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Fußball

Deutschland schlägt England in Wembley

Deutschlands Fußball-Nationalelf entscheidet das Prestige-Duell mit England erneut für sich. Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw siegt zum sechsten Mal in Folge seit 1975 im Londoner Wembley-Stadion.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat das letzte Länderspiel des Jahres gewonnen. Mit einer Zweitbesetzung setzte sich das Team von Bundestrainer Joachim Löw im Prestigeduell in England mit 1:0 (1:0) durch. Einziger Torschütze vor 85.934 Zuschauern im Londoner Wembley-Stadion war Per Mertesacker, der in der 39. Minute per Kopf erfolgreich war. Es war der sechste deutsche Sieg in Serie in England, das zuletzt vor 38 Jahren ein Heimspiel gegen den deutschen Rivalen gewinnen konnte.

"Wir hätten das zweite Tor machen müssen. Sonst läuft man Gefahr, bei einem Standard den Ausgleich zu bekommen", begründete Löw, warum er in der zweiten Halbzeit oft energisch an der Seitenlinie gestikulierte. "Wir haben eine enorm hohe Zahl an guten Spielern. Es wird interessant, wen der Bundestrainer aufbietet. Wir wollen bei der WM auf einem Top-Level sein, nicht jetzt. Das war heute nur ein Warmwerden, mehr nicht", sagte Mertesacker. "Torwartspezifisch gab es nicht allzu viel", analysierte Nationaltorhüter Roman Weidenfeller und meinte, so könne es weiter gehen.

Weidenfellers Torwartdebüt

Torwart Roman Weidenfeller im deutschen Trikot (Foto: Mike Hewitt/Getty Images)

Nationaltorwart Roman Weidenfeller bei seinem Debüt

Schon mit Anpfiff hatte Weidenfeller deutsche Fußball-Geschichte geschrieben. Der Dortmunder war mit genau 33 Jahren und 106 Tagen der älteste Torhüter-Debütant aller Zeiten in der deutschen Nationalelf und löste damit den "Helden von Bern" Toni Turek ab. Insgesamt nahm Bundestrainer Joachim Löw, der Manuel Neuer, Philipp Lahm und Mesut Özil am Wochenende bereits nach Hause geschickt hatte, acht Änderungen gegenüber dem 1:1 am Freitag (15.11.2013) in Italien vor: Nur Toni Kroos, Mario Götze und Jerome Boateng blieben in der Startelf. Englands Coach Roy Hodgson änderte sein Team nach der 0:2-Heimniederlage gegen Chile sogar auf neun Positionen.

Die Briten gingen von der ersten Sekunde an hochmotiviert zu Werke und wollten das letztmalig in grünen Trikots spielende DFB-Team offenbar regelrecht überrennen. Der Weltranglistenzweite benötigte ohne Führungsspieler wie Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm oder Sami Khedira einige Minuten, um sich zu ordnen, schaffte es mit großem Einsatz aber zumindest, den Ball von Weidenfellers Tor fernzuhalten. Die Engländer versuchten es immer wieder über die Außen, wo sie Marcel Schmelzer und den überraschend aufgestellten Heiko Westermann offenbar als Schwachpunkte ausgemacht hatten, ihnen fehlten aber meist die technischen Mittel zum Erzeugen gefährlicher Situationen.

Die deutsche Innenverteidigung mit Mertesacker und Jerome Boateng als Wayne Rooneys "Schatten" stand gut. Bis nach vorne, wo in Max Kruse wieder ein echter Stürmer lauerte, kam die DFB-Elf aber ihrerseits kaum durch. Erstmals Gefahr vor dem englischen Tor erzeugte Lars Bender, der im letzten Moment geblockt wurde (37. Minute). Die folgende Ecke schlug Kroos auf den Kopf von Mertesacker, doch Joe Hart parierte. Wenige Sekunden später war der englische Keeper machtlos und Mertesacker gelang nach einer Kroos-Flanke sein viertes Tor im 95. Länderspiel.

Englands Torhüter Joe Hart (2.v.l.) kann den Kopfball von Per Mertesacker (r.) nicht parieren (Foto: REUTERS/Dylan Martinez)

Englands Torhüter Joe Hart (2.v.l.) kann den Kopfball von Per Mertesacker (r.) nicht parieren

Harmlose Engländer

Nach dem Wechsel testete Löw weiter durch, brachte zunächst Marcell Jansen für Marcel Schmelzer als Linksverteidiger und Mats Hummels für den starken Boateng, zehn Minuten später folgte Sidney Sam für Kruse. Reus hatte in der 48. Minute die Vorentscheidung auf dem Fuß, doch der Dortmunder scheiterte freistehend am gut reagierenden Hart. In der 57. Minute war Weidenfeller bereits bezwungen, doch der Pfosten verhinderte beim 25-Meter-Schuss von Andros Townsend sein erstes Gegentor im A-Team. Sein erstes Tor für die Nationalelf verpasste derweil der Leverkusener Sam (67.), als er frei vor Hart den Ball übers Tor lupfte.

Nach nur 20 Minuten Einsatzzeit musste Hummels schon wieder angeschlagen vom Feld, für ihn kam Benedikt Höwedes. Trotz der vielen Umstellungen in der deutschen Defensive fanden die Briten aber kaum ein Durchkommen, Weidenfeller blieb bei seinem Debüt fast keine Chance, sich auszuzeichnen. Nicht eingreifen musste der BVB-Schlussmann auch in der 80. Minute, als Chris Smalling aus aussichtsreicher Position an den Hinterkopf von Julian Draxler köpfte. Gegen Ende zeigte die deutsche Elf kaum noch Druck nach vorne und schaukelte das 1:0 über die Zeit.

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