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Deutschland

Deutschland soll zum Mond

Der Luft- und Raumfahrtkoordinator der Bundesregierung, Peter Hintze, will eine unbemannte deutsche Forschungsmission zum Mond starten. Dies sei "gut investiertes Geld".

Mondsichel (Foto: dpa)

"Der Mond ist das Archiv unseres Sonnensystems"

Peter Hintze (CDU) - Staatssekretär im Wirtschaftsministerium - hält ein solches Projekt im Jahr 2015 für denkbar. Die Kosten veranschlagte er auf 1,5 Milliarden Euro. Die Projektkosten seien "gut investiertes Geld", betonte Hintze am Mitwoch (12.08.2009). Dieses Vorhaben könne nicht nur die Entwicklung neuer Technologien vorantreiben, sondern auch neue Arbeitsplätze schaffen.

"Die robotischen Kompetenzen haben wir"

Luft- und Raumfahrtkoordinator Peter Hintze (Foto: AP)

Peter Hintze: Für eine unbemannte deutsche Mondmission

Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Johann-Dietrich Wörner, bezeichnete eine Mission zum Mond als realistisch. Die Mondmission bringe direkten Nutzen wie Erd- oder Klimabeobachtung oder für die Navigation, betonte Wörner. Gleichzeitig unterstütze er Hintzes Argument, eine Mondmission könne neue Arbeitsplätze schaffen und Impulse für die Entwicklung neuer Technologien geben. Laut DLR hängen in Deutschland rund 6000 Arbeitsplätze mit der Raumfahrt zusammen, 60.000 indirekt.

Antworten auf die Existenz des Menschen

Einen besonderen Schwerpunkt setzt Deutschland auf die Robotik. Automatisierte Systeme sollen Antworten darüber liefern, "wo kommen wir her" und "wo gehen wird hin", sagte Hintze. Den Mond bezeichnete der CDU-Mann als Archiv des Sonnensystems. Er sei vermutlich nach einer Kollision der Erde mit einem anderen Himmelskörper entstanden. Anders als die Erde sei der Mond jedoch kaum aktiv. So ließen sich neue Erkenntnisse über die Erde gewinnen, ergänzte der Vorsitzende des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums, Wörner.

"Im Moment gibt es die Finanzen dafür noch nicht"

Hintze musste allerdings einräumen, dass momentan die nötigen finanziellen Mittel für das Projekt fehlen. Es sei Aufgabe der nächsten Bundesregierung, sich einem entsprechenden Programm zu widmen. Hintze gibt sich zuversichtlich. "Wir haben in diesem Jahr fünf Milliarden Euro für die Abwrackprämie von alten Autos mobilisiert, dann werden wir doch für fünf Jahre auch 1,5 Milliarden vielleicht hinkriegen", sagte er.

Die Finanzierung einer deutschen Mondmission war bereits im vergangenen Jahr ein Problem. Im Sommer 2008 legte der damalige Wirtschaftsminister Michael Glos (CDU) das mit 350 Millionen Euro berechnete Projekt des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums auf Eis. Die am Mittwoch von Hintze vorgeschlagene Mission sei technisch viel komplizierter und deshalb mit 1,5 Milliarden Euro viel teurer als das letzte geplante Projekt. Die Linke hält Hintzes Vorschlag - angesichts der Staatsverschuldung - für eine Schnapsidee."Die Bundesregierung verliert jede haushaltspolitische Glaubwürdigkeit, wenn sie in Anbetracht dramatischer Steuereinbrüche immer neue Milliardenprogramme ankündigt", äußerte sich die Linke-Haushaltsexpertin, Gesine Lötzsch.

Mondsonde Apollo 11 vor dem Mond (Foto: AP/ NASA)

Bis 2015 soll eine deutsche Mond-Mission starten

Gespräche mit der NASA

Am Donnerstag will Wörner Gespräche mit Verantwortlichen der NASA in Washington führen, um über mögliche Kooperationen zu verhandeln. Die Mission sei allerdings deutsch. Es ginge nur um eine Abstimmung, die Dopppelungen in Forschungsprojekten vermeiden solle, so Wörner. (ssr/sam/dpa/ap/rtr)

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