

Fäth und Wolf überragend

Bester Werfer beim fünften Sieg der DHB-Auswahl in Serie war Steffen Fäth mit sechs Toren. Nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Kapitän Steffen Weinhold und Christian Dissinger musste Sigurdsson auf gleich sechs Stammspieler verzichten. Nach zögerlichem Beginn und einem 2:4-Rückstand (7. Minute) wirkten die Deutsche von Minute zu Minute selbstbewusster und kamen besser ins Spiel. Die Defensive um Abwehrchef Finn Lemke stellte sich dem dänischen Angriff mit Superstar Mikkel Hansen entschlossen entgegen und variierte immer wieder zwischen einer 6:0- und einer offensiven 4:2-Variante.

Handball EM in Polen - Deutschland vs. Dänemark (Foto: picture-alliance/dpa/M. Kulczynski)

Dänemark verliert trotz Superstar Mikkel Hansen (l).

Auch der deutsche Angriff legte die anfängliche Nervosität schnell ab, kam in der 12. Minute zum 5:5-Ausgleich und spielte in der 22. Minute sogar einen Zwei-Tore-Vorsprung (10:8) heraus. Mit vier Toren in Folge schlugen die Dänen zurück, aber der überragende Fäth hielt die deutsche Auswahl im Spiel. Mit seinem fünften Treffer beim fünften Wurfversuch stellte er den 12:13-Halbzeitstand her. Nach dem Wechsel blieb es ein enges Spiel, die Spannung steigerte sich minütlich. Es entwickelte sich eine echte Abwehrschlacht, beide Teams mussten für ihre Tore hart kämpfen, da auch die Torhüter Andreas Wolff und Niklas Landin bei den Dänen immer besser ins Spiel kamen. "Ich habe 60 Minuten nicht über das Ergebnis nachgedacht, sondern über den nächsten Ball", erklärte der deutsche Torwart sein Erfolgsrezept."

In einer dramatischen Schlussphase lag die DHB-Auswahl zunächst mit 21:23 zurück (53.). Doch das deutsche Team gab nicht auf, kam durch Martin Strobel wieder zum 23:23-Ausgleich und ging durch einen Siebenmeter von Reichmann gut zweieinhalb Minuten vor dem Schluss für die Führung. Anders Eggert von der SG Flensburg-Handewitt scheiterte im Gegenzug am Innenpfosten des deutschen Tores. Fabian Wiede sorgte mit dem 25:23 eine Minute vor dem Ende für die Entscheidung.

Traum vom Titel

Handball EM in Polen - Deutschland vs. Dänemark (Foto: picture-alliance/dpa/J. Wolf)

Tolle Reflexe von Andreas Wolf (2.v.l.)

Die mit insgesamt 16 EM-Debütanten angetretene deutsche Mannschaft träumt nach dem ersten Einzug in ein EM-Halbfinale seit acht Jahren sogar vom ganz großen Wurf. Den einzigen EM-Titel hatte es 2004 unter Coach Heiner Brand gegeben. Am Freitag steigt in Krakau das Halbfinale gegen Norwegen. "Jetzt ist alles möglich. Wir werden ohne Druck aufspielen, werden uns vor keinem Gegner verstecken", sagte Tobias Reichmann.

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